Archive for Januar, 2008

Traumtag im Schnee

Sonntag, Januar 27th, 2008

Schneeschuhspuren im WaldLetzten Sonntag machte ich einen via McGill Athletics gebuchten und von Détour Nature organisierten Ausflug mit Schneeschuhen in der Region des Lac Monroe, in der Nähe von Mont Tremblant. Der Trip kostete mich zwar etwa 50 Dollar (Carreise, Guide und Schneeschuhmiete), aber ich kann definitiv sagen dass es sich gelohnt hat. Der Tag war einfach absolut traumhaft, einer der schönsten Tage die ich bisher in Québec verbracht habe.

In den zwei Tagen vor dem Ausflug hatte es 25cm Neuschnee gegeben, alles war weiss überzuckert. Zudem war auch das Wetter perfekt: Sonnenschein und blauer Himmel. Insgesamt waren wir etwa 25 Leute die mit den Schneeschuhen loszogen, zudem waren im Car auch noch einige Langläufler.
Aussicht über Lac MonroeAusser uns schien es kaum andere Ausflügler zu haben und auch die 25 Leute verteilten sich rasch. Spuren der Zivilisation hatte es kaum, man sah keine Gebäude oder Strassen. Kurz, wir waren einfach mitten in der Natur! Kein Verkehr, kein Lärm, einfach nur Stille. Das einzige Geräusch war das Knirschen des Schnees unter den Schneeschuhen. Nach all diesem Lärm, Verkehr und gestressten Leuten in der Stadt war diese Pracht der Natur einfach eine Wohltat, das hat mir wirklich sehr gut getan!

AussichtDas Panorama war einfach bezaubernd. Obwohl wir weniger als 200m in die Höhe gingen, hatten wir eine traumhafte Aussicht. Die Gegend ist zwar die gebirgigste Region der Provinz Québec aber für Schweizer Verhältnisse trotzdem sehr flach. Entsprechend weit sieht man sobald man etwas in die Höhe geht.
Die Bilder vom Schneeschuhausflug beim Lac Monroe sind hier online.

Wichtig für unseren Ausflug war warme Kleidung. Lange Unterhosen, Skihosen, Thermounterleibchen, Faserpelzpullover, Winterjacke, Fausthandschuhe mit zusätzlichen Innenhandschuhen (ich trug also zwei Handschuhe), Thermosocken und Winterjacke waren Pflicht: bei unserer Ankunft um 10 Uhr morgens zeigte das Thermometer -28°C an.
Halbgefrorenes BächleinDank der warmen „Verpackung“ und der Bewegung hatte ich trotz der tiefen Temperaturen nicht kalt, ja ich konnte gar Kappe durch Stirnband ersetzen, die Innenhandschuhe streichen sowie die Jacke etwas öffnen.
Nur längere Pausen lagen nicht drin, das Mittagessen fiel entsprechend kurz aus. Ein kleines Problem hatte ich jedoch: das Wasser in der Flasche im Rucksack wurde unangenehm kalt – und gefror gar teilweise! So hatte ich bei der Mittagspause kaltes Wasser mit Eis in meiner Flasche

Mit meinem Arthrose-Knie hatte ich übrigens absolut keine Probleme. Obwohl ich etwa 11km auf den Schneeschuhen zurücklegte, spürte ich keine Schmerzen.
Für mich ist klar: wenn irgendwie möglich werde ich nochmals so einen Schneeschuhausflug machen!

Gelbe Première

Montag, Januar 21st, 2008

Gestern Samstag war ich in Vaudreuil an einem „Juvénile AAA„-Turnier im Einsatz. „Juvénile“ ist U18, AAA die höchste Kategorie. Obwohl sowohl die Mädchen als auch die Knaben spielten kam ich nur bei den Knaben zum Einsatz. Das Niveau war beachtlich, die Teams wären einer Schweizer 2.-Liga-Mannschaft absolut ebenbürtig gewesen.
Eigentlich wollte ich ursprünglich gar nicht an diesem Turnier pfeifen sondern einfach zur Erholung einen Tag Pause einschalten. Doch da dieses Wochenende sehr viele Turniere stattfanden, fehlte es an Schiedsrichtern. Nach entsprechender Bitte sagte ich deshalb zu, nach Vaudreuil zu gehen.

Der Tag hatte es doppelt in sich: einerseits durch die Länge und andererseits durch die Intensität der Spiele und vor allem eines Coachs. Bereits um viertel vor sieben morgens musste ich aus dem Haus, von 9 bis 19:30 war ich mit zwei einstündigen Pausen im Einsatz. Zu Hause war ich erst wieder um 21 Uhr.

