Verlängertes Wochenende in Bến Tre

Obwohl die Vietnamesen „ihr“ Neujahr eigentlich erst im Februar feiern (Tết), wechselte auch hier um Mitternacht des 31. Dezembers das Jahr 2017 auf 2018. Und der 1. Tag des neuen Jahres ist auch hier ein arbeitsfreier Tag und somit kamen die Vietnamesen ebenfalls in den Genuss eines verlängerten Wochenendes. Und wie die Einheimischen, zog es auch uns aus der Stadt.

Im Gegensatz zu den Einheimischen, welche vorallem für Familienbesuche reisten, standen wir vor der Qual der Wahl: wohin solls gehen? Obwohl der Feiertag nicht ganz überraschend kam, waren wir zu spät dran, um noch schlaue Flugverbindungen zu finden. Und sehenswerte Orte in machbarer Distanz mit dem Zug, hatten so gut wie keine freien Unterkünfte mehr. Sehr spontan entschieden wir uns dann, den Bus nach Bến Tre im Mekongdelta zu nehmen (ca. 2h Fahrzeit) und uns dort in einem 4* Resort etwas Luxus zu gönnen.

So reisten wir am Samstag Morgen los. Trotz des nicht mehr ganz so modernen Busses, kamen wir recht bequem und pünktlich in Bến Tre an. Vom Busbahnhof gings dann mit einem kleinen Büssli weiter zum Resort. Der Fahrer schien sich aber wohl eher auf einer Rennstrecke zu fühlen, anders konnte ich mir seinen Fahrstil nicht erklären… wir waren auf jeden Fall recht erleichtert, als wir heil im Resort aussteigen konnten.

Nach einer Stärkung im dort ansässigen (und nicht empfehlenswerten) Restaurant und der Erkundung
der Umgebung, spazierten wir in etwa 45min der Uferpromenade entlang ins Stadtzentrum von Bến Tre. Auf der Suche nach einem uns empfohlenen Strassen-Restaurant für den Znacht, landeten wir im sehenswerten und recht grossen Nachtmarkt.

Nach einer guten Nacht im ersten weichen Bett seit unserer Abreise aus der Schweiz und einem Zmorgenbuffet mit einem Mix aus asiatischen und westlichen Zutaten, testeten wir den Pool des Resorts. Nachdem wir unsere Kinder endlich wieder vom Pool wegbrachten, holten wir 2 kostenlose Mietvelos,
banden die Kinder im Manduca auf unsere Rücken und radelten los. Ganze 26km legten wir so auf den unbequemen Velos in schöner Landschaft zurück! Und natürlich tat uns dann am Abend alles weh…

Interessanterweise waren wir mit den Kindern auf dem Rücken DIE Attraktion bei den Einheimischen, obwohl sie ja Experten darin sind, neben Kindern noch alles andere mögliche und unmögliche mit ihren Mororrädern zu transportieren…

Lange in Erinnerung bleibt uns wohlt auch die Verpflegung während der Tour: als wir Hunger hatten, hielten wir bei einer Frau an, welche gerade damit beschäftigt war, frisches Poulet-Fleisch zu grillieren. Dominik’s Vietnamesisch-Kenntnisse reichen mittlerweile soweit, dass er fragen konnte, ob sie auch Reis dazu hätte. Während sie verneinte, kam die Nachbarin. Vielleicht hätte sie noch, und verschwand in ihrer Hütte. Und nicht lange, und sie kam tatsächlich mit viel Reis zurück. Kurzerhand stellten die Frauen uns ein Plastiktischli und -stühle hin und so genossen wir feinen Reis mit frisch grilliertem Poulet. Die Nachbarin ging in der Zwischenzeit wieder ihrer Beschäftigung nach: sie röstete süssliches Reispapier (mit Kokosnuss) über einem offenen Feuer. Zu unserem Essen gabs dann auch noch so eines dazu. Das ganze kostete uns
inkl. Tee, frischen Kräutern, Tomaten und Gurken gerade mal 50’000 Dong (knapp über 2 Franken)! (Also eigentlich 60’000: 50’000 fürs Fleisch, 10’000 für den Reis, was sie aber nicht annehmen wollte). Sehr gerne kauften wir natürlich der Frau noch 2 Säckli mit den Reispapieren ab.

