Aba in da Näbel

November 13th, 2008

Die Steinböcke sind zurück! Soeben habe ich von Graubünden Ferien den neuesten Newsletter erhalten. Darin verkündet die Bündner Tourismusorganisation die Rückkehr der beliebten Steinböcke: es gibt einen neuen Werbespot mit den Steinbocks!

Im neuesten Spot machen sich die Steinböcke über den Nebel im Unterland lustig – und sprechen mir damit aus dem Herzen: der ewige Nebel unten in Zürich, wo ich seit August arbeite, geht mir ziemlich auf die Nerven. Zum Glück bringen mich die SBB jeden Abend wieder heim nach Igis!

Für die, die die ersten Spots verpasst haben zeige ich sie hier nochmals:


“Schönste Gegend der Welt”. Der erste Spot – zu meiner Freude teilweise auf Romanisch!


Karbon statt Kondition – die Steinböcke machen sich über Biker lustig.


Es hat geschneit und die Steinböcke haben Kommunikationsprobleme.

Job als Software Engineer gesucht

April 8th, 2008

Nachdem ich mein Informatik-Studium in Fribourg und Montréal erfolgreich abgeschlossen habe, bin ich jetzt auf der Suche nach einem interessanten Job als Java Software Engineer im Grossraum Zürich oder in Graubünden. Am liebsten würde ich in einer Software-Firma arbeiten, die für verschiedene Firmen in verschiedenen Branchen Softwareprojekte realisiert. Dort ist nämlich die Arbeit besonders abwechslungsreich und man lernt viele Bereiche kennen, weshalb ich das gegenüber einem Job in einer Informatikabteilung einer “normalen” Firma bevorzuge.
Da ich bis Ende Juli diverse Dinge wie weitere Sprachaufenthalte geplant habe, würde ich gerne ab August arbeiten. Um sicher früh genug zu sein bin ich im Moment fleissig daran, Stelleninserate zu studieren und mich auf die interessanten Stellen zu bewerben. Wer einen interessanten, spannenden Job zu vergeben hat oder zufällig ein interessantes Stelleninserat sieht, darf sich natürlich sehr gerne bei mir melden ;-)

So Spass mir die Stellensuche auch macht – sie stimmt mich irgendwie auch wehmütig, denn sie zeigt mir, dass sich mein Aufenthalt hier in Montréal zu Ende neigt. Zwar freue ich mich, in einer Woche in der Schweiz meine Familie, meine Kollegen und die Berge wiederzusehen, aber irgendwie ist Montréal in den letzten acht Monaten für mich so etwas wie eine zweite Heimat geworden und es ist nicht nur einfach, alles hier zu zurückzulassen. Dazu folgt aber später noch mehr.

Die echte Swiss-Werbung

March 20th, 2008

Soeben habe ich auf YouTube eine Parodie auf die bekannte Fernseh-Werbung der Fluggesellschaft Swiss International Airlines Ltd. entdeckt. Die mittlerweile aus dem Programm gekippte Sendung Punkt CH des Schweizer Fernsehens nahm den Original-Werbespot der Swiss gehörig aufs Korn. Herrlich finde ich auch, wie das Recken von Mario Corti mit einem gackernden Lachen vertont wurde.
Am besten gleich selbst schauen:

Für diejenigen, die das Original nicht mehr präsent haben, gibt es auch dieses bei YouTube:

Irgendwie passt der Spott auf die Führung (in der Person von Mario Corti) perfekt zum aktuellen Fiasko von SBB Cargo: Wieder müssen die Angestellten die Fehler des Managements ausbaden.

Dominik? Dominique? Dominic?

March 14th, 2008

Ich werde mich wohl demnächst hochoffiziell bei meinen Eltern über die Namenswahl beschweren. Nicht dass mir der Name Dominik nicht gefallen würde. Aber er ist im fremdsprachigen Raum äusserst unpraktisch. Kaum je wird mein Vorname richtig geschrieben, sogar buchstabieren hilft häufig nichts.Falsch geschriebener Name auf ISIC-Karte Bereits in Fribourg wurde ich sehr oft in Dominique umgetauft und erhielt zur Abwechslung auch mal Post an eine inexistente “Madame Zindel”. Hier in Montréal hat nun eine weitere Schreibvariante meines Namens die Oberhand gewonnen: Dominic.
Sogar auf meiner neuen internationalen Studentenkarte (ISIC: International Student Identity Card) ist der Name falsch geschrieben. Dabei hatte ich doch den Namen in richtiger Schreibweise auf dem Formular angegeben und im Ausweis, den ich zeigen musste, steht er auch richtig. Neue ISIC-Karte Die gute Frau hätte den Namen also nur richtig abschreiben müssen.