Besonders intensiv war ein Spiel: Die Laune des einen Coaches verschlechterte sich nach dem klaren Sieg im Startsatz deutlich als sein Team im zweiten Satz klar in den Rückstand geriet. Wie so oft suchte der Trainer den Fehler bei allen nur nicht bei sich. Dieser Coach war der Meinung, der gegnerische Spieler habe zwei Mal beim Sprungservice (Ass!) die Grundlinie berührt und schickte deshalb den Captain zu mir. Ich erklärte diesem, ich hätte die Linie sehr genau angeschaut und der Spieler habe sie definitiv nicht berührt. Soweit normal, das kommt öfters vor.
Offenbar riss aber deswegen der (dünne) Geduldsfaden des Trainers definitiv. Der wohlbeleibte Herr fing an zu fluchen und mich zu beschimpfen. Ich rief den Captain zu mir und erklärte, das nächste Mal gebe es die gelbe Karte. Das half nicht besonders, der Coach machte weiter wie zuvor. Also rief ich den Captain nochmals zu mir – dieses Mal aber um ihm mitzuteilen dass der Coach eine Bestrafung, also eine gelbe Karte, erhalten würde. Diese Ankündigung setzte ich natürlich auch in die Tat um – allerdings erneut mit bescheidener Wirkung. Der Trainer wetterte weiter und zauberte allerlei Schimpfwörter (von denen ich leider die Mehrheit nicht ganz verstand, meine Kollegen sind zu höflich…) hervor.
Der zweite Schiri kam dann zu mir und meinte, eigentlich hätte der für diese Wörter die rote Karte verdient. Fand ich grundsätzlich auch, ich wollte ihm aber nochmals eine Chance geben und rief erneut den armen Captain zu mir und erklärte ihm, dass der Coach nun besser schweigen würde wenn er nicht die rote Karte wolle. Danach beruhigte sich der Trainer ein klein wenig, er verwarf zwar immer wieder die Hände und lachte hämisch über jeden Entscheid von mir, aber ich beschloss, ihn einfach zu ignorieren. Sein Team verlor das Spiel übrigens am Ende – wohl wegen ihm.

Nach dem Spiel hatten der zweite Schiedsrichter und ich eine Besprechung mit dem Schiedsrichterchef – das Spiel wird für den Coach noch Folgen haben. Der Schiedsrichterchef war mit meiner Aussage, dass ich doch sehr tolerant gewesen sei und gut Rot hätte geben können, absolut einverstanden. Der Trainer sei bekannt dafür, impulsiv zu sein. So schlimm sei er aber schon seit Jahren nicht mehr gewesen.
Grundsätzlich versuche ich immer, ohne Karten auszukommen. Dieses Mal hat dies leider nicht geklappt – zum ersten Mal in meiner Schiedsrichterkarriere! Normalerweise ist es ein schlechtes Zeichen wenn man nicht ohne Karte auskommt – aber bei diesem Spiel hatte ich wirklich nicht das Gefühl, schlecht gepfiffen zu haben und sah irgendwie keinen Grund warum der Coach auf mich wütend hätte sein sollen. Irgendwie hat mich das etwas irritiert, aber ich habe wohl einfach den falschen Coach im falschen Spiel erwischt…

Solche „giftigen Spiele“ habe ich nicht gerne, das entspricht nicht dem was ich unter Sportsgeist verstehe und ich bin froh sind die Volleyballerinnen und Volleyballer im Normalfall deutlich zivilisierter!

Fahnenschwingen

Montag, Januar 14th, 2008

Dieses Wochenende kam ich zu meinem Debüt als „Fahnenschwinger“ beziehungsweise Volleyball-Linienrichter. Gleich bei drei Spielen kam ich zum Einsatz, geplant wären allerdings vier gewesen. Zwei am Freitagabend an der Université de Montréal (zuerst die Frauen, dann die Männer) und zwei am Sonntagnachmittag an der McGill University (wieder zuerst die Frauen und anschliessend die Männer). Die Spiele vom Freitag waren zwischen den Teams der Université de Montréal und der Université de Sherbrooke. Am Sonntag duellierten sich die McGill-Teams mit den Teams der Université de Montréal.

Die Begegnungen waren Spiele der ligue universitaire, der höchsten Liga hier in Canada. Entsprechend war das Niveau auch ansprechend. Insbesondere das Damen-Spiel zwischen dem McGill und der Université de Montréal war an Spannung kaum zu überbieten – ebenso auch nicht in der Dauer: Der Fünfsätzer dauerte über 2 ¼ Stunden! Hier gehts zum Matchbericht von den McGill-Spielen am Sonntag und von den Spielen an der Université de Montréal am Freitag.