Bevor des am Montag wieder zurück nach Saigon ging, hatten wir noch eine Einladung einer Mitarbeiterin von Dominik. Ihr Elternhaus steht in Ben Tre und ihr Vater führt hier eine Kokosnuss-Plantage mit etwa 40 Palmen. Dort kamen wir in den Genuss frischer, feiner Kokosnüsse.
Nach einem guten Mittagessen fuhren uns unsere Gastgeber auf ihren Rollern zum nahegelegenen Busbahnhof, wovon es für uns wieder zurück nach Saigon ging.

Und diese Fahrt zurück nach Saigon war nicht gerade ein Highlight: da wurde in Autobahngeschwindigkeit Slalom um andere Autos gefahren, kein Abstand eingehalten, rechts überholt, der Pannenstreifen als Überholspur missbraucht usw. Zum Glück waren wir müde und bekamen nicht ganz alles so mit… auf jeden Fall landeten wir trotzdem wieder heil in Saison (ein Glück, welches leider im ganzen Land alleine an diesem Wochenende rund 70 Leuten auf ihrer ungeplant letzten Reise verwehrt blieb).


 

 

Kältewelle in Vietnam

Endlich ist es auch in Vietnam kälter geworden! Eine echte Kältewelle ist da. Zum Glück sind die Leute mit Kappe und Handschuhen ausgerüstet. Ihr glaubt es nicht? Hier der Zeitungsartikel mit vielen Fotos zur Kältewelle als Beweis!

Irgendwie muss ich mich zuerst aber noch an diese arktischen Temperaturen von 20.8 Grad gewöhnen, denn aus lauter Gewohnheit habe ich die Kinder auch heute mit T-Shirt und kurzen Hosen in die Schule gelassen… hoffentlich erfrieren sie nicht!

Jingle Bells

Ja, auch hier im tropischen Vietnam merkt man, dass bald Weihnachten ist: in vielen Läden und Hotels stehen künstliche, kitschig geschmückte Weihnachtsbäume oder andere weihnächtliche Dekorationen. Und man hört in den Geschäften fast genau so oft Weihnachtslieder wie in der Schweiz. Besonders beliebt scheint hier „Jingle Bells“ zu sein, immer wieder hört man das Lied, auch von den Schulhofplätzen, auf denen Kinder am üben fürs Schulweihnachtsfest sind. Ab und zu hört man es sogar auf Vietnamesisch. Und auch Flurina lernt das Lied im Kindergarten und singt es uns Zuhause regelmässig vor.

 

Man kann hier auch so allerlei Weihnächtliches kaufen: Weihnachtsbäume aus Plastik im Winterlook, Deko-Schneemänner und Hirsche, Servietten,
Weihnachtssterne und Mistelzweige, winkende und singende Weihnachtsmänner usw. In den teureren Lebensmittelläden gibt’s sogar Weihnachtsschokolade, Lebkuchen und Guatzli, das meiste importiert aus Deutschland. Des Weiteren findet man Plüsch-Weihnachtsmänner, englische Weihnachtsbücher und sogar Kochbücher mit Guatzli-Rezepten. Dumm nur, dass ein Backofen nicht zur normalen Wohnungsausstattung gehört… Einige kleinere Geschäfte widmen sich im November und Dezember ganz dem Weihnachtsfest und rüsten ihr Sortiment entsprechend um.

Eindrücklich für uns „Westler“ ist auch das Anbringen der teils sehr aufwändigen Weihnachtsdekorationen an einigen Gebäuden: bei über 30 Grad klettern die Einheimischen in Flipflops auf den unstabil aussehenden Leitern herum und versuchen irgendwie, die Dekorationen so zu befestigen, dass sie am vorgesehenen Ort bleiben. Da schwitzt man nur schon beim Zuschauen!

