Archive for November, 2017

Besuch im Kunstmuseum

Freitag, November 17th, 2017

Wir im Kunstmuseum? Tatsächlich! Und: es hat uns sogar Spass gemacht!

Das Museum, welches das geschafft hat, nennt sich Artinus und befindet sich im District 7 in Saigon. Das Spezielle: dort gibt es nicht einfach nur gerahmte Kunst an den Wänden zu bestaunen, sondern man kann selbst ein Teil der Bilder werden. Im Museum finden sich nämlich originelle und teils riesige Kunstwerke in 3D, in denen man sich perfekt für amüsante Fotos in Szene setzen kann.

Auf unserer Kamera sammelten sich so während des Rundgangs allerlei lustige Schnappschüsse, vor allem der Kinder: Ursin reitet auf einem Bär oder spaziert über einen tiefen Abgrund, Flurina hilft einer Mumie beim Toilettenbesuch oder streichelt einen riesigen Dinosaurier. Oder Flurina’s Kopf taucht plötzlich auf einem Teller eines hungrigen Ungeheuers auf. Ausserdem hats mehrere Bilder mit einer optischen Täuschung. So ist der Papa plötzlich so klein wie eine Tasse, wonach der grosse Ursin greift.

Das Museum ist nicht riesig, es lassen sich aber sehr viele Fotosujets finden. Wenn man bei jedem das perfekte Foto schiessen möchte, kann man gut längere Zeit darin verweilen.

Einen Wehrmutstropfen gibt es aber: der hohe Eintrittspreis. Ein Erwachsener zahlt 250’000 Dong, Kinder ab 90cm 200’000 Dong. So ist’s leider ein unverhältnismässig teurer Spass, gerade für Familien.

Ein stinkendes Stück Luxus

Sonntag, November 12th, 2017

In der Schweiz verspiesen wir einheimischen Berg- und Alpkäse kilo- bzw. eher Laibweise. Entsprechend hatte es im Kühlschrank eigentlich immer einen Vorrat mehrerer Käsebrocken, eingekauft entweder direkt bei Bauern wie dem Igiser Hoflädali oder beim Plantahof oder auf dem Churer Wochenmarkt. Diese Einkaufsmöglichkeiten direkt an der Quelle fallen hier in der Stadt natürlich weg. Leider haben es aber die Vietnamesen allgemein nicht so mit Milchprodukten und vietnamesischen Käse habe ich noch gar nirgends entdeckt. In den Läden gibt es einige käseähnliche Importprodukte wie Cheddar, aber kaum „richtigen“ Käse. Harte Zeiten also für uns Käseliebhaber…

Ein echter Luxus: Schweizer Käse in Vietnam, fast wie ein Geschenk verpackt

Nach fast 3 Monaten Käse-Enthaltsamkeit habe ich nun im An Nam Gourmet Market Appenzeller Käse und Gruyère gefunden – sogar im Offenverkauf. Nicht nur der Name, auch die Käse-Preise sind Gourmet: kosten tut der Appenzeller Käse stolze 1’310’000 VND, also fast 60 Franken, pro Kilogramm.

Ich konnte trotzdem nicht widerstehen und habe uns ein Stück dieses stinkenden Luxus gegönnt. Das edle Stück von 210g, eingepackt in Geschenkpapier-ähnlichem Käsepapier, kostete 275’100 VND, also fast 12 Franken! Zum Vergleich: pro Woche gebe ich insgesamt deutlich weniger für die Mittagessen in verschiedenen Restaurants in der Nähe des Büros aus. Das Stück Käse kostet also mehr als fünf Mittagessen… Entsprechend geniessen wir den Käse nun häppchenweise, jeweils als „Dessert“ 🙂

Der Appenzeller Käse liegt in seiner vollen, stinkenden Pracht vor uns

Mekongdelta

Samstag, November 11th, 2017

Ein sehr lohnenswertes Ausflugsziel ist das Mekongdelta. Es gibt diverse geführte Ein- oder Mehrtagestouren aus Saigon. Wir hatten ein Wochenende Zeit, also buchten wir eine 2-Tagestour. Man kann aber auch gut auf eigene Faust hinreisen und von dort aus verschiedene Bootstouren buchen.

Unsere Tour ging am Samstag Morgen los: mit dem Bus fuhren wir auf erstaunlich guten Strassen Richtung My Tho. Nach etwas mehr als einer Stunde gabs eine Pause mit der Möglichkeit, einige überteuerte Produkte aus der Region zu kaufen. Der nächste Halt war beim interessanten und sehenswerten Vinh Trang Tempel, wo wir etwas Zeit zur Besichtigung hatten. Von dort war es dann nicht mehr weit bis nach My Tho.

In My Tho stiegen wir auf ein Boot um, mit dem es auf dem Mekong entlang bis zu einer Insel ging. Dort gab es ein feines Mittagessen. Nach der Stärkung gings mit dem Boot zum nächsten Programmpunkt: einem „Coconut Candy Workshop“. Wir konnten bei der Herstellung zuschauen, probieren und natürlich auch kaufen. Weiter gings auf den typischen, kleinen Ruderbooten ganz gemütlich einen schmalen Kanal entlang zur letzten Sehenswürdigkeit des Tages: einer Bienenfarm, wo wir in den Genuss von frischen Früchten, Tee mit Honig und Unterhaltung durch Folkmusik kamen. Anschliessend brachte uns der Bus in über 3h Fahrtzeit nach Can Tho zu unserem einfachen, aber guten Hotel. Den Abend verbrachten wir individuell mit Abendessen und Spazieren.

Der nächste Tag fing früh an, um 6.30Uhr war Besammlung. Mit dem Boot gings zum schwimmenden Markt, wo uns verschiedene feine Früchte von kleinen Booten aus angeboten wurden. Wie wir die vietnamesischen Marktleute bereits vom Land her kennen, waren sie auch auf dem schwimmenden Markt recht hartnäckig, aber stets freundlich. Der nächste Halt war auf einer kleinen Insel, wo wir Velos mieten konnten, um die Insel zu besichtigen. Da die Wege recht rutschig und holperig waren, entschieden wir uns gegen das Velofahren mit den Kindern und spazierten stattessen im tropischen Fruchtgarten auf der Insel umher. Als letztes Highlight durften wir dann noch bei der Herstellung von Reisnudeln zuschauen (und Flurina sogar mithelfen) bevor es mit dem Bus zurück nach Saigon ging.