Im Gegensatz zur Schweiz erhielt ich hier in Montréal des Öfteren einen Kurznamen verpasst – viele Leute hier nennen mich kurz und bündig einfach Dom. Die Aussprache ist mit kurzem o und bitte nicht mit der Kirche zu verwechseln. Auch fühle ich mich trotz meines Informatikstudiums nicht wirklich als Document Object Model.
Wirklich stören tun mich diese Alternativ-Namen nicht. Am besten gefällt mir ehrlich gesagt eigentlich die Schreibweise mit dem c, also Dominic. Die ist wunderbar international tauglich und im Gegensatz zu Dominique auch eindeutig männlich. Vielleicht sollte ich mal eine Namensänderung beantragen…

Echter Schneesturm bring Stadt zum Erliegen

March 9th, 2008

Am Mittwoch und gestern Samstag hat es in Montréal wieder stark geschneit. Im Gegensatz zu den Vorherigen war das neunte tempête de neige in diesem Winter definitiv kein falscher Sturm:Tempête de neige à Montréal Rund 25-30cm Neuschnee an einem Abend mit Windspitzen von bis zu 100 km/h!
Das Leben kam praktisch zum Erliegen, Busse blieben stecken, 87000 Haushalte waren ohne Strom und damit meistens auch ohne Heizung, der Flughafen wurde geschlossen, zwei Karambolagen forderten Verletzte, Autos schleuderten und kamen von der Strasse ab und die Fussgänger wie ich kämpften mit dem peitschenden Schnee im Gesicht sowie rutschigen und schneebedeckten Wegen. Ich beobachtete gar wie eine Ambulanz auf einer Blaulichtfahrt schleuderte, sich aber zum Glück noch fangen konnte. Cyberpresse titelte kurz und bündig: L’enfer blanc, also die weisse Hölle.
Wie Cyberpresse berichtet, sind zur Zeit auch unzählige Strassen wegen dem Schnee gesperrt und es wird von Fahrten auf diversen Routen abgeraten. Allerdings beruhige sich die Situation langsam wieder – hoffentlich so, dass ich morgen Vormittag wie geplant nach Québec City reisen kann…

Zusammen mit dem Schnee vom Mittwoch liegen nun auf der schonSortir la voiture de la neige vorher dicken Schneedecke etwa 40cm Neuschnee. Nachdem vor einigen Tagen dank dem mehrtägigen Wärmeeinbruch (etwa +2°C) in den Parks auch an den schattigeren Orten die Abfalleimer und Lehnen der Sitzbänke gerade wieder knapp aus dem Schnee herausragten, ist nun von diesen Kübeln und Bänken erneut nichts mehr zu sehen. Auch die Autofahrer müssen sich zuerst körperlich betätigen bevor sie losfahren können (siehe Bild).

Die Schneeräumung verursacht hier in Montréal riesige Kosten und der ungewöhnlich schneereiche Winter bringt gewisse Arrondissements in finanzielle Schwierigkeiten. Pro tempête mit ca. 20cm Schnee rechnet die Stadt mit Kosten von 15-20 Millionen Dollar! Nach dem neuen Schneesturm ist die über 3000köpfige Schneeräumungsequipe mit Tausenden von Fahrzeugen wieder rund um die Uhr im Einsatz. Camion de déneigement à Montréal
Nachdem die Strasse geräumt ist, wird jeweils der gesamte Schnee mit Lastwagen aus der Stadt transportiert um die Parkplätze am Strassenrand weiterhin benutzen zu können. Allerdings sind auch diese Schneedepots langsam voll und die Leute wissen nicht mehr, wohin mit dem Schnee…

Feuer!

