Schulwechsel

Kurzer Unterbruch unserer Blogbeiträge aus Kambodscha, denn wir sind natürlich schon lange wieder zurück im Alltag, nur mit den Beiträgen noch etwas im Rückstand  🙂

Bisheriger Schulweg mit dem Schulbus

Dafür gibt es Neues aus dem Schulleben der Kinder: Bisher waren sie in der Schule Boule et Billes. Da sich diese im District 1 befindet und unsere Kinder somit jeden Tag über 30min pro Weg im Schulbus verbringen mussten, schauten wir uns schon vor längerem die ebenfalls französische Schule Saint Ange an, den diese wäre nur etwa 10min zu Fuss von unserem Wohnort entfernt. Wir und auch die Kinder hatten bei der Besichtigung sofort ein gutes  Gefühl, sodass wir uns entschieden haben, die Schule zu wechseln. Und nächste Woche ist es bereits soweit! Flurina findet es zwar etwas schade, denn an der bisherigen Schule fühlte sie sich wohl und verstand sich super mit der Lehrerin, dennoch überwiegt die Vorfreude auf die neue Schule, vor allem, dass sie dann zu Fuss oder mit dem Velo in die Schule gehen kann. Wir als Eltern sehen den Vorteil ebenfalls vor allem im Schulweg, denn der Schulbus war jeweils zu Stosszeiten unterwegs, in den nicht ganz ungefährlichen Strassen Saigons. Etwas schade ist, dass die neue Schule kein Vietnamesisch und kein Vovinam im Wochenprogramm hat, 2 Sachen, an denen Flurina grosse Freude hatte und ihr das Land Vietnam etwas näherbrachten. Auch die ausserschulischen Aktivitäten, welche Flurina 5x in der Woche besuchte, gibt’s bei der neuen Schule nicht. Aber es sind dort viele der Aktivitäten fest im Stundenplan mit eingeplant, so auch ihre Lieblingsfächer Schwimmen, Musik und Englisch. Englisch wird sie dann täglich haben und Schwimmen dank dem schuleigenen Schwimmbad 2x wöchentlich. Ein sehr grosser Vorteil der Schule wird auch sein, dass wir Flurina täglich zwischen 15.30 Uhr und 16.00 Uhr abholen können und sie somit viel früher zuhause ist. Vorher war sie an 4 Tagen in der Woche erst um 17.30 Uhr zurück.

Flurina’s neuer Stundenplan

Bei der Krippe liegt der Unterschied vor allem in der Grösse, den die neue ist um einiges grösser als die bisherige. Die Schule konnte vor noch nicht so langer Zeit ein zweites Gebäude dazu nehmen, somit haben sie das alte Schulhaus nun alleine für die Krippe. Wir haben es von innen noch nicht gesehen, es sieht von aussen aber sehr geräumig aus. Überzeugt hat uns dort auch der sehr grosse, schattige Aussenbereich zum Spielen. Ausserdem befindet sich das Schwimmbad auf dem gleichen Gelände. Somit können auch die Krippenkinder richtig baden und erste Schwimmzüge üben. Bei der bisherigen Schule begnügten sie sich mit einem kleinen Bassin. Ursin selber wird’s aber wohl relativ egal sein, in welche Krippe er geht. Er fühlte sich in der bisherigen sehr wohl, wir sind uns aber ziemlich sicher, dass er auch in der neuen, grösseren Krippe schnell seinen Platz finden wird. Sein Durchsetzungsvermögen und sein Drang zur Selbständigkeit werden ihm dabei sicher helfen 🙂

