Archive for Oktober, 2017

Cu Chi Tunnel

Mittwoch, Oktober 25th, 2017

Fast ein Muss, wenn man in Saigon ist: ein Besuch des Cu Chi Tunnelsystems. In den engen Tunnels hielten sich die Vietnamesen während dem Krieg versteckt.  Nach und nach wurden die Tunnels erweitert, sodass sie schlussendlich auf eine Gesamtlänge von fast 250km, teilweise auf mehreren Ebenen, angewachsen waren. In den Tunnels gab es alles, was die Vietnamesen zum Überleben brauchten, sodass sie sich dort auch längere Zeiten aufhalten konnten. Die Eingänge waren raffiniert versteckt und mit Fallen gesichert. Fremde Truppen versuchten erfolglos, das Tunnelsystem zu finden und zu zerstören: die Amerikaner vernichteten riesige Dschungelflächen, zerstörten ganze Dörfer, sprühten chemische Entlaubungsmittel aus der Luft und übergossen die Vegetation mit Benzin und Naplan, um sie dann anzuzünden. Da sie so keinen Erfolg hatten, schickten sie fortan Soldaten in die Tunnels („Tunnelratten“), wegen der ausgeklügelten Fallen und der unterirdischen Kämpfe war aber auch das erfolglos. Erst 1969 gelang es, mittels B-52-Bomber die meisten Tunnels und die Umgebung zu zerstören. Allerdings war es zu spät, die Amerikaner hatten bereits ihren Abzug eingeleitet. Mehr Infos auf Wikipedia

Die Tunnels befinden sich etwa 50km entfernt, erreichbar über die Strasse oder über den Saigon River mit einem Boot. Es gibt unzählige Anbieter, welche eine Tour dort hin anbieten, entweder als Halbtagestour mit Boot oder Bus oder als Ganztagestour kombiniert mit einem Besuch eines Tempels in der Nähe. Wir entschieden uns für eine Halbtagestour, einen Weg mit dem Boot und einen Weg mit dem Bus.

Wir wurden am Morgen mit einem kleinen Bus pünktlich 
beim Reisebüro abgeholt. Nach einer längeren Fahrt durch die Stadt, wo noch weitere Leute zustiegen, fuhren wir zu einer kleinen Anlegestation, wo bereits unser Boot wartete. Es machte einen sicheren Eindruck und es wurde darauf bestanden, dass alle eine Schwimmweste anziehen. Für Flurina wurde sogar eine Kinderschwimmweste parat gemacht. Die Fahrt mit dem Boot dauerte etwas länger als eine Stunde.

Die Anlage ist schön schattig, da sie im Wald liegt, welcher sich mittlerweile wieder von den Giftanschlägen erholt hat. Es gibt vieles zu sehen: mehrere Tunnelzugänge und Verstecke, einen Panzer, Fallen und verschiedene Hütten mit kleineren Ausstellungen zum Thema
Kochen, Fallen bauen und Uniform. Ausserdem gibt es eine Schiessanlage, wo für viel Geld selber geschossen werden kann. Wir fanden das allerdings etwas geschmackslos. Die verschiedenen Stationen sind nicht beschrieben, es gibt auf der ganzen Anlage keine Infotafeln. Unser Reiseleiter konnte uns aber viel erklären und zeigen. Ein kleines Stück der Tunnelanlage ist vergrössert worden, wo man heute als Tourist durchlaufen kann. Es ist allerdings immer noch nur 1.20 Meter hoch und 80cm breit und somit nicht für alle geeignet. Flurina wollte mit Dominik durch, nach ein paar Meter aber wollte sie dann doch lieber wieder raus. Und mit Ursin bin ich gar nicht rein.

Nach dem Besuch assen wir dort Zmittag, bevor es mit dem Bus wieder zurück ging. Die Busfahrt dauert länger als die Bootsfahrt, wie unsere Kinder und auch fast die meisten anderen Passagiere, kann man die Zeit aber gut für ein Schläfchen nutzen. Mitte Nachmittag waren wir wieder zurück in der Stadt.