An allen Spielen hatte es 100-200 Zuschauer, die von einem Speaker immer über das Geschehen informiert wurden. Dieser Speaker stellte auch die Spieler und Offiziellen vor – also auch mich. Der französischsprachige am Freitag hatte ich sich vorgängig bei mir nach der Aussprache meines Nachnamens erkundigt, der am Sonntag wagte es ohne zu fragen. Erstaunlicherweise verstand ich meinen Namen sogar, es war fast richtig. Nur die Betonung war falsch und das Z etwas komisch – insgesamt war die Aussprache einigermasse korrekt, einfach mit starkem englischen Akzent.

Bei den Spielen am McGill wurde das Publikum vor Spielbeginn aufgefordert, aufzustehen um „unsere Nationalhymne“ zu singen. Alle schauten dann zu den aufgehängten Flaggen – wobei in der Mitte erstaunlicherweise nicht die kanadische Fahne hing sondern die von Québec (also der Provinz). Die kanadische war links davon, rechts davon die des McGill.

Da beim ersten Spiel der zweite Linienrichter nicht auftauchte und der Grundsatz gilt „einer ist keiner“ durfte ich am Freitag beim ersten Spiel nicht aktiv werden sondern musste zuschauen bis dann für das zweite Spiel ein kurzfristig organisierter Linienrichter eintraf. Das zweite Spiel sowie die zwei Spiele am Sonntag gingen dann problemlos über die Bühne. Ich wurde nie vom Schiedsrichter „überstimmt“ und es gab nie Diskussionen über Entscheide.

Die Arbeit als Linienrichter hat mir in diesen drei Einsätzen gut gefallen und ich werde mich noch zu weiteren Einsätze melden. Zudem hoffe ich, dass die Schweizer dann meine Einsätze hier anerkennen und ich in der Schweiz nicht mehr den Linienrichterkurs mit anschliessender Prüfung machen muss.

Umzug

Sonntag, Januar 13th, 2008

Letzten Mittwoch bin ich umgezogen, in eine andere WG mit schönerer Wohnung und ordentlicheren Mitbewohnern. Wir sind zu dritt: Meine Mitbewohner sind Akovi, der aus Afrika kommt, 6 Jahre in Genf gewohnt hat und jetzt hier in Montréal eine eigene Boutique mit afrikanischen Produkten führt („Couleurs d’Afrique„) und Anne-Marie, die Biologie studiert hat und jetzt bei Héma-Québec (entspricht dem Blutspendedienst des Roten Kreuzes in der Schweiz) im Labor Blutanalysen macht.

Die Wohnung ist etwas weiter weg vom McGill als die bisherige, ich brauche rund 40-45 zu Fuss bis an die Uni. Sie liegt an der Avenue de Mont-Royal Est, einer Strasse voller kleiner und grösserer Geschäfte wo immer viel los ist. Vom Verkehr höre ich dank Doppelfenster trotzdem nicht sehr viel.
Mein Zimmer ist etwa „normal gross“, absolut ausreichend für meine Bedürfnisse hier. Die Wohnung ist im ersten Obergeschoss und hat damit deutlich mehr Licht als die alte WG. Ausserdem sind wir zuoberst, womit uns niemand auf dem Kopf herumstampft.

Der Umzug ging eigentlich problemlos. Nachdem mein Hab und Gut in den Koffern verstaut war, marschierte ich damit rund 15 Minuten zur neuen Wohnung. Dieser Fussmarsch war allerdings ein Hindernislauf: am Mittwoch ist hier „Recycling-Tag“, d.h. dann werden die mit wiederverwertbaren Abfällen gefüllten Boxen eingesammelt. Diese grüne Boxen sind leider ohne Deckel und da es am Mittwoch ziemlich stark windete, lag überall Abfall herum. So musste ich meine zwei Rollkoffer immer wieder um eine solche grüne Box oder um Abfall herumzirkeln.

Meine neue Adresse für Fanpost und ähnlich angenehme Post ist:

Dominik Zindel
2005 Mont-Royal Est
Montréal, QC, H2H 1J7
Canada

Die Schweizer Telefonnummer 081 511 22 62 gilt immer noch, allerdings kommt zeitverschiebungsbedingt die meiste Zeit einfach der Anrufbeantworter. Die beste Methode, mich zu erreichen ist und bleibt E-Mail (dominik [at] zindel [punkt] org).

