Archive for August, 2006

Dürftiger Cupsieg, Velo

Donnerstag, August 31st, 2006

Heute konnte ich mein M-Budget-Velo abholen, es war bei der Migros im Service (gratis dabei). Leider wirkte der nicht gerade lange: Nach nur etwa einem Kilometer fing das Velo wieder an, ständig zu ächzen als würde ich es übermässig belasten. Werde also morgen nochmals dorthin müssen.

Heute war Volleyball im Mittelpunkt meines Tagesprogrammes: Am Nachmittag erledigte ich diverse Dinge für das Volleyball und am Abend fuhr ich mit der 2.-Liga-Mannschaft nach Bazenheid an das Cupspiel gegen den 4.-Ligisten Volley Kirchberg. Trotz sehr dürftiger Leistung gewann das Team von Volley Pizol mit 3:1. Allerdings wäre dieser Satzverlust gegen diesen Gegner eindeutig nicht nötig gewesen. In der zweiten Runde spielen „meine“ Leute gegen die Appenzeller Bären aus der 1. Liga.
Eine Bildergalerie vom Spiel gibt es unter www.volleypizol.org

Bachelor of Science in Computer Science

Mittwoch, August 30th, 2006

Genau dies, also Bachelor of Science in Computer Science ist die offizielle Bezeichnung des Studienganges den ich heute definitiv abgeschlossen habe. JUHUI! Der Reihe nach: Meine Nebenfacharbeit, die ich in den letzten Tagen aus dem Boden stampfen musste, wurde mit der Note 4.5 akzeptiert. Kritik war, wie in den drei anderen Nebenfacharbeiten zuvor, dass ich zu wenig Literatur habe und Beispiele und Erläuterungen nicht mit Literatur belegt habe. Anders ausgedrückt: Ich habe mich zu stark auf meine eigenen, grauen Hirnzellen verlassen und zuviel Eigenleistung erbracht… Aber das ist mir egal, ich habe die Bestätigung dass ich das Nebenfach „Journalistik und Kommunikationswissenschaften“ mit „Magna cum laude“ bestanden habe. Mehr will ich nicht.
Mit dieser Bestätigung spazierte ich dann zur überaus freundlichen zuständigen Person auf dem Mathe-Dekanat. Wie schon in den Mails war Frau Schwaller auch heute Morgen sehr freundlich und nett. Dieses Dekanat ist übrigens nicht irgendeine abgehobene Stelle, sondern eine Holzbaracke (seit eh und je). Aber es tuts und wie mal ein Dekan zu uns meinte: Wir sind näher bei den Leuten so als.

Heute Mittag ging ich in Fribourg schon wieder auf den Zug heim und irgendwo zwischen Zürich und Sargans hatte ich dann die Idee, ich könnte ja den 96-jährigen Grosspapa Marcus in Rebstein besuchen. Kurzes Telefon (39sec) und alles war abgemacht, ich fuhr also weiter und besuchte ihn. Um 18 Uhr ging ich wieder heim, da er an einen Rosenkranz für einen ehemaligen Schüler ging. Dieser starb im Alter von 84 Jahren. Wie er selbst waren auch alle seine 6 Kinder bei Grosspapa in der Schule…

Heute bin ich übrigens wieder mal Cousin geworden. Heute kam nämlich Laurin, Sohn von Andrea (Tante) und Thomas Kohler-Schenk, auf die Welt. Der Kleine kann hier sogar im Internet bestaunt werden.

Arbeit und Verkehr

Dienstag, August 29th, 2006

Heute Morgen habe ich die Arbeit für das Nebenfach an die Sekretärin des Departements gemailt, am Nachmittag teilte sie mir mit, ich könne die Bestätigung morgen Vormittag abholen. Scheint also dass sie akzeptiert wurde – damit wäre mein Nebenfach und mein Bachelor in Informatik FERTIG! Morgen gehts zur Sekretärin und dann auf das Dekanat der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät. Von diesen habe ich übrigens eine Rechnung über 160 Franken erhalten, für die Prüfungsgebühren des 2. und 3. Jahrs. Ist günstiger als beim Nebenfach (Wirtschaftsfakultät), dort muss man pro Prüfungsversuch CHF 20 bezahlen. An der Mathefakultät sind es 2 Franken pro ECTS, was in der Informatik in der Regel 10 Franken pro bestandene Prüfung bedeutet. Und im zweiten und dritten Jahr hatte ich für das Hauptfach insgesamt 14 Prüfungen.