Inselparadies Koh Rong

Die nächste Station unserer Kambodscha-Reise war die Insel Koh Rong. Mit dem Flugzeug gings von Siem Reap nach Sihanoukville und von dort die ca. 25km mit dem Schnellboot zum Coconut Beach. Dort hatten wir eine kleine einfache Hütte, nur wenige Meter entfernt von einem wunderschönen Strand. Wir verbrachten 2 Nächte auf der Insel. Die Zeit vertrieben wir uns mit baden, essen und erholen sowie einem kleinen Spaziergang ins Innere der Insel. Die Insel bietet nicht viel Abwechslung, weshalb uns diese 2 Nächte auch genügten. Der Strand war super geeignet für die Kinder: sauberer Sand, welcher trotz der herrschenden Hitze nie zu heiss wurde um barfuss darauf zu laufen und ein weit hinaus flaches, klares und ebenfalls sauberes Meer. So konnten wir die Kinder problemlos frei spielen lassen. Flurina hatte sich schnell mit der kleinen Tochter der Besitzer angefreundet und verabschiedete sich jeweils schon vor dem Frühstück von uns, um mit dem Mädchen spielen zu gehen. Ein Highlight wartete jeweils abends auf uns: wenn man etwas vom beleuchtenden Strand wegschwamm, sah man bei jeder Bewegung des Wassers viele winzigkleine, blauleuchtende Punkte: leuchtendes Plankton. Während dies Ursin nicht gross interessierte und er einfach nur Freude am Wasser hatte, fand es Flurina sehr spannend und versuchte, die sonst von Auge nicht sichtbaren „Tierchen“ mit der Hand zu fangen. Es gäbe auch abendliche Bootstouren, auf denen man das Phänomen wohl noch besser hätte sehen können, wir hatten aber das abendliche Bad im Meer bevorzugt.

 

Wer auf die Insel geht, muss übrigens ein bisschen vorsorgen: es gibt nirgends einen Bacomaten und in unserer Gegend gab es auch keinen Laden (ob es auf der Insel überhaupt einen gibt, weiss ich gar nicht). Wenn man zu einem anderen Strand oder in eines der wenigen Dörfer will, kommt man nur mit dem Boot hin. Oder man trotzt der Hitze und sucht sich den Weg zu Fuss, dabei aber darauf achten, dass man um 18.00 Uhr wieder zurück ist, sonst wird’s stockdunkel… denn Strassenlaternen gibt es genau so wenig wie Wegweiser. Ganz Mutige können sich auch ein „Motorbike“ mieten, wobei die Strassen nicht mit denen auf dem Festland zu vergleichen sind… Und: beim Schnellboot für die Verbindung zum Festland das Wort „Schnell“ bitte nicht zu ernst nehmen, den das Boot fährt mehrere Strände an, die Reihenfolge ist dabei Glückssache. Wir hatten etwa doppelt so lange wie angegeben bis wir da waren, natürlich ohne Info 😉 und ob einen das Boot auch wirklich zur angegebenen Zeit wieder auf der Insel abholt, weiss niemand im Voraus. Es kann ohne Weiteres auch einfach erst eine Stunde später auftauchen, halt je nach Reihenfolge… Also etwas Geduld sollte man auch mitnehmen 🙂

Angkor Wat

An unserem zweiten Tag in Siem Reap stand der Besuch der Tempelanlagen von Angkor Wat auf dem Programm. Nach den guten Erfahrungen mit dem Tuk-Tuk-Fahrer des Vortages, machten wir mit ihm ab, dass er uns auch in Angkor Wat zur Verfügung stehen würde. Und da in jedem Reiseführer der Sonnenaufgang als ganz besonderes Erlebnis empfohlen wird, und wir diesen auch einmal erleben wollten, vereinbarten wir mit dem Fahrer, dass er uns bereits um 5 Uhr morgens vor dem Hotel abholen würde. So kämpften wir uns früh aus dem Bett und standen pünktlich um 5 Uhr beim Treffpunkt. Von unserem Fahrer aber leider keine Spur. Ein anderer Fahrer wollte die Chance gleich nutzen und bot sich uns an. Allerdings warteten wir noch, in der Hoffnung, unser Fahrer würde schon noch eintreffen. Um 5.15 Uhr entschieden wir uns dann aber doch für den anderen Fahrer, schliesslich wollten wir pünktlich zum Sonnenaufgang in der Anlage sein. Und unseren Tagespass mussten wir auch noch kaufen.

Unseren „Ersatzfahrer“ mussten wir zuerst lange davon überzeugen, dass wir nicht eine Standard-Tour machen wollten, wie sie hunderte andere Touristen zeitgleich absolvieren, sondern unsere individuell zusammengestellte Tour. Irgendwann hatte er es dann verstanden und fuhr uns für den Sonnenaufgang zum ehemaligen königlichen Badesee Srah Srang. Obwohl wir später als geplant unterwegs waren und beim Ticketkauf lange anstehen mussten, waren wir doch rechtzeitig dort. Wie erwartet versammelten sich hier nur wenige Touristen und es war ruhig und gemütlich. Irgendwann wurde es dann auch heller, doch leider war es wolklig. Nur ab und zu sah man die gross wirkende Sonne zwischen den Wolken. Bei weitem sah es aber nicht so spektakulär aus wie in den Reiseführern… dennoch genossen wir die ruhige Atmosphäre, bevor wir ab 7.30 Uhr praktisch alleine den gegenüberliegenden Banteay-Kdei-Tempel besichtigen konnten. Und hier wartete ein wohl bleibendes Erlebnis auf unsere Kinder: eine Frau sass vor einem buddhistischem Altar im Tempel und wünschte allen Besuchern ein gutes neues Jahr (was sie uns sonst noch wünschte, verstanden wir leider nicht). Dazu bekamen wir ein Bändeli ums Handgelenk gebunden und ein Räucherstäbchen, welches wir in einen Topf stecken durften. Den ganzen Tag über trugen die Kinder das Bändeli mit Stolz. Sogar Ursin, welcher solche Sachen sonst gar nicht tragen mag 🙂