Hitzeschock

Mittwoch, Januar 9th, 2008

Letzten Donnerstag war es hier in Montréal mit gemessenen -24°C angenehm frisch (unter Berücksichtigung des Windes betrug die gefühlte Temperatur -34°C) . Überall lag nach mehreren tempêtes de neige viel Schnee. Kurz: es herrschten – wie es sich für den Januar gehört – so richtig winterliche Verhältnisse.
Damit ist es nun leider wenigstens vorübergehend vorbei: heute Dienstag kletterte das Thermometer auf stolze 10°C! Bereits gestern Montag war es ähnlich warm, zudem regnet es ständig mehr oder weniger stark. Entsprechend kann man dem Schnee praktisch beim Schmelzen zusehen – und in der Region gibt es bereits erste Probleme mit Überschwemmungen.

Persönlich wäre mir lieber wenn es weiterhin der Jahreszeit entsprechend schön kalt wäre. Temperatursprünge von 34° in wenigen Tagen finde ich unangenehm, man muss sich ständig umgewöhnen. Und dass es im Januar in Montréal 10°C warm wird sollte nun auch dem Letzten zu denken geben. Da soll noch jemand sagen, die Klimaerwärmung sei eine Erfindung von Hysterikern!

Meine neuen bundesrätlichen Freunde: Moritz, Micheline und Eveline

Samstag, Januar 5th, 2008

Ja, du hast richtig gelesen: Moritz Leuenberger, Micheline Calmy-Rey und Eveline Widmer-Schlumpf zählen seit heute zu meinen Freunden. Ja, es sind wirklich die drei, die Mitglied des Bundesrates, der Regierung der Schweiz, sind. Wer immer noch zweifelt, hier der Beweis:

Dominik and Micheline Calmy-Rey are now friends. 2:53pm
Dominik and Moritz Leuenberger are now friends. 3:03pm
Dominik and Eveline Widmer-Schlumpf are now friends. 3:07pm

Micheline hat mich sogar in die Bundesratsgruppe eingeladen, der Betreff eines Mails von heute:

Micheline Calmy-Rey invited you to join the group "Bundesrat-Conseil fédéral-Consiglio federale of...

Die meisten werden es gemerkt haben: es handelt sich um Facebook-Meldungen. Bundesratsfoto 2008Die Freundschaften habe ich natürlich auch nicht mit echten Bundesrätinnen und Bundesräten geschlossen, auch hat mich nicht die echte Micheline Calmy-Rey in den Bundesrat eingeladen. Nein, wie swissinfo berichtet hat ein Student aus Neuchâtel auf Facebook die Profile der sieben Bundesrätinnen und Bundesräte erstellt – mit echten, korrekten Daten. Sein Ziel ist es gemäss dem Artikel nun, dass die sieben Regierungsmitglieder möglichst viele „Freunde“ erhalten. Danach will er versuchen, diese zu überzeugen, ihr Profil zu übernehmen und es selbst zu betreuen.
Der Student sieht darin eine Chance für den Bundesrat, mehr Kontakt mit dem einfachen Volk zu haben – und vor allem auch, die jungen Leute etwas mehr für Politik zu interessieren. Ich würde meinen: Zumindest hervorragende Image-Werbung würde es für die Bundesrätinnen und Bundesräte sein, eine super Gelegenheit sich als modern und offen zu zeigen. Moritz Leuenberger hat ja mit seinem Blog schon einen Anfang gemacht. Jetzt könnte er da ja wieder eine Vorreiterrolle übernehmen.

Wie ich meine Freunde ausgewählt habe? Nun, Moritz Leuenberger und Micheline Calmy-Rey aus politischen, inhaltlichen Gründen. Aber warum denn Eveline Widmer-Schlumpf?!? Gewiss, politisch bin ich überhaupt nicht auf der gleichen Linie wie sie. Trotzdem verdient sie Unterstützung, sie hat viel Mut gezeigt als sie die Wahl annahm. Zudem politisiert sie fair und anständig, auch mit politischen Gegnern. Und sie ist Bündnerin.

Schneestürme die keine Stürme sind

Donnerstag, Januar 3rd, 2008

Gestern hat es in Montréal wieder geschneit, rund 20cm frischen Pulverschnee gab es. Mittlerweile scheint auch die Schneeräumungsequipe warm gelaufen zu sein, auf jeden Fall ging das Räumen deutlich rascher voran als bei den letzten Schneefällen und das Trottoir war am Morgen gepflügt und ich musste nicht wie das letzte Mal durch 40cm Neuschnee stapfen.