 

In Vietnam wird eigentlich Weihnachten nicht offiziell gefeiert, es ist auch kein Feiertag. Der grösste Teil der Vietnamesen sind offiziell Atheisten und nur ein kleiner Teil praktizierende Christen. Da es in Vietnam jedoch keine strikte Trennung der Konfessionen gibt (man bedient sich an Elementen unterschiedlicher Religionen, es ist auch nicht aussergewöhnlich, dass man sich zu mehreren Religionen gleichzeitig bekennt), hat
das Weihnachtsfest mit zunehmenden westlichen Einflüssen aber trotzdem Einzug in das öffentliche Leben der Vietnamesen gehalten und ist heute nicht mehr wegzudenken. (mehr zum Thema Religion in Vietnam findet man hier)

Wir selber werden auch Weihnachten feiern, und zwar am 25. Dezember, da Dominik erst am Abend des
24. Dezembers von seinem Schiedsrichter-Einsatz aus Portugal zurück kommt. Aber natürlich ohne frischen, fein duftendem Weihnachtsbaum, und ohne gemütlichem Kaminfeuer, Guatzli, Fondue Chinoise oder Raclette oder was in der Schweiz bei uns sonst noch so alles dazu gehört. Aber das eine oder andere Päckli wartet bestimmt auf die Kinder!

An diesem Wochenende findet in der Schule der Kinder sowie an unserem Wohnort noch je einen Weihnachtsanlass statt. So kommen wir vielleicht auch noch etwas in Weihnachtsstimmung. Bei den Temperaturen hier ist dies nämlich gar nicht so selbstverständlich, da helfen auch die vielen Dekorationen nicht 🙂


Auszeit an der Küste

Bereits 3 Monate leben wir nun hier: in Saigon, einer Grossstadt mit geschätzten 12 Millionen Einwohnern. In einer Stadt, in der es Millionen „Motorbikes“ gibt, aber kaum Verkehrsregeln. Natürlich ist es entsprechend laut und chaotisch. Das Bedürfnis war gross, mal etwas aus der Stadt zu kommen. Irgendwo hin, wo es etwas gemütlicher zu und her geht und es auch etwas mehr Natur gibt.

In Vung Tau gibt etwas mehr Natur und Ruhe, als in Saigon

 

Unsere Wahl fiel auf Vung Tau. Vung Tau ist eine Küstenstadt, ca. 90-120 Fahrminuten von Saigon und hat etwa 240’000 Einwohnern. Es ist also für Schweizer Verhältnisse auch nicht klein, aber es liegt schön am Meer. Der Ort ist sehr beliebt für Wochenendausflügler aus Saigon und hat entsprechend viele Hotels. In der Hauptsaison ist hier wahrscheinlich einiges mehr los, als wie wir es angetroffen hatten.

Neben mehreren Stränden gibt es eine Gondelbahn, einen Leuchtturm und eine Jesusstatue als Sehenswürdigkeiten. Wir hatten vor, zuerst mit der Gondelbahn zu fahren und dann den Abend gemütlich am Strand zu verbringen. Und je nach Lust und Laune noch einen Ausflug zum Leuchtturm zu machen.

Back Beach

 

 

Aussicht aus der Gondelbahn

Mit dem Taxi liessen wir uns zur Talstation der Gondelbahn fahren. Vor dem Billettkauf zögerten wir dann allerdings, denn die Retourfahrt sollte stolze 300’000 Dong für einen Erwachsenen kosten! Wir kauften die Billette dann dennoch und liessen uns in einer kurzen Fahrzeit auf etwa 200m.ü.M. hochfahren. Oben angekommen, merkten wir dann, das der Preis doch seine Berechtigung hatte, den wir landeten in einem Freizeitpark! Mit mehreren Karussells, einem Schwimmbad mit Rutschbahnen, einer Sommerrodelbahn und einer Zippline, Kutschenfahrten, Zirkusvorstellungen und einiges mehr. Alles im Preis inbegriffen! Flurina hatte natürlich nichts dagegen und genoss das Karussell-Fahren und viel Zeit auf dem Spielplatz mit tollem Kinder-Kletterparcour. So wurde es schnell Abend, und ein aufziehendes Gewitter zwang uns schliesslich, den Strand- und Leuchtturmbesuch zu verschieben.

Am nächsten Morgen packten wir die Strandsachen und crèmten uns gründlich mit Sonnencrème ein. Bis Dominik auf die Idee kam, mal draussen nach dem Wetter zu schauen (wir hatten zwar ein Fenster im Hotelzimmer, allerdings war eine graue Wand davor…). Und leider: es regnete in Strömen. In der Hoffnung auf Besserung, gönnten wir uns erstmal ein ausgiebiges Frühstück in einem nahen Café. Als keine Wetterbesserung eintraf und uns ein Blick in die Wettervorhersage die letzte Hoffnung nahm (es tobte ein Tropensturm über Südvietnam), entschieden wir uns für eine Alternative. Google empfahl uns einen Besuch im Upside Down House, einem kleinen Haus, in dem die Möbel an der Decke sind, um lustige Fotos schiessen zu können. Bei schönem Wetter gibt es hier weitaus spannenderes zu sehen… schnell waren wir durch und mit dem Taxi auf dem Rückweg.