Beim Überqueren der Strasse muss ich im Moment extrem aufpassen. Schaue immer zuerst nach rechts und will dann loslaufen. Das ist aber hier mit dem Rechtsverkehr relativ gefährlich. Habe das Gefühl, die Rückgewöhnung hier ist schwieriger als die Angewöhnung in England. In England war nämlich klar, dass ich mich darauf konzentrieren muss. Hier kenn ich aber alles und es ist alles automatisch. Nur dass die Automatismen gestört sind…

Heute im Zug nach Fribourg konnte ich wieder Mal so etwas typisch Schweizerisches beobachten: Viele Leute im Zug, ruhiger Zug und vor allem die Beschäftigung der Leute:

  • die junge Frau vis-à-vis von mir las eine ETH-Mathe-Dissertation, schlief aber bald ein (oh Wunder bei dem Buch…)
  • ein Mann im Abteil nebenan hörte Musik und schlief
  • sein Gegenüber las Zeitung
  • eine Reihe weiter waren ältere Ausflügler. Sie hatten unter anderem Pilze gesammelt. Die eine Frau nahm dann ein Sackmesser hervor und rüstete im Zug die Pilze, damit es daheim schneller gehe.
  • ich las zuerst einen Teil meiner Abstimmungsunterlagen (fürs erste Mal die Erläuterung zu den Anpassungen der Verfassung des katholischen Konfessionsteils des Kantons St. Gallen). Diese Lektüre war so erfrischend dass ich anschliessend auch ein Nickerchen machen musste…

Wieder einmal ein Beweis, dass man den Zug für vieles gebrauchen kann. Ein wichtiges Argument für mich, nicht das Auto sondern den Zug zu nehmen…

GA-Besitzern habe ich noch einen Tipp: Wenn man das GA längere Zeit nicht braucht, kann man es deponieren, d.h. am Bahnhof abgeben. Das kostet CHF 10.-, dafür erhält man dann eine Gutschrift von bis zu 30 Tagen (natürlich abhängig von der Dauer der Hinterlegung). Dazu erhält man eine Karte. Mit dieser kann man am ersten Tag (Tag an dem man das GA deponiert) wie mit dem GA herumreisen. Kommt man aus den Ferien zurück, stempelt man die Karte in einem Automaten ab und kann sie wieder als Tageskarte benutzen. Perfekt also für Ferien.
Ich konnte so das GA in Sargans deponieren und mit der Karte nach Basel-Mulhouse fahren. Am Montag, nach meiner Landung, stempelte ich die Karte ab und fuhr heim. Heute habe ich mein GA wieder geholt und erhielt einen Bon. Für die 30 Tage werden mir bei der nächsten GA-Verlängerung 181 Franken angerechnet (bei einem Junior-GA-Preis von 2200.-).

Heute habe ich noch das Ticket nach Florenz gekauft. Kostet mich als Junior und GA–Besitzer 53 Franken. Die günstigste Variante wäre Smartprice gewesen: 30 Franken für eine beliebig lange Strecke mit dem Cisalpino. Gab es leider keine mehr. Die zweitgünstigste Variante wäre mit Fr. 45.- ein Click&Rail-Ticket gewesen. Dummerweise gibts für nächsten Sonntag für diese kein Kontingent, es gab von Anfang an nur Tickets für Fr. 70.- was mir zu teuer war.

Back home

Montag, August 28th, 2006

So, nach einer einigermassen problemlosen Reise bin ich wieder in der vertrauten Schweiz.

Die englischen Züge am Morgen fuhren, oh Wunder, pünktlich ab und zwar in York und Leeds. Vermutlich weil eh kaum jemand so früh unterwegs war weil heute Feiertag („bank holiday“) war. Um wenigstens einen gewissen Grad an Normalität zu haben, blieb der Zug unterwegs ein paar Minuten stehen damit ich in Liverpool so etwa 7 Minuten zu spät ankam. Wäre ja sonst gar komisch gewesen 😉 Danach fuhr ich mit dem Bus zum Flughafen und musste dort eine halbe Stunde warten bis mein Checkin öffnete. Dort musste ich dann feststellen dass mein Koffer zu schwer war und ich deshalb meine darin versorgte Wasserflasche wieder rausnehmen musste (im Handgepäck sind ja Flüssigkeiten verboten). Naja, was tun? Ganz einfach: leertrinken. So kam es, dass ich bis 10.30 heute morgen bereits 2.5 Liter Wasser „gesoffen“ hatte. Dafür gab es danach bis zum Bahnhof Basel um 18.20 nichts mehr, auch nichts zu Essen.
Die Sicherheitskontrolle ging erstaunlich rasch über die Bühne, auch wenn ich meine Schuhe zum Röntgen ausziehen und in eine Box legen musste. Sonst haben die meinen Rucksack eigentlich nicht angeschaut (ausser natürlich geröntgt), also da hätte man problemlos Flüssigkeiten reinschmuggeln können.