March 8th, 2008

Letzte Nacht hat es zum dritten Mal innerhalb eines Jahres in unmittelbarer Nachbarschaft meiner WG an der Avenue Mont-Royal Est in Montréal gebrannt. Dieses Mal hat es das Fruchtgeschäft (“fruiterie”) auf der anderen Strassenseite, “Passion des Fruits”, erwischt.
Meine Mitbewohnerin erwachte etwas nach 1 Uhr morgens, während ich seelenruhig weiterschlief bis ich um 3:30 auf die Toilette musste. Danach wunderte ich mich über den ungewöhnlichen Lärm draussen vor meinem Fenster und schaute mal raus – Camion de pompiers de Montréal die Szenerie war beeindruckend: Nicht weniger als acht (ja, 8!) Feuerwehrautos, drei Polizeiautos und eine Ambulanz standen draussen auf der Strasse! Unzählige Feuerwehrleute des service de sécurité incendie de Montréal SIM sorgten für einige Betriebsamkeit und eine beachtliche Geräuschkulisse, die mich am erneuten Einschlafen hinderte. Der Einsatz war jedoch praktisch abgeschlossen, Feuer sah ich keines mehr und nach etwa einer Stunde zogen die meisten Einsatzkräfte ab und es kehrte wieder Ruhe ein.
Heute Morgen wurden die Schaufensterfront des Ladens mit Brettern geschlossen (die Scheiben waren zerstört), ansonsten sieht man von aussen nicht viel. Verletzte dürfte es keine gegeben haben, als ich in der Nacht aus dem Fenster schaute, kamen die Sanitäter nämlich gerade gemütlich aus der Bar neben dem Brandort…
Mein tiefer Schlaf jedoch hat mich wieder einmal überrascht: dass ich nicht viel früher erwachte grenzt nämlich an ein Wunder. Die Sirenen der Feuerwehrfahrzeuge der Feuerwehr von Montréal sind in der Regel so laut und aggressiv dass es eigentlich unmöglich sein müsste, einfach weiterzuschlafen. Ein Beispiel einer Sirene aufgenommen vor dem Einkaufszentrum Complexe Les Ailes im Zentrum von Montréal gibt es bei YouTube:


Nun hoffe ich einfach dass ich selbst vom Feuer verschont bleibe oder dass ich dann wenigstens auch erwache…

Incendie 1
Blick aus dem Fenster nach rechts.

Incendie 2
Blick aus dem Fenster schräg nach links. Das Geschäft mit den heruntergelassenen Sonnenstoren brannte.

Incendie 1 noir

Incendie 2 noir

Chocolat Villars in Montréal!

March 3rd, 2008

Chocolat VillarsVor einiger Zeit war ich mit Alexandre in Montréal unterwegs. Bei der Suche nach Haselnüssen und Mandeln stiess ich bei der “Biscuiterie Confiserie Oscar” an der Rue St-Hubert auf ein sehr interessantes Schaufenster: es zeigte mehrere Produkte von Chocolat Villars!
Da kamen bei mir gezwungenermassen Heimwehgefühle auf… Wie oft hatte ich doch diese Schoggi genossen, wie oft gingen wir für einen Kaffee oder “un grand chocolat chaud” (“gcc” für Informatiker – also bitte fleissig C kompilieren) in die Boutique von Chocolat Villars, direkt neben der Uni im Pérolles in Fribourg. Auf der anderen Strassenseite hatte ich im ersten Jahr im zweiten Semester am Dienstag von 12 bis 14 Uhr eine Mathe-Vorlesung, wobei die Konzentration häufig unter dem Schokoladen-Duft litt…
Beim Anblick dieser Schokolade gingen mir viele solche Erinnerungen an Fribourg durch den Kopf und irgendwie wurde mir auch so richtig bewusst, dass jetzt ein Lebensabschnitt, nämlich das Studium in Fribourg, vorüber ist. Dabei kam durchaus etwas Wehmut auf, die Zeit in Fribourg war zwar streng aber schön! Und im April werde ich nach meiner Rückkehr in die Schweiz ganz sicher wieder bei Chocolat Villars vorbeischauen und mich mit Schokolade eindecken – insbesondere nach dem “kalten Entzug” hier in Montréal…

Produits Chocolat Villars à Montréal

Boîtes Cadeaux Chocolat Villars
Die Boîtes Collection von Chocolat Villars gibt es auch in Montréal.

Les larmes de Chocolat Villars
Und auch die Larmes d’Edelweiss und die Larmes de Liqueurs gibt es hier.

SBB-GA mit Studentenrabatt

February 25th, 2008

Nach meiner Rückkehr im April werde ich sofort wieder das SBB-GA brauchen, ein Leben in der Schweiz ohne dieses Abo kann ich mir irgendwie nicht mehr vorstellen. Bisher konnte ich das GA immer zum Jugendtarif kaufen. Da ich aber SBB-technisch mittlerweile zum Alteisen gehöre, habe ich mich auf die Suche nach entsprechenden Informationen gemacht.
Meine Lösung ist einfach: Bruder Silvan hat das GA bereits und er hat den Wohnsitz noch bei den Eltern. Da ich erst später zügeln werde, werde ich im April den Wohnsitz auch noch bei den Eltern haben. Damit kann ich das Partner-GA kaufen und spare so einiges an Geld.