Fast zurück im Hotel, wurden wir unsanft gebremst, den der Taxifahrer fuhr auf einen stehenden Bus auf! Aber Glück im Unglück: der Fahrer war nicht schnell, so dass es trotz fehlenden Kindersitzen und Gurten niemandem etwas machte. Das Taxi allerdings hatte aber wohl Totalschaden, wir mussten (und wollten) zu Fuss weiter.

Auffahrunfall unseres Taxis

 

Als wir beim Hotel waren, war bereits Mittag. Wir mussten auschecken und uns langsam auf den Weg zur Busstation machen. Schlussendlich waren wir also tatsächlich nicht einmal am Strand! Wasser allerdings hatten wir an diesem Wochenende trotzdem mehr als genug. Da war einerseits der ständige Dauerregen am Sonntag, andererseits aber auch das Wasser in unserem Badezimmer: fast ununterbrochen tropfte es von der Decke, sodass sich auf dem Boden grosse Pfützen bildeten. Und im Klo lief auch immer mal wieder Wasser rein und verspritzte Deckel und Ring. Woher das Wasser kam, überlegten wir uns nicht genauer…

So werden wir wohl nochmals nach Vung Tau fahren, dass nächste Mal aber studieren wir die Wetterprognose vorher. Und ein trockeneres Hotel darfs das nächste Mal auch sein 🙂


Busbahnhof in Vung Tau

 

Besuch im Kunstmuseum

Wir im Kunstmuseum? Tatsächlich! Und: es hat uns sogar Spass gemacht!

Das Museum, welches das geschafft hat, nennt sich Artinus und befindet sich im District 7 in Saigon. Das Spezielle: dort gibt es nicht einfach nur gerahmte Kunst an den Wänden zu bestaunen, sondern man kann selbst ein Teil der Bilder werden. Im Museum finden sich nämlich originelle und teils riesige Kunstwerke in 3D, in denen man sich perfekt für amüsante Fotos in Szene setzen kann.

Auf unserer Kamera sammelten sich so während des Rundgangs allerlei lustige Schnappschüsse, vor allem der Kinder: Ursin reitet auf einem Bär oder spaziert über einen tiefen Abgrund, Flurina hilft einer Mumie beim Toilettenbesuch oder streichelt einen riesigen Dinosaurier. Oder Flurina’s Kopf taucht plötzlich auf einem Teller eines hungrigen Ungeheuers auf. Ausserdem hats mehrere Bilder mit einer optischen Täuschung. So ist der Papa plötzlich so klein wie eine Tasse, wonach der grosse Ursin greift.

Das Museum ist nicht riesig, es lassen sich aber sehr viele Fotosujets finden. Wenn man bei jedem das perfekte Foto schiessen möchte, kann man gut längere Zeit darin verweilen.

Einen Wehrmutstropfen gibt es aber: der hohe Eintrittspreis. Ein Erwachsener zahlt 250’000 Dong, Kinder ab 90cm 200’000 Dong. So ist’s leider ein unverhältnismässig teurer Spass, gerade für Familien.

Mekongdelta

Ein sehr lohnenswertes Ausflugsziel ist das Mekongdelta. Es gibt diverse geführte Ein- oder Mehrtagestouren aus Saigon. Wir hatten ein Wochenende Zeit, also buchten wir eine 2-Tagestour. Man kann aber auch gut auf eigene Faust hinreisen und von dort aus verschiedene Bootstouren buchen.

Unsere Tour ging am Samstag Morgen los: mit dem Bus fuhren wir auf erstaunlich guten Strassen Richtung My Tho. Nach etwas mehr als einer Stunde gabs eine Pause mit der Möglichkeit, einige überteuerte Produkte aus der Region zu kaufen. Der nächste Halt war beim interessanten und sehenswerten Vinh Trang Tempel, wo wir etwas Zeit zur Besichtigung hatten. Von dort war es dann nicht mehr weit bis nach My Tho.

