Archive for Dezember, 2017

Kältewelle in Vietnam

Dienstag, Dezember 19th, 2017

Endlich ist es auch in Vietnam kälter geworden! Eine echte Kältewelle ist da. Zum Glück sind die Leute mit Kappe und Handschuhen ausgerüstet. Ihr glaubt es nicht? Hier der Zeitungsartikel mit vielen Fotos zur Kältewelle als Beweis!

Irgendwie muss ich mich zuerst aber noch an diese arktischen Temperaturen von 20.8 Grad gewöhnen, denn aus lauter Gewohnheit habe ich die Kinder auch heute mit T-Shirt und kurzen Hosen in die Schule gelassen… hoffentlich erfrieren sie nicht!

Jingle Bells

Samstag, Dezember 16th, 2017

Ja, auch hier im tropischen Vietnam merkt man, dass bald Weihnachten ist: in vielen Läden und Hotels stehen künstliche, kitschig geschmückte Weihnachtsbäume oder andere weihnächtliche Dekorationen. Und man hört in den Geschäften fast genau so oft Weihnachtslieder wie in der Schweiz. Besonders beliebt scheint hier „Jingle Bells“ zu sein, immer wieder hört man das Lied, auch von den Schulhofplätzen, auf denen Kinder am üben fürs Schulweihnachtsfest sind. Ab und zu hört man es sogar auf Vietnamesisch. Und auch Flurina lernt das Lied im Kindergarten und singt es uns Zuhause regelmässig vor.

 

Man kann hier auch so allerlei Weihnächtliches kaufen: Weihnachtsbäume aus Plastik im Winterlook, Deko-Schneemänner und Hirsche, Servietten,
Weihnachtssterne und Mistelzweige, winkende und singende Weihnachtsmänner usw. In den teureren Lebensmittelläden gibt’s sogar Weihnachtsschokolade, Lebkuchen und Guatzli, das meiste importiert aus Deutschland. Des Weiteren findet man Plüsch-Weihnachtsmänner, englische Weihnachtsbücher und sogar Kochbücher mit Guatzli-Rezepten. Dumm nur, dass ein Backofen nicht zur normalen Wohnungsausstattung gehört… Einige kleinere Geschäfte widmen sich im November und Dezember ganz dem Weihnachtsfest und rüsten ihr Sortiment entsprechend um.

Eindrücklich für uns „Westler“ ist auch das Anbringen der teils sehr aufwändigen Weihnachtsdekorationen an einigen Gebäuden: bei über 30 Grad klettern die Einheimischen in Flipflops auf den unstabil aussehenden Leitern herum und versuchen irgendwie, die Dekorationen so zu befestigen, dass sie am vorgesehenen Ort bleiben. Da schwitzt man nur schon beim Zuschauen!

 

In Vietnam wird eigentlich Weihnachten nicht offiziell gefeiert, es ist auch kein Feiertag. Der grösste Teil der Vietnamesen sind offiziell Atheisten und nur ein kleiner Teil praktizierende Christen. Da es in Vietnam jedoch keine strikte Trennung der Konfessionen gibt (man bedient sich an Elementen unterschiedlicher Religionen, es ist auch nicht aussergewöhnlich, dass man sich zu mehreren Religionen gleichzeitig bekennt), hat
das Weihnachtsfest mit zunehmenden westlichen Einflüssen aber trotzdem Einzug in das öffentliche Leben der Vietnamesen gehalten und ist heute nicht mehr wegzudenken. (mehr zum Thema Religion in Vietnam findet man hier)

Wir selber werden auch Weihnachten feiern, und zwar am 25. Dezember, da Dominik erst am Abend des
24. Dezembers von seinem Schiedsrichter-Einsatz aus Portugal zurück kommt. Aber natürlich ohne frischen, fein duftendem Weihnachtsbaum, und ohne gemütlichem Kaminfeuer, Guatzli, Fondue Chinoise oder Raclette oder was in der Schweiz bei uns sonst noch so alles dazu gehört. Aber das eine oder andere Päckli wartet bestimmt auf die Kinder!

An diesem Wochenende findet in der Schule der Kinder sowie an unserem Wohnort noch je einen Weihnachtsanlass statt. So kommen wir vielleicht auch noch etwas in Weihnachtsstimmung. Bei den Temperaturen hier ist dies nämlich gar nicht so selbstverständlich, da helfen auch die vielen Dekorationen nicht 🙂


Auszeit an der Küste

Sonntag, Dezember 3rd, 2017

Bereits 3 Monate leben wir nun hier: in Saigon, einer Grossstadt mit geschätzten 12 Millionen Einwohnern. In einer Stadt, in der es Millionen „Motorbikes“ gibt, aber kaum Verkehrsregeln. Natürlich ist es entsprechend laut und chaotisch. Das Bedürfnis war gross, mal etwas aus der Stadt zu kommen. Irgendwo hin, wo es etwas gemütlicher zu und her geht und es auch etwas mehr Natur gibt.

