Archive for Oktober, 2006

Start mit Schrecken am Ende

Freitag, Oktober 27th, 2006

Heute hatte ich meinen ersten Schiedsrichter-Einsatz der Saison 2006/07. Als zweiter Schiri pfiff ich das 3.-Liga-Herrenspiel zwischen Galina Vaduz und Chur (Chur gewann 3:1). Mit meiner Leistung war ich eigentlich ganz zufrieden, machte nur wenige Fehlentscheide.
Bei den Schirieinsätzen bin ich jeweils voll auf das Spiel (bzw. als zweiter Spieler auf die Aufstellung und den Bereich Netz/Mittellinie) konzentriert und nehme das um mich herum kaum mehr wahr. Heute kam dazu dass es in der Halle extrem heiss war und ich schwitzte als würde ich selbst intensiv Sport treiben.
Nach den Spielen brauche ich deshalb oft ein Weilchen bis sich die Anspannung und Konzentration wieder gelöst hat. Meistens reicht dabei der Heimweg. Heute allerdings nicht: Ich konnte mit den Churern bis nach Sargans fahren und das letzte Stück bis heim gemütlich spazieren und die frische Luft geniessen. Doch nach etwa 100m kam ich auf die (blöde) Idee etwas zu Essen aus dem Rucksack zu nehmen – und fand dabei meine Schlüssel (Wohnungsschlüssel Sargans, Wohnungsschlüssel Marly, Büroschlüssel Uni, Kastenschlüssel, Veloschlüssel etc) nicht mehr. Halb in Panik durchsuchte ich den Rucksac, und fand nichts. Deshalb telefonierte ich sofort heim (könnte ja sein dass ich sie zu Hause vergessen hatte) – dort waren sie auch nicht.
So ging ich so rasch als möglich heim um den Rucksack noch genauer zu durchsuchen und allenfalls nochmals nach Vaduz zu fahren. Doch, das wurde zum Glück nicht nötig, die Schlüssel hatten sich nur in einem kleinen Fach im Rucksack versteckt (waren dort reingerutscht) – und meine Erleichterung entsprechend gross. Entspannt bin ich aber trotzdem noch nicht – aber kommt schon noch…

Erster Tag im letzten Jahr

Montag, Oktober 23rd, 2006

Heute hatte ich meine erste Vorlesung in meinem letzten Vorlesungs-Jahr an der Uni. Angefangen hat es heute mit „Advanced Software Engineering“. Dies ist eine Vorlesung die auf den Markt ausgerichtet ist, die derzeit aktuellen Technologien bei der Softwareentwicklung werden erklärt (inkl. Theorie) und dann gleich mit einem Projekt das einen grossen Teil der Note ausmacht umgesetzt.
Der Eindruck aus der Beschreibung hat sich heute in der ersten, dreistündigen, Vorlesung bestätigt: Diese Vorlesung ist wirklich nützlich, so ziemlich alle modernen Java-Sachen sind abgedeckt. Im Prinzip das was in fast jedem Stelleninserat verlangt wird. Damit ist diese Vorlesung eine ideale Sache für die Stellensuche – sonst ist die Uni ja sehr auf die Grundlagen und Theorie ausgerichtet und weniger auf die Praxis. Ich bin jetzt schon überzeugt dass diese praxisorientierte Vorlesung Spass machen wird! Freue mich auch auf das Projekt!
Die nächste Vorlesung habe ich erst am Mittwoch: traitement d’image. Das wird aber keineswegs ein Photoshop-Kurs oder so, sondern wirklich Theorie mit Algorithmen, also was hinter der Bildbearbeitung steckt. Tönt sehr interessant, auch wenn es sehr mathematisch werden wird (unter anderem steht die Fourier-Transformation auf dem Programm). Aber nachdem ich die mathematischen Informatik-Pflichtvorlesungen erledigt habe, schadet etwas Mathematik nichts. Ganz ohne die will ich auch nicht sein, da würde etwas fehlen. Es soll einfach in einem gesunden Ausmass bleiben…
Morgen Dienstag werde ich als Unterassistent arbeiten. Bereits für 8 Uhr sind die ersten Studenten angemeldet die ihr Projekt abschliessen wollen (oder müssen). Danach habe ich eine Sitzung mit dem Professor und einem Studenten der die Masterarbeit mit der Eisenbahn machen will. Der Assistent ist im Militär, also muss ich ihn vertreten…