Danach ging das grosse Warten los. Zum Glück hatte ich den Laptop dabei und konnte etwas programmieren. Zu allem Überfluss hatte mein Flug noch eine Stunde Verspätung, so dass ich 4h vor dem Flug eingecheckt hatte… Der Flug selbst ging dann relativ problemlos über die Bühne und auch mein Gepäck erhielt ich in Basel brav zurück. Danach wollte ich den Bus zum Bahnhof nehmen. Und da stand bei der Abfahrtszeit einfach „Stau“. Die Autobahn war zu und deshalb ein Chaos in der Stadt. Trotzdem konnte ich in Basel noch ein Sandwich und ein Fläschchen zu trinken (Mivella…) ergattern bevor ich in den Zug spurtete. Um 20.35 war ich wieder daheim in Sargans.

Letzter Tag in England

Sonntag, August 27th, 2006

So, mein letzter Tag in England ist praktisch vorueber, morgen frueh um 6.26 Uhr faehrt mein Zug. Heute habe ich nicht mehr viel gemacht. Am Morgen und Anfang Nachmittag noch meine Arbeit fuer die Uni fertig gemacht, diese an Tante Judith zum Korrigieren gemailt und dann etwas gepackt. Danach ging ich noch kurz in die Stadt um fuer Judith Prospekte ueber York zu holen. Die gute Dame auf der Touristeninformation schien nicht gerade begeistert zu sein von meinem „Besuch“, aber ich erhielt die Flyer.
Also, morgen um 6.26 faehrt mein Zug und wenn alles gut geht bin ich so zwischen 20 und 22 Uhr in Sargans. Am Dienstagmorgen korrigiere ich dann noch meine Uni-Arbeit, schicke die ab und gehe am Abend selbst nach Fribourg. Am Donnerstagabend gehe ich mit unserem 2.-Liga-Team an das erste Cupspiel, am Freitag in den Zivilschutz und am Sonntag nach Italien.

Pruefung – Cheers

Samstag, August 26th, 2006

Heute hatte ich die IELTS-Pruefung. Die Pruefung war in einem College hier in York und ich hatte rund 40 Minuten (zuegig gehen) bis ich dort war. Die Pruefung war dann im Untergeschoss und jeder Kandidat hatte einen eigenen Tisch, allerdings einen sehr kleinen. Das ging noch, aber am schlimmsten waren die Stuehle – ich glaube, ich bin noch nie auf so einem unbequemen Stuhl gesessen…
Die Pruefung selbst ging ganz gut, glaub ich. Das Reading war etwas muehsam, weil man zwei Mal zu einem Text die Abschnittstitel auswaehlen musste (zu ca 8 Abschnitten waren 10 Titel vorgegeben) und zwei Mal Fragen mit „Yes“, „No“ oder „Not given“ beantworten musste – naemlich ob der Autor dies gesagt habe oder nicht. Diese zwei Typen von Aufgaben habe ich gar nicht gerne, liegen mir nicht wirklich. Aber was solls, hoffentlich sind sie trotzdem richtig. Das Reading ist naemlich eigentlich meine Staerke und bei den meisten Versuchen haette es zur Hoechstnote gereicht. Mal schauen, wie das heute war. Beim Listening duerfte ich das meiste richtig haben, nur an einem Ort war ich unsicher. Das Writing war nicht schlecht, auch wenn mir das vorgegebene Thema ueberhaupt nicht passte: Diskussion ob Kunst und kulturelle Aktivitaeten mit Regierungsgeldern unterstuetzt werden sollte. Man schreibe dazu mindestens 250 Woerter, inklusive Einleitung und Schlussfolgerung. Die Argumente beider Seiten muessen vorkommen. Das Speaking war dann ganz gut, die Viertelstunde war blitzschnell vorbei.
Das Resultat der Pruefung erhalte ich in zwei Wochen per Post. Bin gespannt, was ich fuer Noten kriege.