Feuerwehrübung in Tropic Garden

Sonntag, Oktober 15th, 2017

Über einen Banner, welcher draussen über der Garageneinfahrt hing (und nur über diesen) erfuhren wir von einer Feuerwehrübung, welche bei uns durchgeführt werden sollte. Wir hatten keine Ahnung, wie es ablaufen sollte. Als wir uns um etwas nach 9.00 Uhr auf den Weg zum Schulanfangs-BBQ der Schule der Kinder machen wollten, fing das Ganze an. Zuerst mit der Durchsage über sämtliche Lautsprecher im Haus, dass bald der Feueralarm losgehen werde und alle das Haus zu verlassen hätten. Die Durchsage lief ab dann in Endlosschlaufe, immer abwechslungsweise in Englisch und Vietnamesisch und nicht gerade leise.

Als wir an der Strasse waren, um von dort mit Uber oder Taxi weg zu kommen, merkten wir, dass das heute wohl nicht so gut gehen würde. Normalerweise stehen immer mindestens 2-3 Taxis dort und warten auf Kundschaft. Wenn es jedoch, so wie heute, in strömen regnet, ist die Nachfrage nach Taxis oder Uber viel grösser. Ausserdem waren wir bei weitem nicht die einzigen, welche vom Tropic Garden weg wollten.

Während der Wartezeit ging dann plötzlich der Feueralarm los (draussen kaum hörbar, da die Durchsage über die Lautsprecher immer noch lief und deutlich lauter war) und ein paar Männer fingen an, Wasser an der Fassade hoch zu spritzen. Ein paar Minuten später fuhren 3 Feuerwehrautos mit Blaulicht und Sirene vor. Die Strasse war mittlerweile abgesperrt worden, so dass wir nun definitiv nicht mehr auf ein Taxi oder Uber hoffen konnten. So schauten wir halt dem Spektakel zu, welches uns nun geboten wurde: die Feuerwehrleute stiegen aus den Autos, einige rollten Schläuche aus und fingen ebenfalls an, Wasser an die Gebäude zu spritzen. Andere liefen in die Hochhäuser und kamen mit ein paar verletzten Statisten wieder raus und eine Person wurde mit der Drehleiter runtergeholt.

Das ganze wirkte nicht sehr praxisnahe, es war zum Beispiel viel mehr Sicherheitspersonal anwesend als sonst. Als Treffpunkt für die Leute aus den Hochhäusern wurde ein Platz unter der angeblich brennenden Fassade festgelegt, was im Ernstfall hoffentlich nicht der Fall sein wird. Und ob die Schläuche und Wasseranschlüsse funktionieren, wurde bereits am Vortag getestet, so dass bei der Übung selber auch wirklich nichts schief gehen kann.

Nachdem wir dem ganzen Treiben noch einen Moment zugeschaut hatten, entschieden wir uns, nun  zu Fuss so weit zu laufen, bis wir ein Taxi rufen konnten. Bereits hinter die Absperrung wurden wir fündig, so dass wir dann doch noch fast pünktlich in der Schule waren.

Botanischer Garten und Zoo

Samstag, Oktober 7th, 2017

Mitten in der Stadt im District 1 befindet sich der botanische Garten mit dem Saigon Zoo, einer der ältesten Zoos der Welt. Der Park ist angenehm schattig und die Kombination zwischen botanischem Garten und Zoo finden wir sehr gelungen. Zu den Highlights zählen unter anderem das Orchideenhaus, ein grosses Raubkatzenhaus mit Glasfront, in dem weisse Tiger leben, die alten Vogelkäfige, ein Freilaufgehege mit Vögeln sowie ein kleines Schmetterlingshaus.

Die Tiergehege aber sind leider noch aus der Anfangszeit, wirken sehr heruntergekommen und sind alles andere als artgerecht. Ausserdem liegt viel Abfall herum. Wir waren am Wochenende dort, da ist der Zoo oft ziemlich voll und der Lärmpegel entsprechend hoch. Die Wiesen im Park dienen den Besuchern als Picknickplatz und zwischen den Bäumen werden Hängematten zum Pause machen aufgehängt. So wirkt der botanische Garten nicht so erholsam wie man es erwartet.

Ebenfalls im Park befindet sich noch ein kleines Kinderschwimmbad sowie ein Vergnügungspark mit unzähligen Karussells und weiteren Bahnen, welche auf den zweiten Blick jedoch nicht ganz so vertrauenserweckend wirken…

Unser Fazit: verglichen mit botanischen Gärten und Zoos an anderen Orten, lohnt sich ein Besuch definitiv nicht. Wer aber in Stadtnähe mal eine Zeit lang dem Strassenverkehr entfliehen möchte und Schatten sucht, kann bei einem Besuch ein paar überraschende Entdeckungen machen.