Bei der Suche nach den genauen Bedingungen für das GA bin ich auf eine neue GA-Variante gestossen: Ab dem 1. April 2008 gibt es bei den SBB das GA Junior für Studierende. Studierende (Universität, Fachhochschule) im Alter von 26 bis 30 Jahren kriegen damit das GA zum gleichen Preis wie 16 bis 25-Jährige, im Moment 2250.- für die 2. Klasse. Ich finde das neue Angebot eine sehr gute Sache, schliesslich ist nicht einzusehen warum ein 26jähriger Student mehr bezahlen soll als ein 25jähriger. Mehr Geld hat er ja kaum zur Verfügung.
Kurios finde ich allerdings dass es den Studentenrabatt auch für das GA für die 1. Klasse gibt. Student und 1. Klasse – irgendwie ist das für mich ein Widerspruch…

Postina: A Publish/Subscribe Middleware Designed for Massively Multiplayer Games

February 22nd, 2008

I have just submitted my master thesis! Now, I have completed everything for my Master of Science in Computer Science, that is I have finished my studies!

In my project I developed Postina, a new network layer for Mammoth (an MMOG). Everything about Postina (including sources) is available online at http://postina.zindel.org.

The abstract is:
Postina is a network middleware designed for massively multiplayer online games (MMOG). It combines publish/subscribe functionalities with direct messaging, a feature of critical importance for MMOGs.

In MMOGs, numerous messages such as state updates are sent to different clients. While some messages must be multicast to a large group of clients, other messages are private and sent to a single client only. Using a traditional client-server approach limits the number of simultaneous players, a property that is undesired in MMOGs. A potential solution would be to use publish/subscribe systems which are designed for scalability. Pure publish/subscribe systems, however, do not provide any possibility to send a message directly to a single client as the peers do not have any knowledge of the network topology.

In this thesis we first study different publish/subscribe systems and the features they offer to choose an appropriate middleware providing the required functionalities for MMOGs. Additionally, we design Postina, an API for network layers in MMOGs that offers a convenient interface combining publish/subscribe and direct messaging. We then implement a version of Postina using Scribe, a topic-based publish/subscribe system built on top of the distributed hashtable Pastry. To fulfil the requirements of MMOGs, we add extra features such as reliable direct messaging and the capability of issuing subscriptions for other clients. This version of Postina is then integrated into Mammoth, the massively multiplayer game research framework developed at McGill University. Finally, the efficiency of the new network layer is tested to determine the maximum number of simultaneous players.

Kalt, Warm, Kalt

February 22nd, 2008

Petrus kann sich wohl noch nicht entscheiden, ob er nun in Montréal einen verfrühten Frühling oder einen normalen Winter haben will: Die Temperaturschwankungen sind im Moment extrem. Auf kalte Tage mit Tageshöchstwerten von ca -15 bis -20°C folgt plötzlich ein warmer Tag mit Temperaturen über dem Gefrierpunkt. Beispielsweise war es am Montag letzte Woche etwa -20° Grad kalt, zudem wehte ein aggressiver Wind. Danach blieb es bei ungefähr -10°. Am Montag diese Woche dann war es aber ungewöhnliche 6°C warm, die letzten Tage wieder -15°.

Die Kälte macht mir überhaupt nichts aus. Ich ziehe einfach die wärmeren Handschuhe sowie ab ungefähr -15° einen Schal an. Das reicht mir völlig um auch bei gefühlten -28°C den rund 3.7km langen Weg an die Uni zu Fuss zurückzulegen. Dafür bin ich ziemlich genau 40 Minuten unterwegs.
Wegen den warmen Tagen wird der Weg manchmal allerdings mühsam: An den vereinzelten warmen Tagen schmilzt ein Teil des Schnees auf den teilweise sehr schlecht geräumten Trottoirs. Da es zu allem Überfluss noch einen Mangel an Schächten hat, kann das Schmelzwasser nicht wirklich abfliessen. Wenn die Temperaturen am nächsten Tag wieder weit unter den Gefrierpunkt fallen, wird das Trottoir zu einer reinen Eisbahn. Tageshöchstwerte von -10°C und autofixierte Räumungsequipen sorgen dann dafür, dass das auch für längere Zeit so bleibt.