Wohl eines der meistgenutzten Woerter hier in England duerfte „Cheers“, zu Deutsch „Prost“. Dies wird mittlerweile fuer fast alles gebraucht. So zum Beispiel zum Danke sagen. Oder um Bye zu sagen. Oder einfach so. Immer wieder wird das magische Woertchen benutzt. Wer Lust hat kann das ja mal auf Deutsch probieren – einfach statt „Ciao“ mal „Prost“ sagen und die Reaktion des Gegenuebers beobachten. Duerfte ziemlich verdutzt rein schauen…

Cheeeeese!

Freitag, August 25th, 2006

Jeden Freitag wenn einige Leute die Klasse verlassen (so wie ich heute) ist Knipse-Zeit. Alle legen ihren Fotoapparat auf einen Tisch, eine sich freiwillig als Fotograf opfernde Person gesucht und dann stehen alle schoen fuer ein Gruppenfoto hin. Das Opfer hat dann das Vergnuegen, mit allen Kameras der Reihe nach ein Foto zu machen – und selbstverstaendlich laecheln alle brav und sagen dazu moeglicherweise noch cheese…
CCTV-Schild
Hier in England gibt es einen speziellen Grund, immer schoen zu laecheln: Die Briten sind naemlich ein Volk von Fernsehstars. Praktisch jeder Flecken ist videoueberwacht, ueberall sind grosse oder kleine Kameras installiert und an fast jeder Ecke prangt ein „CCTV in operation“-Schild. CCTV steht dabei fuer „Closed circuit TV“ und meint eben diese Videoueberwachung.

Ueberwacht wird wirklich fast alles: Stadtzentrum, Unigelaende, Busse (im Innern), Zuege, Parkplaetze, Laeden, Ausstellungen – einfach so ziemlich ueberall. Wenn stimmen wuerde, dass Videoueberwachung die Sicherheit erhoeht, dann muesste Grossbritannien wohl das absolut sicherste Land der Welt sein. Trotzdem sind sie staendig in grosser Terror-Aufregung und die bedrohte Sicherheit ist ein permanentes Thema.

Auf dem Unigelaende hat ein Witzbold neben die Kamera des Hinweisschilds eine laechelnde Person hingezeichnet und daneben „cheese“ hingeschrieben. Also, wenn sich jemand ueber einen Briten wundert, der laechelnd durch die Strasse spaziert – jetzt ist klar warum. Cheese!

Bibliotheksbesuch

Donnerstag, August 24th, 2006

Um meine Arbeit fuer das Nebenfach mit einigen Zitaten und Quellenangaben ausstatten zu koennen, habe ich im Internet (inkl. online-Bibliothekskatalog) nach Buechern gesucht und gefunden. Eine Lehrerin erklaerte mir dann, wie ich zur Bibliothek auf dem Campus der Universitaet York komme um die Buecher zu konsultieren. Gestern Mittwoch machte ich nach der Schule einen ersten Ausflug in die Bibliothek. Leider hatte ich nur etwa 45 Minuten Zeit, da die Bibliothek schon um 17.15 schloss (Ferienplan). Trotzdem war es recht nuetzlich.
Ausleihen durfte ich die Buecher nicht, aber immerhin durfte ich die Bibliothek nutzen und mir eine aufladbare Kopierkarte kaufen (die vererbe ich dann der Lehrerin) um Kopien zu machen. Da die Dame an der Reception sehr freundlich Auskunft gab und mir das System erklaerte (inkl einer kleinen Broschuere die das System erklaert sowie Karten fuer jeden Stock), fand ich die Buecher sehr rasch. Wegen der fruehen Schliessung wiederholte ich den Ausflug heute, ebenfalls nach der Schule, nochmals. Damit habe ich nun alles Material zusammen und dank drei Nachtschichten am Stueck auch schon einen grossen Teil der Arbeit gemacht.