In My Tho stiegen wir auf ein Boot um, mit dem es auf dem Mekong entlang bis zu einer Insel ging. Dort gab es ein feines Mittagessen. Nach der Stärkung gings mit dem Boot zum nächsten Programmpunkt: einem „Coconut Candy Workshop“. Wir konnten bei der Herstellung zuschauen, probieren und natürlich auch kaufen. Weiter gings auf den typischen, kleinen Ruderbooten ganz gemütlich einen schmalen Kanal entlang zur letzten Sehenswürdigkeit des Tages: einer Bienenfarm, wo wir in den Genuss von frischen Früchten, Tee mit Honig und Unterhaltung durch Folkmusik kamen. Anschliessend brachte uns der Bus in über 3h Fahrtzeit nach Can Tho zu unserem einfachen, aber guten Hotel. Den Abend verbrachten wir individuell mit Abendessen und Spazieren.

Der nächste Tag fing früh an, um 6.30Uhr war Besammlung. Mit dem Boot gings zum schwimmenden Markt, wo uns verschiedene feine Früchte von kleinen Booten aus angeboten wurden. Wie wir die vietnamesischen Marktleute bereits vom Land her kennen, waren sie auch auf dem schwimmenden Markt recht hartnäckig, aber stets freundlich. Der nächste Halt war auf einer kleinen Insel, wo wir Velos mieten konnten, um die Insel zu besichtigen. Da die Wege recht rutschig und holperig waren, entschieden wir uns gegen das Velofahren mit den Kindern und spazierten stattessen im tropischen Fruchtgarten auf der Insel umher. Als letztes Highlight durften wir dann noch bei der Herstellung von Reisnudeln zuschauen (und Flurina sogar mithelfen) bevor es mit dem Bus zurück nach Saigon ging.

 

Cu Chi Tunnel

Fast ein Muss, wenn man in Saigon ist: ein Besuch des Cu Chi Tunnelsystems. In den engen Tunnels hielten sich die Vietnamesen während dem Krieg versteckt.  Nach und nach wurden die Tunnels erweitert, sodass sie schlussendlich auf eine Gesamtlänge von fast 250km, teilweise auf mehreren Ebenen, angewachsen waren. In den Tunnels gab es alles, was die Vietnamesen zum Überleben brauchten, sodass sie sich dort auch längere Zeiten aufhalten konnten. Die Eingänge waren raffiniert versteckt und mit Fallen gesichert. Fremde Truppen versuchten erfolglos, das Tunnelsystem zu finden und zu zerstören: die Amerikaner vernichteten riesige Dschungelflächen, zerstörten ganze Dörfer, sprühten chemische Entlaubungsmittel aus der Luft und übergossen die Vegetation mit Benzin und Naplan, um sie dann anzuzünden. Da sie so keinen Erfolg hatten, schickten sie fortan Soldaten in die Tunnels („Tunnelratten“), wegen der ausgeklügelten Fallen und der unterirdischen Kämpfe war aber auch das erfolglos. Erst 1969 gelang es, mittels B-52-Bomber die meisten Tunnels und die Umgebung zu zerstören. Allerdings war es zu spät, die Amerikaner hatten bereits ihren Abzug eingeleitet. Mehr Infos auf Wikipedia

Die Tunnels befinden sich etwa 50km entfernt, erreichbar über die Strasse oder über den Saigon River mit einem Boot. Es gibt unzählige Anbieter, welche eine Tour dort hin anbieten, entweder als Halbtagestour mit Boot oder Bus oder als Ganztagestour kombiniert mit einem Besuch eines Tempels in der Nähe. Wir entschieden uns für eine Halbtagestour, einen Weg mit dem Boot und einen Weg mit dem Bus.

Wir wurden am Morgen mit einem kleinen Bus pünktlich 
beim Reisebüro abgeholt. Nach einer längeren Fahrt durch die Stadt, wo noch weitere Leute zustiegen, fuhren wir zu einer kleinen Anlegestation, wo bereits unser Boot wartete. Es machte einen sicheren Eindruck und es wurde darauf bestanden, dass alle eine Schwimmweste anziehen. Für Flurina wurde sogar eine Kinderschwimmweste parat gemacht. Die Fahrt mit dem Boot dauerte etwas länger als eine Stunde.