Informatiker: eine bedrohte Spezies

Sonntag, Oktober 22nd, 2006

Logo UniFRAm Freitag war an der Uni Fribourg der Erstsemestrigen-Tag der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät, morgen Montag geht das Wintersemester 2006-07 los. Dabei scheint sich die Abwärtstendenz bei den Studierenden an den Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultäten fortzusetzen: Am Freitag kamen gerade mal 4 zukünftige Informatik-Studierende, insgesamt sollen 9 oder 10 mit Informatik anfangen, dazu etwa gleich viele (bzw. wenige) Wirtschaftsinformatiker. An der Uni Bern dürften es auch nicht wesentlich mehr sein und selbst die ETHs haben drastische Einbrüche bei der Anzahl Informatikstudenten. Fingen 2000 in Zürich noch 332 ein Informatikstudium an, so waren es 2004 und 2005 gerade noch etwa 130.

Diese Situation ist für die Studierenden eigentlich sehr komfortabel da sowohl das Betreuungsverhältnis während der Ausbildung als auch die Stellensituation hervorragend sind. Das ohnehin schon immer gute Betreuungsverhältnis am Informatikdepartement in Fribourg wird jetzt noch besser. Im zweiten und dritten Jahr sind es nämlich zur Zeit auch nicht viel mehr als 10 Leute die Informatik studieren. Wieviele es im Master sind (wo zumindest letztes Jahr viele Leute von anderen Unis oder Ingenieurschulen (Fachhochschule) kamen), werde ich sehen.
Logo Faculty of Science UniFREinen riesigen Nachteil hat dieses perfekte Betreuungsverhältnis allerdings: die Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät hat immer weniger Geld zur Verfügung. Schon jetzt steht fest, dass ein Professor der in 2 oder 3 Jahren pensioniert wird, nicht mehr ersetzt werden wird. Längerfristig ist die Informatik in Fribourg (und Bern) so vom Aussterben bedroht, in Neuchâtel liegt sie bereits im Sterben. Ein Vollstudium ist dort nicht mehr möglich.
Eine mögliche Lösung ist hier BENEFRI, eine intensive Zusammenarbeit der Universitäten Bern, Neuchâtel und Fribourg. Inbesondere bei den Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultäten ist die Zusammenarbeit hier schon sehr fortgeschritten. Beispielsweise könnte ich problemlos Vorlesungen in Bern oder Neuchâtel besuchen, diese werden automatisch angerechnet. Sogar das Zugsbillet wird zurückerstattet!

Eine schöne Seite dieser geringen Studentenzahlen ist die Situation auf dem Arbeitsmarkt: Informatiker mit Uni-Abschluss können sich die Stellen so richtig aussuchen weil der Markt so ausgetrocknet ist und Firmen oft Mühe haben, Informatik-Stellen zu besetzen. Eigentlich alle haben schon vor Studienende eine Job auf sicher. Kollegen, die mehr oder weniger kurz vor dem Ende stehen, haben sogar schon mehrere Angebote erhalten ohne sich überhaupt zu bewerben. Plötzlich kam einfach ein Telefonanruf, ob sie nicht Interesse an dieser Stelle hätten, sie würden sie gerne einstellen.
In naher Zukunft dürfte sich diese Situation sogar noch verschärfen: jetzt kommen langsam die Jahrgänge mit sehr wenig Informatik-Studierenden auf den Markt, die grossen Jahrgänge sind jetzt fertig. Zudem braucht es immer mehr hochqualifizierte Informatiker. Die Universitäten und Fachhochschulen in der Schweiz können diese Marktnachfrage mangels Studenten nicht decken, das Wachstum von gewissen Firmen wird jetzt schon ausgebremst weil sie nicht genügend Personal finden.
Die Aussichten für mich sind also sehr rosig – umso mehr freue ich mich auf die Stellen“suche“ und den ersten Job. Bis dann dauert es aber noch etwa 1 1/2 Jahre – die sicher sehr interessant werden.

Inline-Skate, mein neuer Sport

Samstag, Oktober 21st, 2006

Salomon Motion 7.0Nachdem mir ja bekanntlich mein Arzt wegen meinen zum Haarausfall passenden Altersbeschwerden (Arthrose) verboten hat, Volleyball zu spielen wie auch jeden anderen Sport mit Schlägen (ob Boxen dazu zählt weiss ich nicht…) auszuüben, musste ich mich nach knietauglichen Alternativen umschauen. Eine habe ich gefunden: Inline Skating. Vor zwei Wochen habe ich mir im Athleticum in Chur die Schuhe „Salomon Motion 7.0“ gekauft und diese gleich intensiv ausgetestet. Bin ganz zufrieden damit und Spass macht es auch.
Letzte Woche habe ich auch noch zwei Karten bestellt, eine für das „Heidiland„, eine für das „Rheintal„. Diese zwei Karten sind wirklich zu empfehlen. Gefunden habe ich sie bei www.swiss-skate-map.ch, bestellt bei www.books.ch.