Die Fahrt mit dem Bus zum Universitaetsgelaende war mit Hindernissen ausgestattet: Das Ticket muss direkt im Bus gekauft werden – aber nicht etwa bei einem Menschen sondern an einem Automaten, der nicht mal Retourgeld gibt. Das Retourticket kostete 2.50 Pfund, also fast 6 Franken – fuer 10 Minuten staedtische Busfahrt pro Weg. Auf dem Ticket war ein Strichcode aufgedruckt, den ich am Anfang der Rueckfahrt einlesen musste. Das ging erst als mir der Chauffeur half. Der Scanner ist sehr heikel, man muss das Ticket genau richtig hinhalten und vor allem darf kein Teil eines Fingers im Scanbereich sein (auch nicht ohne den Strichcode abzudecken).
Der Fahrer ist in diesen topmodernen Bussen uebrigens in einer Kabine abgeschottet und hat im Normalfall keinen Kontakt mit den Passagieren. Dafuer werden die Passagiere permanent gefilmt.

Weitere Ueberraschung

Mittwoch, August 23rd, 2006

Waehrend ich fleissig und wie eine Nachteule an der Arbeit fuer das Nebenfach arbeitete, hatte ich letzte Nacht eine grandiose Idee: Ich koennte doch mal der Nebenfachsekretaerin eine Mail schreiben, sie solle doch bitte ueberpruefen ob sonst alles in Ordnung ist und alle Daten vorhanden sind. Siehe da, das Nebenfach war fuer eine weitere Ueberraschung gut: Gemaess Ihren Daten habe ich 6 Vorlesungen bzw deren Pruefung nicht gemacht. Von meinem kleineren Schock erholte ich mich jedoch rasch – alle aufgelisteten Vorlesungen habe ich gemacht und bestanden. Grund ist wohl dass mitten in meinem Studium das Pruefungs-Anmeldesystem gewechselt wurde. Zuvor musste ich mich beim Departement fuer Pruefungen anmelden (diese Noten hat sie), jetzt muss man sich beim Dekanat anmelden (und alle diese Noten fehlen). Dies teilte ich dann der Sekretaerin mit dem jeweiligen Pruefungsdatum mit. Sie wird sich nun beim Dekanat nach meinen Noten erkundigen, damit dann auch alles klappt.

Zeltender und trommelnder Erzbischof

Montag, August 21st, 2006

Der Erzbischof (archbishop) von York, der in der Hierarchie der englischen Kirche nach dem Erzbischof von Canterbury an zweiter Stelle steht, hat sich eine spezielle Art des Protestierens ausgewaehlt: Um auf die Leidtragenden auf beiden Seiten des israelisch-libanesischen Konflikts aufmerksam zu machen hat der Erzbischof eine Woche lang gefastet (nur Fluessigkeiten), jede Stunde fuer die Opfer gebetet und vor allem in einem Zelt im Minster (Kathedrale) uebernachtet! Dazu hat er auf die jaehrliche Familienferienwoche verzichtet. Zudem hat er sich am Ende einer Messe vom Kanonikus die Kopfhaare abrasieren lassen (siehe Foto auf der Website der Dioezese).
Gestern Sonntag hat der aus Afrika stammende Erzbischof, the Most Reverend and Right Honourable Dr John Sentamu, sein oeffentliches Fasten beendet. Nicht ohne vor den Medien nochmals auf die Leiden der Leute hinzuweisen und die Gewalttaten zu verurteilen.
Nachdem ich das letzte Woche in der Zeitung gelesen hatte, wurde mir auch klar, warum ich bei meinem Besuch im Minster dieses so komisch unpassende Zelt angetroffen hatte…
Zur Illustration: In meiner Galerie oder BBC News. Wer noch mehr ueber die Motivation des Erzbischofs lesen will, dem kann ich den entsprechenden Artikel im Guardian vom 17. August empfehlen.

Der 57-jaehrige Erzbischof scheint sowieso eine recht aufgeschlossene und modern eingestellte Person zu sein: Wie ich an der Fuehrung durch das Minster lernte, finden jeden Januar zwei Studentenparties statt – im Minster, dort wo sonst Kirchenstuehle stehen. Jetzt drei Mal raten, wer bei den Trommeln den Ton oder besser den Takt angibt und spielt – richtig, Seine Exzellenz der Erzbischof! Man stelle sich mal das in einer katholischen Kirche, vorzugsweise mit Erzbischof Haas, vor…
Viele Infos und Fotos gibt es auch auf der Website der Dioezese York.

Kleine (aber fuer mich wichtige…) Meldung am Rande noch: Bei meinem Nebenfachproblem scheint sich eine Loesung abzuzeichnen. Mehr dazu spaeter.