Die Anlage ist schön schattig, da sie im Wald liegt, welcher sich mittlerweile wieder von den Giftanschlägen erholt hat. Es gibt vieles zu sehen: mehrere Tunnelzugänge und Verstecke, einen Panzer, Fallen und verschiedene Hütten mit kleineren Ausstellungen zum Thema
Kochen, Fallen bauen und Uniform. Ausserdem gibt es eine Schiessanlage, wo für viel Geld selber geschossen werden kann. Wir fanden das allerdings etwas geschmackslos. Die verschiedenen Stationen sind nicht beschrieben, es gibt auf der ganzen Anlage keine Infotafeln. Unser Reiseleiter konnte uns aber viel erklären und zeigen. Ein kleines Stück der Tunnelanlage ist vergrössert worden, wo man heute als Tourist durchlaufen kann. Es ist allerdings immer noch nur 1.20 Meter hoch und 80cm breit und somit nicht für alle geeignet. Flurina wollte mit Dominik durch, nach ein paar Meter aber wollte sie dann doch lieber wieder raus. Und mit Ursin bin ich gar nicht rein.

Nach dem Besuch assen wir dort Zmittag, bevor es mit dem Bus wieder zurück ging. Die Busfahrt dauert länger als die Bootsfahrt, wie unsere Kinder und auch fast die meisten anderen Passagiere, kann man die Zeit aber gut für ein Schläfchen nutzen. Mitte Nachmittag waren wir wieder zurück in der Stadt.

Feuerwehrübung in Tropic Garden

Über einen Banner, welcher draussen über der Garageneinfahrt hing (und nur über diesen) erfuhren wir von einer Feuerwehrübung, welche bei uns durchgeführt werden sollte. Wir hatten keine Ahnung, wie es ablaufen sollte. Als wir uns um etwas nach 9.00 Uhr auf den Weg zum Schulanfangs-BBQ der Schule der Kinder machen wollten, fing das Ganze an. Zuerst mit der Durchsage über sämtliche Lautsprecher im Haus, dass bald der Feueralarm losgehen werde und alle das Haus zu verlassen hätten. Die Durchsage lief ab dann in Endlosschlaufe, immer abwechslungsweise in Englisch und Vietnamesisch und nicht gerade leise.

Als wir an der Strasse waren, um von dort mit Uber oder Taxi weg zu kommen, merkten wir, dass das heute wohl nicht so gut gehen würde. Normalerweise stehen immer mindestens 2-3 Taxis dort und warten auf Kundschaft. Wenn es jedoch, so wie heute, in strömen regnet, ist die Nachfrage nach Taxis oder Uber viel grösser. Ausserdem waren wir bei weitem nicht die einzigen, welche vom Tropic Garden weg wollten.

Während der Wartezeit ging dann plötzlich der Feueralarm los (draussen kaum hörbar, da die Durchsage über die Lautsprecher immer noch lief und deutlich lauter war) und ein paar Männer fingen an, Wasser an der Fassade hoch zu spritzen. Ein paar Minuten später fuhren 3 Feuerwehrautos mit Blaulicht und Sirene vor. Die Strasse war mittlerweile abgesperrt worden, so dass wir nun definitiv nicht mehr auf ein Taxi oder Uber hoffen konnten. So schauten wir halt dem Spektakel zu, welches uns nun geboten wurde: die Feuerwehrleute stiegen aus den Autos, einige rollten Schläuche aus und fingen ebenfalls an, Wasser an die Gebäude zu spritzen. Andere liefen in die Hochhäuser und kamen mit ein paar verletzten Statisten wieder raus und eine Person wurde mit der Drehleiter runtergeholt.

Das ganze wirkte nicht sehr praxisnahe, es war zum Beispiel viel mehr Sicherheitspersonal anwesend als sonst. Als Treffpunkt für die Leute aus den Hochhäusern wurde ein Platz unter der angeblich brennenden Fassade festgelegt, was im Ernstfall hoffentlich nicht der Fall sein wird. Und ob die Schläuche und Wasseranschlüsse funktionieren, wurde bereits am Vortag getestet, so dass bei der Übung selber auch wirklich nichts schief gehen kann.