Unser Fahrer wartete wie abgemacht auf der anderen Seite des Tempels und fuhr uns dann zum berühmten Ta Prohm Tempel. Hier waren deutlich mehr Leute und wir bekamen einen Eindruck davon, wie voll es sein muss, wenn man die Tempel wie empfohlen mit den Touristenmassen abfahren würde. Es lohnt sich also definitiv, sich individuell eine Tour zusammenzustellen!

Der nächste Besuch war Ta Keo, ein Pyramidentempel, welcher 
vorallem beim Abstieg einiges an Mut und Überwindung kostete. Denn die Treppe ist sehr steil und die Stufen so schmal, dass es nicht möglich ist, den Fuss gerade drauf zu stellen. Ausserdem sind die Stufen sehr uneben und unregelmässig. Eine Herausforderung, vorallem, wenn man noch Kleinkinder im Manduca trägt! Rauf war kein Problem, aber einmal oben, mussten wir natürlich wieder runter. Und wie steil und hoch die Treppe wirklich ist, wird einem erst beim Anblick von oben bewussst… So kletterten wir auf allen Vieren wieder runter, und zum Glück waren noch 2 andere Touristen oben, welche uns unseren Rucksack abgenommen hatten. So hatten wir wenigstens etwas aus dem Weg 🙂 Der Tempel wird weniger von den Touristenbussen angefahren, ist aber definitiv einen Besuch wert.

Nach einigen weiteren, kleineren Tempeln auf dem Weg,
standen dann natürlich noch die zwei bedeutendsten Anlagen auf unserem Programm: Angkor Thom mit dem Bayon-Tempel und Angkor Wat selber. Beides ist natürlich absolut sehenswert, doch mir persönlich war es zu touristisch und überlaufen, da hatten uns die kleineren, ruhigeren Tempel besser gefallen. Und wir hatten es wohl noch gut getroffen, denn für zuoberst in Angkor Wat mussten wir keine Minute anstehen, gemäss den Infotafeln sieht es sonst wohl ganz anders aus, da sind Wartezeiten von über einer Stunde aufgeführt! Und Achtung: sie lassen dort keine Kinder unter 12 auf die Treppe, nicht mal im Manduca. So mussten wir getrennt hoch, während der andere bei den Kindern blieb. Unsere Kinder störte es aber nicht. Sie suchten sich einen Security, mit dem sie die Wartezeit blödelnd überbrücken konnten 🙂

Ziemlich müde nach dem Tag liessen wir uns anschliessend wieder zurück
ins Hotel fahren und freuten uns auf eine erfrischende Dusche und ein feines Abendessen in der Stadt. Nach längerer Ungewissheit, ob einen Tag für Angkor Wat für uns ausreichend ist, waren wir schlussendlich froh, uns nur für den einen Tag entschieden zu haben. Den mit den Kindern ist es absolut ausreichend! Auch wir für uns hatten auch das Gefühl, dass gesehen zu haben, was wir uns vorstellten. Und so ein Tag bei der Hitze und 2 Kleinkindern, welche ein Grossteil der Zeit getragen werden wollten, schlauchte ganz schön 🙂

(Bei unserem kleinen Spaziergang abends in der Stadt trafen wir übrigens noch „unseren“ Fahrer. Er hatte verschlafen und tauchte nur wenige Minuten später auf, nachdem wir uns für den anderen Fahrer entschieden hatten. Leider hatten wir vergessen, die Telefonnummern auszutauschen, so konnte er sich nicht melden.)