Solche Schneefälle werden hier tempête de neige oder auf Englisch snowstorm genannt (z.B. bei Radio-Canada). Wörtlich übersetzt gibt das auf Deutsch Schneesturm. Das ist aber falsch übersetzt und gibt den Sinn nicht korrekt wieder. Ein tempête de neige ist kein Sturm! Es hat mit dem was wir in der Schweiz unter Sturm verstehen, also starker Wind, nichts zu tun sondern bedeutet einfach dass es (eher stark) geschneit hat. Wenn die Medien in der Schweiz danach berichten dass in Kanada nach Schneestürmen viele Verkehrswege unterbrochen sind, dann müsste das korrekterweise heissen dass nach (starkem) Schneefall viele Verkehrswege unterbrochen sind.

Da hier alles voll auf das Auto ausgerichtet ist, reichen übrigens 40cm übers Wochenende auch problemlos um die Schulen zu schliessen – die Eltern können ihre Kinder nicht zur Schule chauffieren weil die Strasse schneebedeckt und das Auto unter Schnee begraben ist…

Ob tempête de neige oder Schneesturm oder Schneefall: mir gefällt das aktuelle Wetter. Der frische Schnee knirscht schön beim Gehen, alles ist verschneit (Fotos folgen), die Temperaturen sind schön tief (heute -15° und tiefer) und am Mittwoch schien auch noch die Sonne. Einfach perfekt, so wie der Winter sein muss!

Weihnachten und Neujahr einmal anders

Dienstag, Januar 1st, 2008

Viele ausländische Studierende hier in Montréal fliegen über Weihnachten/Neujahr heim. Für mich stand das nie zur Diskussion, das ist mir zu teuer, mit dem Geld kann ich besseres anstellen. Dafür war meine Weihnachtszeit hier etwas gar einsam: die meiste Zeit sass ich alleine daheim und las oder arbeitete am Computer. Doch der Reihe nach:

Am 22. Dezember buk ich typisch schweizerische Weihnachtsguetzli: Mailänderli, Chräbeli und Zimtsterne. Eine ziemliche Herausforderung stellte der Einkauf der Zutaten dar: Aniskörner für die Chräbeli fand ich erst nach langer Suche im Provigo (und später auch noch im „Intermarché du Plateau“). Gemahlene Mandeln gibt es hier nicht bzw. nur weisse gemahlenen Mandeln. Gemahlene Haselnüsse gibt es auch nicht. Zu Glück war Alex so nett und hat sich eine kleine Mühle gekauft und mir die als erstes ausgeliehen. Leider gab diese Mühle bereits nach gut der Hälfte der Mandeln einfach so den Geist auf so dass ich bei den Zimtsternen etwas improvisieren musste. Statt Mandeln hatte es dann halt mehr Zucker und sogar Mehl drin. Der Geschmack ist dadurch leicht anders, aber der Unterschied ist recht klein.
Um die Produktion möglichst effizient zu gestalten, stach ich bei den Zimtsterne keine schönen Formen aus sondern schnitt einfach Rechtecke (oder so ähnliches) aus. Statt Zimtsterne gab es so halt Zimtpolygone. Die Mailänderli lassen sich sehr effizient „ausstechen“ indem man den Teig zu einer Rolle formt und Rädli abschneidet. Sieht gut aus und geht zügig.

Am 25. Dezember war ich bei Alex‘ Familie zur „party de Noël“ eingeladen. Die ganze Verwandschaft war bei ihnen – und gefeiert wurde ganz anders als bei uns: In der Mitte des Raumes gab es ein grosses Buffet. Gegessen wurde dann stehend oder auf um den Raum herum aufgestellten Stühlen sitzend. Ziemlich speziell – aber praktisch: man kommt mit vielen Leuten ins Gespräch und nicht nur mit den Personen die gerade links und rechts am Tisch hocken. Anschliessend spielten wir zu fünft das Spiel Citadelles.
Meine mitgebrachten Guetzli kamen übrigens mehrheitlich gut bis sehr gut an, insbesondere die Chräbeli hatten es ihnen angetan.

Donnerstag bis Sonntag letzte Woche ging ich dann jeweils um 11 Uhr schwimmen und anschliessend an die Uni um etwas zu arbeiten. Einerseits wollte ich etwas fertig machen, andererseits wäre ich sonst sowieso nur alleine daheim rumgesessen. So kam ich raus, war nicht immer alleine und tat noch etwas sinnvolles.

Am Donnerstagabend ging ich noch mit Ruth schlittschuhlaufen. Wir gingen ins Le 1000: ein Einkaufs- und Bürozentrum mit nachträglich eingebauter Patinoire.