Nachdem wir dem ganzen Treiben noch einen Moment zugeschaut hatten, entschieden wir uns, nun  zu Fuss so weit zu laufen, bis wir ein Taxi rufen konnten. Bereits hinter die Absperrung wurden wir fündig, so dass wir dann doch noch fast pünktlich in der Schule waren.

Botanischer Garten und Zoo

Mitten in der Stadt im District 1 befindet sich der botanische Garten mit dem Saigon Zoo, einer der ältesten Zoos der Welt. Der Park ist angenehm schattig und die Kombination zwischen botanischem Garten und Zoo finden wir sehr gelungen. Zu den Highlights zählen unter anderem das Orchideenhaus, ein grosses Raubkatzenhaus mit Glasfront, in dem weisse Tiger leben, die alten Vogelkäfige, ein Freilaufgehege mit Vögeln sowie ein kleines Schmetterlingshaus.

Die Tiergehege aber sind leider noch aus der Anfangszeit, wirken sehr heruntergekommen und sind alles andere als artgerecht. Ausserdem liegt viel Abfall herum. Wir waren am Wochenende dort, da ist der Zoo oft ziemlich voll und der Lärmpegel entsprechend hoch. Die Wiesen im Park dienen den Besuchern als Picknickplatz und zwischen den Bäumen werden Hängematten zum Pause machen aufgehängt. So wirkt der botanische Garten nicht so erholsam wie man es erwartet.

Ebenfalls im Park befindet sich noch ein kleines Kinderschwimmbad sowie ein Vergnügungspark mit unzähligen Karussells und weiteren Bahnen, welche auf den zweiten Blick jedoch nicht ganz so vertrauenserweckend wirken…

Unser Fazit: verglichen mit botanischen Gärten und Zoos an anderen Orten, lohnt sich ein Besuch definitiv nicht. Wer aber in Stadtnähe mal eine Zeit lang dem Strassenverkehr entfliehen möchte und Schatten sucht, kann bei einem Besuch ein paar überraschende Entdeckungen machen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Erfolgreich umgezogen

Es hat geklappt: letztes Wochenende konnten wir in unsere ausgewählte Wohnung im Tropic Garden ziehen! Da die neue Wohnung nur ein paar Strassen weiter ist als die alte, ging das Zügeln ziemlich problemlos. Die grossen, schweren Koffer transportierte ich mit dem Taxi und die kleineren Sachen brachte ich zu Fuss hier hin. Bis auf ein paar Kleinigkeiten war die Wohnung wie versprochen pünktlich parat. Und was noch fehlte, wurde sehr zeitnah organisiert. So konnten wir uns gleich einrichten und fühlten uns schnell wie Zuhause.

 

Unsere neue Wohnung verfügt über eine offene Küche mit Essbereich, einer Sitzecke mit fantastischer Aussicht, einem Kinderzimmer mit neuem Kajütenbett, einem Elternschlafzimmer mit Zugang zu einem Badezimmer mit WC und Dusche, einem separaten Badezimmer mit WC und einem kleinen (Putz-)Balkon mit Waschmaschine. Wir wohnen im 26. Stock von insgesamt 27 und geniessen dadurch eine sehr weitreichende Aussicht mit Morgensonne. Die Wohnung ist möbliert, so dass wir nur noch einzelne Sachen besorgen mussten.

Die Überbauung hat insgesamt 4 Hochhäuser. Unser Hochhaus ist mit etwa 4 Jahren das älteste. Zur Gemeinschaftsnutzung gibt es ein Schwimmbad, einen Spielplatz, Fitnessraum, BBQ Bereich, Tennis, Pingpong und Billiard. Ausserdem findet man hier einen Laden, Cafés, Restaurant, Wäscheservice und ein Spa. Nur der in der Werbung versprochene Park und die Joggingstrecke gibt es in Wirklichkeit (leider) nicht…

 

Kaum hier eingezogen, bekamen wir eine Einladung zum «Moon Festival Event». Und ein paar Tage später kam bereits eine zweite Einladung, diesmal zu einem «Hand-make Lanterns Event». Beide Events richten sich an Kinder mit ihren Eltern. So wie es aussieht, finden hier wohl ab und zu solche Events statt. Wir haben vor, diese, so weit wie möglich, auch zu besuchen. Dies ist bestimmt eine super Gelegenheit, einige Leute kennen zu lernen.