Skatemap HeidilandDie Karten enthalten unzählige Routen vom Glarnerland bis nach Landquart (Heidiland) und von Trübbach bis nach St. Margrethen (Rheintal). Auf den Karten ist wirklich jedes Detail angegeben, sogar vor Hunden (insbesondere in der Rheinau mit den Bauernhöfen) wird gewarnt: Ein roter, schematischer Hundskopf ist an den „Gefahrenstellen“ eingezeichnet. Zudem hat es an verschiedenen Stellen Fotos. Diese sind mit einem Nümmerchen in der Karte markiert, unten auf der Karte sind entsprechende Aufnahmen von den Orten. Damit dürfte ich nun genügend Projekte für Ausflüge mit den Rollerblades haben – allerdings nur bis der Schnee kommt…

Die ersten drei Ausflüge machte ich schon, hier mal eine kurze Beschreibung (in Zukunft möchte ich über die einzelnen Ausflüge detailliert berichten, wenn möglich mit Fotos):
Meine allererste Fahrt führte mich durch die Sarganser Rheinau zum Rheindamm wo ich rheinabwärts fuhr. Bei Trübbach/Balzers überquerte ich den Rhein und fuhr auf der Liechtensteiner Seite des Dammes weiter. Dort ist der Belag feiner, zudem hat man nicht die Autobahn 5m nebenan. Auf dem Damm fuhr ich bis nach Vaduz wo ich über die alte Holzbrücke nach Sevelen fuhr. Danach rollte ich auf der Schweizer Seite des Dammes zurück Richtung Sargans. In Trübbach ging ich vom Damm weg und wollte über das Feld heim. dies war zwar grundsätzlich gut, aber das nächste Mal werde ich etwas länger auf dem Damm bleiben und nicht bei der Unterführung beim Bahnhof Trübbach weggehen. Dort muss man nämlich ein Stück auf dem Trottoir fahren, dann beim Fussballplatz vorbei (= steil hoch, steil runter) und danach kommt auch noch ein Stück Kiesweg. Wenn man erst bei der nächsten Abzweigung vom Rheindamm weggeht, kann man dies vermeiden.

Den zweiten Ausflug machte ich mit Christian, bei dem ich ja an der Uni arbeite. Wir fuhren mit dem Zug von Fribourg nach Murten. Dort schnallten wir die Schuhe an und rollten bis nach Neuchâtel. Bis auf eine kurze Abfahrt in Marin war praktisch die ganze Strecke über das Feld, zwischen Gemüsefeldern. Entsprechend hat die Fahrt wirklich Spass gemacht, auch wenn wir am Ende ziemlich müde waren.

Die bisher letzte Ausfahrt machte ich ebenfalls mit Christian. Wieder fuhren wir mit dem Zug nach Murten (ab Fribourg kommt man mit den Skates nirgends hin) um dann auf die Skates zu wechseln. Wie bei der Fahrt nach Neuchâtel gingen wir durch das Grosse Moos (Galmiz und so), statt jedoch links nach Neuchâtel wegzugehen fuhren wir bei Galmiz gerade aus weiter Richtung Kerzers, unser ursprüngliches Ziel. Dort angekommen fanden wir, es sei doch eine etwas gar Kalbkurze Strecke und fuhren weiter, Richtung Aarberg. Bei Hagneck (Bielersee) ging es jedoch nicht mehr weiter bzw. es hatte nur noch eine Naturstrasse. Deshalb gingen wir dort auf die Bahn und fuhren zurück nach Fribourg.
Ein witziges Erlebnis hatten wir bei Hagneck noch: Wir schauten zu wie ein Kalb aus einer Weide ausbrach. Es sprang einfach über den Zaun. Auf meinen Vorschlag hin wechselten wir die Schuhe, zogen unsere Schutzausrüstung ab und fingen das Kalb ein bzw. trieben es zurück in das eingezäunte Gebiet. Wir konnten also gleich noch eine gute Tat vollbringen – auch wenn der Bauer davon wohl nichts gemerkt hat, es sei denn das Kalb habe es ihm erzählt…