 


 

 

Musical-Première in Siem Reap

Nach unserem Luxuseinkauf wollte uns der Fahrer unbedingt noch die Abend-Show „Smile of Angkor“ (leider war das Fotografieren verboten, drum gibt es hier keine Bilder vom Musical) empfehlen. Wir waren in der Zwischenzeit ziemlich müde von den ganzen Eindrücken und der Hitze und hatten Bedenken, ob die Show mit zwei müden Kleinkindern wirklich eine gute Idee sei. Der Fahrer liess aber nicht locker und versicherte uns, es gehe problemlos mit den Kindern. So liessen wir uns von ihm zu einem Touristenbüro bringen, um uns dort unverbindlich informieren zu lassen, denn wir wussten ja noch gar nicht, was es genau für eine Show sei. Nachdem uns auch der Angestellte des Touristenbüros versicherte, dass es gut mit den Kindern gehe, kauften wir die Billette. Unser Fahrer brachte uns darauf hin zurück ins Hotel. Viel Zeit zum Ausruhen blieb uns dort aber nicht, schon nach 10 Minuten holte er uns wieder ab, denn vor der Show gab es noch ein Buffet zum Znacht.

Unsere Kinder waren mittlerweile fast zu müde zum Essen, wir hatten deshalb erneut Bedenken, ob wir uns richtig entschieden hatten. Aber wir hatten die Billette ja bereits gekauft, also zogen wir es auch durch. Und kaum hatte die Show angefangen, waren die Kinder gefesselt von der Darbietung! Die ganzen 1 1/2h schauten sie ununterbrochen zu und waren fasziniert von den Tänzen, der Musik und den aufwändigen und teils riesigen Bühnenbildern. Vor allem Ursin war begeistert dabei. Jedes Mal, wenn das Licht abgedunkelt wurde, klatschte er wie verrückt. Und auch bei den unheimlicheren Szenen liessen die Kinder kaum einen Blick abschweifen, obwohl es manchmal schon recht angsteinflössend war, denn da wurden zum Beispiel nur ein paar Meter vor uns (wir sassen in der ersten Reihe) Kämpfe ausgetragen, mit Ritterausrüstungen und Lanzen. Teilweise waren wir sogar ein kleiner Teil der Show, so wurden wir mit Rosenblättern beworfen oder mussten eine Kerze anzünden. Ursin hatte Spass daran, einige Tanzbewegungen nachzumachen und den Schauspielern zuzuwinken. So schaffte er es immer wieder, dem einen oder anderen konzentrierten (oder doch nicht so ganz?) Schauspieler ein Zurücklächeln oder Zurückwinken zu entlocken 🙂

Erst nach der Show meldete sich bei den Kindern die Müdigkeit wieder. Und so ging es nicht lange, und beide schliefen auf dem Nachhauseweg im Tuk-Tuk ein 🙂

Luxuseinkauf bei Behinderten in Siem Reap

Nach dem Ausflug zum Tonle Sap See hatten wir noch einen ganzen Nachmittag Zeit, um etwas von Siem Reap zu sehen.  Wir liessen uns von unserem Tuk-Tuk-Fahrer zu einer von ihm empfohlenen sozialen Einrichtung bringen, in der körperlich Behinderte auf traditionelle Art Souvenirs herstellen.

Nachdem wir den Menschen etwas über die Schultern geschaut hatten, betraten wir deren Laden. Und waren erstaunt über die riesige Auswahl an Souvenirs in allen Preisklassen! Wir brauchten einige Zeit, bis wir alles gesehen hatten. Die Verkäuferinnen folgten uns auf Schritt und Tritt, erklärten und zeigten uns mit viel Geduld ihr Sortiment. Wir fanden einige handgemachten Seifen und T-Shirts für die Kinder.

Immer wieder liebäugelten wir auch mit den schön gemalten Bildern, welche im ganzen Raum verteilt waren. Nach längerem hin- und herüberlegen, entschieden wir uns, zwei davon zu kaufen. Und nach nochmals längerem überlegen, konnten wir uns auch endlich für zwei entscheiden. Die Verkäuferinnen freuten sich über unsere Entscheidung, und während sie die Rechnung von Hand ausfüllten und unsere Artikel sorgfälltig verpackten, durften wir uns ausruhen und bekamen ein kühles Wasser serviert. Auch unser Tuk-Tuk-Fahrer freute sich über unseren Einkauf und bedankte sich bei uns, dass wir so die sozial benachteiligten Menschen unterstützt haben (unser Einkaufsbetrag von über 100.00 USD war wohl nicht ganz alltäglich).