In Vung Tau gibt etwas mehr Natur und Ruhe, als in Saigon

 

Unsere Wahl fiel auf Vung Tau. Vung Tau ist eine Küstenstadt, ca. 90-120 Fahrminuten von Saigon und hat etwa 240’000 Einwohnern. Es ist also für Schweizer Verhältnisse auch nicht klein, aber es liegt schön am Meer. Der Ort ist sehr beliebt für Wochenendausflügler aus Saigon und hat entsprechend viele Hotels. In der Hauptsaison ist hier wahrscheinlich einiges mehr los, als wie wir es angetroffen hatten.

Neben mehreren Stränden gibt es eine Gondelbahn, einen Leuchtturm und eine Jesusstatue als Sehenswürdigkeiten. Wir hatten vor, zuerst mit der Gondelbahn zu fahren und dann den Abend gemütlich am Strand zu verbringen. Und je nach Lust und Laune noch einen Ausflug zum Leuchtturm zu machen.

Back Beach

 

 

Aussicht aus der Gondelbahn

Mit dem Taxi liessen wir uns zur Talstation der Gondelbahn fahren. Vor dem Billettkauf zögerten wir dann allerdings, denn die Retourfahrt sollte stolze 300’000 Dong für einen Erwachsenen kosten! Wir kauften die Billette dann dennoch und liessen uns in einer kurzen Fahrzeit auf etwa 200m.ü.M. hochfahren. Oben angekommen, merkten wir dann, das der Preis doch seine Berechtigung hatte, den wir landeten in einem Freizeitpark! Mit mehreren Karussells, einem Schwimmbad mit Rutschbahnen, einer Sommerrodelbahn und einer Zippline, Kutschenfahrten, Zirkusvorstellungen und einiges mehr. Alles im Preis inbegriffen! Flurina hatte natürlich nichts dagegen und genoss das Karussell-Fahren und viel Zeit auf dem Spielplatz mit tollem Kinder-Kletterparcour. So wurde es schnell Abend, und ein aufziehendes Gewitter zwang uns schliesslich, den Strand- und Leuchtturmbesuch zu verschieben.

Am nächsten Morgen packten wir die Strandsachen und crèmten uns gründlich mit Sonnencrème ein. Bis Dominik auf die Idee kam, mal draussen nach dem Wetter zu schauen (wir hatten zwar ein Fenster im Hotelzimmer, allerdings war eine graue Wand davor…). Und leider: es regnete in Strömen. In der Hoffnung auf Besserung, gönnten wir uns erstmal ein ausgiebiges Frühstück in einem nahen Café. Als keine Wetterbesserung eintraf und uns ein Blick in die Wettervorhersage die letzte Hoffnung nahm (es tobte ein Tropensturm über Südvietnam), entschieden wir uns für eine Alternative. Google empfahl uns einen Besuch im Upside Down House, einem kleinen Haus, in dem die Möbel an der Decke sind, um lustige Fotos schiessen zu können. Bei schönem Wetter gibt es hier weitaus spannenderes zu sehen… schnell waren wir durch und mit dem Taxi auf dem Rückweg.

Fast zurück im Hotel, wurden wir unsanft gebremst, den der Taxifahrer fuhr auf einen stehenden Bus auf! Aber Glück im Unglück: der Fahrer war nicht schnell, so dass es trotz fehlenden Kindersitzen und Gurten niemandem etwas machte. Das Taxi allerdings hatte aber wohl Totalschaden, wir mussten (und wollten) zu Fuss weiter.

Auffahrunfall unseres Taxis

 

Als wir beim Hotel waren, war bereits Mittag. Wir mussten auschecken und uns langsam auf den Weg zur Busstation machen. Schlussendlich waren wir also tatsächlich nicht einmal am Strand! Wasser allerdings hatten wir an diesem Wochenende trotzdem mehr als genug. Da war einerseits der ständige Dauerregen am Sonntag, andererseits aber auch das Wasser in unserem Badezimmer: fast ununterbrochen tropfte es von der Decke, sodass sich auf dem Boden grosse Pfützen bildeten. Und im Klo lief auch immer mal wieder Wasser rein und verspritzte Deckel und Ring. Woher das Wasser kam, überlegten wir uns nicht genauer…

So werden wir wohl nochmals nach Vung Tau fahren, dass nächste Mal aber studieren wir die Wetterprognose vorher. Und ein trockeneres Hotel darfs das nächste Mal auch sein 🙂


Busbahnhof in Vung Tau