 

Kambodscha: Tonle Sap See

Tết: die Zeit des Reisens – die Einheimischen reisen innerhalb des Landes für Verwandtenbesuche und die Ausländer zieht es scharenweise ins Ausland, da in Vietnam in der Zeit fast alles geschlossen oder überteuert ist. So suchten auch wir nach einem Reiseziel. Nach längerem Überlegen entschieden wir uns fürs Nachbarsland Kambodscha.

Unsere erste Station in Kambodscha war Siem Reap. Siem Reap liegt etwa 1 Flugstunde entfernt von Saigon und ist durch seine Tempelanlagen von Angkor Wat weltbekannt. Für den ersten Tag entschieden wir uns, an den Tonle Sap See zu fahren (etwa 15km ausserhalb) und dort ein Pfahlbauerdorf zu besuchen. Der Wasserstand des Sees ist starken Schwankungen ausgesetzt, entsprechend haben sich die Menschen mit ihren Häusern auf Stelzen diesen Umständen angepasst. Wie wir dann aber von 2 Tuk-Tuk-Fahrern erfahren haben, lohne sich ein
Besuch dieser Dörfer bei der herrschenden Trockenzeit nicht. Der Wasserstand sei so tief, dass die Häuser nicht im Wasser seien, sondern im trockenen und der Boden mit Abfall und Schlamm übersäht sei.

Ein Tuk-Tuk-Fahrer empfahl uns dann einen Besuch eines schwimmenden Dorfes am Tonle Sap See. Dieser Ausflug lohne sich auch in der jetzigen Jahreszeit. Wir vertrauten ihm und nach einer kurzen Preisverhandlung liessen wir uns mit seinem Tuk-Tuk mehrere Kilometer übers Land chauffieren. An einer Bootsanlegestation hielt er an und führte uns zu einem Billetverkäufer, welcher stolze 25 USD pro Person verlangte. Uns blieb nicht viel anderes übrig, als diesen Preis zu zahlen, ohne genau zu wissen, wohin es  überhaupt gehen wird.

Dafür konnten wir dann aber auch gleich in ein Boot einsteigen, welches wir für uns ganz alleine hatten. Unser Tuk-Tuk-Fahrer begleitete uns und schon bald erwies er sich als guter Fremdenführer, welcher uns viele Fragen beantworten konnte. Nach einer gemütlichen Bootsfahrt kamen wir beim schwimmenden Dorf an. Wir liessen es uns von ihm zeigen und erklären, bevor wir an einem Haus anhielten und ausstiegen. Es war ein schwimmendes Restaurant, Souvenirladen und Krokodilfarm in einem und wir bekamen einen Eindruck davon, wie einfach das Leben in diesen Dörfern sein müsse. Ganz in Ruhe schauten wir uns um und genossen die Aussicht vom Dach aus. Auch hier profitierten wir vom Wissen unseres Fahrers, welcher uns in der Ferne eine Schule und eine Kirche zeigen konnte und uns viele Fragen beantwortete.

Da alles recht klein und übersichtlich ist, hatten wir bald einmal alles gesehen und liessen uns wieder zurück nach Siem Reap bringen.

 

Nationalpark Nam Cát Tiên

Der Nam Cát Tiên Nationalpark liegt ca. 150km entfernt von Saigon, was eine Fahrzeit von etwa 4h mit dem Bus bedeutet. Der Park ist rund 72’000ha gross und beheimatet eine grosse Vielfalt an Tieren, unter anderem auch Elefanten und Bären, welche man aber kaum zu Gesicht bekommt. Neben Seen, Flüssen, riesigen Bäumen und Wasserfällen findet man auch eine Auffangstation für Bären und Wildkatzen sowie das Dao-Tien-Zentrum für bedrohte Primaten. Der Park eignet sich super zum Wandern, insgesamt findet man 14 gut gekennzeichnete Wanderungen zwischen 2km und 26km Länge. Auch per Velo, Boot oder Jeep kann der Park erkundet werden. Das Gebiet ist schattig und sehr ruhig, eignet sich also perfekt als Abwechslung zur Grossstadt. Aber Achtung: im feuchten Untergrund lauern unzählige Blutegel! Es empfiehlt sich daher, feste Schuhe und lange Hosen zu tragen, ausserdem die Socken über die Hosen zu ziehen oder die dort erhältlichen Strümpfe anzuziehen, damit man nicht blutig gebissen wird..

Wir waren mit Dominik’s Arbeits-Team dort. Sie suchten sich den Park als Ziel für ihren Teamausflug aus, auf den wir freundlicherweise mit durften. Nach der Ankunft und dem Mittagessen am Samstag, genossen wir den Regenwald auf einer lockeren, 6km langen Wanderung. Vorallem Flurina genoss es, mal wieder so richtig im Wald zu sein. Ausser einer kurzen Pause auf Papa’s Armen, lief sie die ganze Strecke. Ein grosser Teil der Strecke legte sie trotz der Hitze sogar joggend zurück: zusammen mit einem von Dominik’s Mitarbeiter rannte sie uns weite Strecken voraus, um dann ungesehen von Mama und Papa mit dem Mitarbeiter ein paar Pommes Chips zu knabbern 🙂

Nach der Wanderung schauten sich die Einheimischen das Finalspiel des U23 Asia Cups an, in dem die
Vietnamesen überraschend im Finale standen, während wir spazieren gingen, damit unsere Kinder noch etwas schlafen konnten. Den später stand noch ein besonderes Highlight, vorallem für die Kinder, auf dem Programm: eine Nachtsafari! Als es dunkel wurde, fuhren wir auf der Ladefläche eines kleinen Lastwagens in den Wald hinein und entdeckten tatsächlich einige Tiere. Obwohl wir weder Elefanten, Affen, Bären, Büffel oder andere grosse Tiere sahen, freuten wir uns über jedes gefundene Reh oder Stachelschwein.

Nach der Safari gabs Abendessen, und zwar in Form eines BBQ, ganz gemütlich am Boden auf einer grossen Blache. Doch leider fing es plötzlich an heftig zu regnen, gerade, als alle Lebensmittel parat gewesen wären zum Essen… so blieb uns nichts anderes übrig, als schnell alles einzupacken, jedem Kind noch eine Wurst in die Hand zu drücken, und in unsere Hütte zu fliehen… da wir nach der Reise und dem bisher erlebten müde waren und am nächsten Tag wieder früh auf mussten, machten wir dann gleich Feierabend und krochen nach einer erfrischenden Dusche in unsere Betten unter den Moskitonetzen.

Am nächsten Morgen schien zum Glück wieder die Sonne, so dass wir unsere Velotour wie geplant 
durchführen konnten. Auf mehr oder weniger guten Mietvelos fuhren wir in Richtung eines Wasserfalles. Da es schon bald heiss wurde, waren viele in kurzen Hosen unterwegs, und wir beachteten die Hinweise zu den Blutegeln nicht. Wir hatten schliesslich bei der Wanderung keinen einzigen gesehen, und jetzt sitzen wir ja auf den Velos… ein Fehler, wie sich bald herausstellte… Den der Weg
führte bald mal weg von der festen Strasse auf einen Waldweg. Durch den Regen am Abend und in der Nacht, bildeten sich grosse Pfützen, wo man die Velos stellenweise schieben mussten. Die Blutegel, welche sich dank der Feuchtigkeit anders als am trockenen Vortag nun nicht mehr versteckten, hatten natürlich die hellste Freude an so vielen nackten Beinen! Trotzdem kämpften wir uns weiter. Als wir fast am Ziel waren und nur noch ein paar Meter zu Fuss zum Wasser hätten gehen müssen, entschieden wir uns dann aber dennoch zur sofortigen Rückkehr. Es wimmelte nur noch von diesen kleinen Biestern!

Nach dem Mittagessen wartete dann bereits wieder unser Bus, welcher uns, leider wieder einmal mehr mit einem lebensgefährlichen Fahrstil, aus dem Dschungel wieder mitten ins Grossstadtleben zurück brachte.

Verlängertes Wochenende in Bến Tre

Obwohl die Vietnamesen „ihr“ Neujahr eigentlich erst im Februar feiern (Tết), wechselte auch hier um Mitternacht des 31. Dezembers das Jahr 2017 auf 2018. Und der 1. Tag des neuen Jahres ist auch hier ein arbeitsfreier Tag und somit kamen die Vietnamesen ebenfalls in den Genuss eines verlängerten Wochenendes. Und wie die Einheimischen, zog es auch uns aus der Stadt.

Im Gegensatz zu den Einheimischen, welche vorallem für Familienbesuche reisten, standen wir vor der Qual der Wahl: wohin solls gehen? Obwohl der Feiertag nicht ganz überraschend kam, waren wir zu spät dran, um noch schlaue Flugverbindungen zu finden. Und sehenswerte Orte in machbarer Distanz mit dem Zug, hatten so gut wie keine freien Unterkünfte mehr. Sehr spontan entschieden wir uns dann, den Bus nach Bến Tre im Mekongdelta zu nehmen (ca. 2h Fahrzeit) und uns dort in einem 4* Resort etwas Luxus zu gönnen.

So reisten wir am Samstag Morgen los. Trotz des nicht mehr ganz so modernen Busses, kamen wir recht bequem und pünktlich in Bến Tre an. Vom Busbahnhof gings dann mit einem kleinen Büssli weiter zum Resort. Der Fahrer schien sich aber wohl eher auf einer Rennstrecke zu fühlen, anders konnte ich mir seinen Fahrstil nicht erklären… wir waren auf jeden Fall recht erleichtert, als wir heil im Resort aussteigen konnten.

Nach einer Stärkung im dort ansässigen (und nicht empfehlenswerten) Restaurant und der Erkundung
der Umgebung, spazierten wir in etwa 45min der Uferpromenade entlang ins Stadtzentrum von Bến Tre. Auf der Suche nach einem uns empfohlenen Strassen-Restaurant für den Znacht, landeten wir im sehenswerten und recht grossen Nachtmarkt.

Nach einer guten Nacht im ersten weichen Bett seit unserer Abreise aus der Schweiz und einem Zmorgenbuffet mit einem Mix aus asiatischen und westlichen Zutaten, testeten wir den Pool des Resorts. Nachdem wir unsere Kinder endlich wieder vom Pool wegbrachten, holten wir 2 kostenlose Mietvelos,
banden die Kinder im Manduca auf unsere Rücken und radelten los. Ganze 26km legten wir so auf den unbequemen Velos in schöner Landschaft zurück! Und natürlich tat uns dann am Abend alles weh…

Interessanterweise waren wir mit den Kindern auf dem Rücken DIE Attraktion bei den Einheimischen, obwohl sie ja Experten darin sind, neben Kindern noch alles andere mögliche und unmögliche mit ihren Mororrädern zu transportieren…

Lange in Erinnerung bleibt uns wohlt auch die Verpflegung während der Tour: als wir Hunger hatten, hielten wir bei einer Frau an, welche gerade damit beschäftigt war, frisches Poulet-Fleisch zu grillieren. Dominik’s Vietnamesisch-Kenntnisse reichen mittlerweile soweit, dass er fragen konnte, ob sie auch Reis dazu hätte. Während sie verneinte, kam die Nachbarin. Vielleicht hätte sie noch, und verschwand in ihrer Hütte. Und nicht lange, und sie kam tatsächlich mit viel Reis zurück. Kurzerhand stellten die Frauen uns ein Plastiktischli und -stühle hin und so genossen wir feinen Reis mit frisch grilliertem Poulet. Die Nachbarin ging in der Zwischenzeit wieder ihrer Beschäftigung nach: sie röstete süssliches Reispapier (mit Kokosnuss) über einem offenen Feuer. Zu unserem Essen gabs dann auch noch so eines dazu. Das ganze kostete uns
inkl. Tee, frischen Kräutern, Tomaten und Gurken gerade mal 50’000 Dong (knapp über 2 Franken)! (Also eigentlich 60’000: 50’000 fürs Fleisch, 10’000 für den Reis, was sie aber nicht annehmen wollte). Sehr gerne kauften wir natürlich der Frau noch 2 Säckli mit den Reispapieren ab.

Bevor des am Montag wieder zurück nach Saigon ging, hatten wir noch eine Einladung einer Mitarbeiterin von Dominik. Ihr Elternhaus steht in Ben Tre und ihr Vater führt hier eine Kokosnuss-Plantage mit etwa 40 Palmen. Dort kamen wir in den Genuss frischer, feiner Kokosnüsse.
Nach einem guten Mittagessen fuhren uns unsere Gastgeber auf ihren Rollern zum nahegelegenen Busbahnhof, wovon es für uns wieder zurück nach Saigon ging.

Und diese Fahrt zurück nach Saigon war nicht gerade ein Highlight: da wurde in Autobahngeschwindigkeit Slalom um andere Autos gefahren, kein Abstand eingehalten, rechts überholt, der Pannenstreifen als Überholspur missbraucht usw. Zum Glück waren wir müde und bekamen nicht ganz alles so mit… auf jeden Fall landeten wir trotzdem wieder heil in Saison (ein Glück, welches leider im ganzen Land alleine an diesem Wochenende rund 70 Leuten auf ihrer ungeplant letzten Reise verwehrt blieb).


 

 

Kältewelle in Vietnam

Endlich ist es auch in Vietnam kälter geworden! Eine echte Kältewelle ist da. Zum Glück sind die Leute mit Kappe und Handschuhen ausgerüstet. Ihr glaubt es nicht? Hier der Zeitungsartikel mit vielen Fotos zur Kältewelle als Beweis!

Irgendwie muss ich mich zuerst aber noch an diese arktischen Temperaturen von 20.8 Grad gewöhnen, denn aus lauter Gewohnheit habe ich die Kinder auch heute mit T-Shirt und kurzen Hosen in die Schule gelassen… hoffentlich erfrieren sie nicht!

Jingle Bells

Ja, auch hier im tropischen Vietnam merkt man, dass bald Weihnachten ist: in vielen Läden und Hotels stehen künstliche, kitschig geschmückte Weihnachtsbäume oder andere weihnächtliche Dekorationen. Und man hört in den Geschäften fast genau so oft Weihnachtslieder wie in der Schweiz. Besonders beliebt scheint hier „Jingle Bells“ zu sein, immer wieder hört man das Lied, auch von den Schulhofplätzen, auf denen Kinder am üben fürs Schulweihnachtsfest sind. Ab und zu hört man es sogar auf Vietnamesisch. Und auch Flurina lernt das Lied im Kindergarten und singt es uns Zuhause regelmässig vor.

 

Man kann hier auch so allerlei Weihnächtliches kaufen: Weihnachtsbäume aus Plastik im Winterlook, Deko-Schneemänner und Hirsche, Servietten,
Weihnachtssterne und Mistelzweige, winkende und singende Weihnachtsmänner usw. In den teureren Lebensmittelläden gibt’s sogar Weihnachtsschokolade, Lebkuchen und Guatzli, das meiste importiert aus Deutschland. Des Weiteren findet man Plüsch-Weihnachtsmänner, englische Weihnachtsbücher und sogar Kochbücher mit Guatzli-Rezepten. Dumm nur, dass ein Backofen nicht zur normalen Wohnungsausstattung gehört… Einige kleinere Geschäfte widmen sich im November und Dezember ganz dem Weihnachtsfest und rüsten ihr Sortiment entsprechend um.

Eindrücklich für uns „Westler“ ist auch das Anbringen der teils sehr aufwändigen Weihnachtsdekorationen an einigen Gebäuden: bei über 30 Grad klettern die Einheimischen in Flipflops auf den unstabil aussehenden Leitern herum und versuchen irgendwie, die Dekorationen so zu befestigen, dass sie am vorgesehenen Ort bleiben. Da schwitzt man nur schon beim Zuschauen!

 

In Vietnam wird eigentlich Weihnachten nicht offiziell gefeiert, es ist auch kein Feiertag. Der grösste Teil der Vietnamesen sind offiziell Atheisten und nur ein kleiner Teil praktizierende Christen. Da es in Vietnam jedoch keine strikte Trennung der Konfessionen gibt (man bedient sich an Elementen unterschiedlicher Religionen, es ist auch nicht aussergewöhnlich, dass man sich zu mehreren Religionen gleichzeitig bekennt), hat
das Weihnachtsfest mit zunehmenden westlichen Einflüssen aber trotzdem Einzug in das öffentliche Leben der Vietnamesen gehalten und ist heute nicht mehr wegzudenken. (mehr zum Thema Religion in Vietnam findet man hier)

Wir selber werden auch Weihnachten feiern, und zwar am 25. Dezember, da Dominik erst am Abend des
24. Dezembers von seinem Schiedsrichter-Einsatz aus Portugal zurück kommt. Aber natürlich ohne frischen, fein duftendem Weihnachtsbaum, und ohne gemütlichem Kaminfeuer, Guatzli, Fondue Chinoise oder Raclette oder was in der Schweiz bei uns sonst noch so alles dazu gehört. Aber das eine oder andere Päckli wartet bestimmt auf die Kinder!

An diesem Wochenende findet in der Schule der Kinder sowie an unserem Wohnort noch je einen Weihnachtsanlass statt. So kommen wir vielleicht auch noch etwas in Weihnachtsstimmung. Bei den Temperaturen hier ist dies nämlich gar nicht so selbstverständlich, da helfen auch die vielen Dekorationen nicht 🙂