Salzige Guatzli-Überraschung

Kürzlich kam Ursin von der Schule bzw. Krippe mit schönen Guatzli nach Hause. Sie hätten das in der Schule gemacht. Ich freute mich natürlich über die Guatzli-Überraschung, gehören Gebäcke ja nicht grad zu den kulinarischen Spezialitäten von Vietnam. Voller Freude biss ich somit herzhaft in eines der Guatzli und … spuckte gleich wieder aus. Das Ding war recht hart und vor allem saumässig salzig. Wie sich dann herausstellte, handelte es sich um Salzteig-Bastelsachen aus der Schule…

Nebenbei: Salzteiggebäck oder andere Bastelsachen wie Farben oder Leim trocknen hier fast nicht und sind somit praktisch ein Ding der Unmöglichkeit. Bei der hiesigen Luftfeuchtigkeit von 70-100% bei über 30°C (womit die Luft ja viel mehr Wasser enthält als Luft bei 70% Luftfeuchtigkeit bei 20°C) trocknen solche Sachen einfach nicht…

Nächster Schritt: Bootsprüfung?

Unser Quartier ist sehr tief gelegen in einer Flussschlaufe, bei Flut steigt der Fluss höher als der Boden. Entsprechend sprudelt dann aus der Kanalisation bzw. den Schächten das Wasser auf die Strasse und überflutet diese. Ebenso ist die Kanalisation recht schlecht und ausserdem oft von Abfall verstopft – mit dem Ergebnis, dass bei den tropischen Regenfällen hier innert kürzester (fast) alles unter Wasser ist. Mitte Oktober war das Phänomen besonders ausgeprägt: Regenzeit sowie besonders starke Gezeiten (jeweils in April und Oktober). Je nach Region führte das dazu, dass auf der Strasse das Wasser knie- bzw. gar hüfttief stand.

Da wir im 26. Stock wohnen, bleibt unsere Wohnung zuverlässig trocken – aber schliesslich muss ich jeweils arbeiten gehen und die Kinder in die Schule. So mussten wir uns wohl oder übel mindestens zwei Mal täglich durch das schmutzige Wasser (Erinnerung: ein Grossteil des Abwassers geht unbehandelt in den Fluss und das Wasser auf der Strasse kommt aus dem Fluss…) kämpfen.

Evelyne löste die Herausforderung jeweils, indem sie Ursin (13kg) ins Tragtuch, Flurina (17kg) auf die Schultern und das Schulzeugs in den Rucksack nahm. So blieben wenigstens die Kinder trocken – nur die Füsse und Beine von Lastesel Evelyne wurden nass.

Mit dem Töff gestalteten sich Fahrten im Wasser auch etwas anspruchsvoll. Einerseits sollen ja meine Halbschuhe und Anzugshosen nicht unbedingt grad gebadet werden und ich musste dazu die Füsse hochhalten, andererseits ist es auch eine Sicherheitsfrage: durch das trübe Wasser sieht man den Boden nicht und damit auch keine Hindernisse und Löcher  (von denen es viele gibt). Zusätzlich sind die Fahreigenschaften im Wasser ganz anders, das Lenken ist anstrengender und geht nicht so schnell.
Nicht zu unterschätzen ist auch der Wellenschlag, verursacht durch andere Fahrzeuge und insbesondere Autos. Es gab teilweise rechte Wellen, die mit entsprechender Kraft seitlich gegen den Töff schlugen. Diese Faktoren kombiniert führten dazu, dass verschiedene Fahrer jeweils ein unfreiwilliges Bad nahmen…

Problematisch ist auch, dass natürlich ein Töff kein Boot ist und nicht fürs Wasser gebaut ist. Bei zu tiefem Wasserstand ersäuft der Motor wortwörtlich. Regelmässig sah ich entsprechend Leute, die ihren Roller durch das Wasser schieben mussten oder versuchten, den Töff in Schräglage an einem trockenen Ort wieder zum Laufen zu bringen. Ich selbst hatte bisher immer Glück, es hat mir den Motor glücklicherweise noch nie derart abgestellt 🙂

Platten hoch drei und neuer Schlauch

Heute früh verhielt sich mein Töff beim Fahren etwas komisch, ich konnte jedoch optisch nichts  erkennen – nach wenigen Metern auf der Strasse war jedoch klar, da war im Hinterrad keine Luft mehr drin. Also hiess es: stossen und eine Werkstatt finden, notabene bei über 30°C in der Sonne. Ja, leider ist derzeit schon um 7:15 Uhr ein derartiges Klima.

Dummerweise waren die ersten zwei Töff-Reparaturstätten noch geschlossen, am dritten Ort reparierten sie nur Autos und schickten mich zum zweiten Ort zurück. Dort war mittlerweile wenigstens das Tor offen, aber der Haupt-Arbeiter schlief noch friedlich in seiner Hängematte – natürlich mitten in der Werkstatt… Sein Mitarbeiter war nicht sonderlich motiviert und erklärte mir, sie könnten das nicht reparieren, weil es keinen Schlauch im Pneu habe. Dabei hat es doch einen… Immerhin zeigte er mir die allgemeine Richtung, wo es in einem Kilometer Entfernung jemand flicken könne.

Rostiger Übeltäter als Verursacher meiner Platten-Misere

Mit einigem Suchen und mittlerweile tropfnass vor Anstrengung fand ich dank der Hilfe eines Spaziergängers tatsächlich einen Herrn, der gewillt war, mein Problem zu lösen. Er zauberte dann eine rostige Schraube aus dem Schlauch hervor und flickte zwei Löcher. Kostenpunkt: 50’000 Dong, also etwas mehr als 2 Franken. Den hohen Preis erklärte er mir damit, dass er 2 Mal habe flicken müssen (30’000 und 20’000). Es war wohl auch noch ein gewisser Ausländerzuschlag einberechnet, hatte ich doch für eine frühere Reparatur an einem anderen Ort nur 15’000 bezahlt. Mir wars egal, Hauptsache, ich konnte ins Büro. Nach insgesamt 1.5 Stunden „Arbeitsweg“ war ich – natürlich zu spät für die Sitzung – dann endlich dort…

Nach getaner Arbeit kam die nächste Enttäuschung: schon wieder keine Luft! Also, wieder zur nächsten Garage schieben und flicken lassen. Dank „Wasserbad“ war die Ursache rasch identifiziert: Die Luft kam dort raus, wo am Morgen noch mühsam geflickt worden war. Somit musste ein neuer Schlauch her. Der Arbeiter schraubte Auspuff und weiteres Zeugs weg, wechselte den Schlauch und montierte alles wieder. Für diese Arbeit inklusive dem neuen Schlauch waren 75’000 Dong (CHF 3.20) fällig.

Einige Lern-Erkenntnisse, die ich der Schraube „verdanke“

Natürlich war ich damit wieder zu spät, dieses Mal für meinen Vietnamesischkurs. Immerhin hatten wir damit einen Anlass, viele Wörter zu einem neuen Thema zu behandeln. Somit wäre ich jetzt wenigstens sprachlich besser bereit für den nächsten Platten 😛

Vom Volleyballschiri zum trọng tài bóng chuyền

Bekanntlich macht Volleyball – manchmal zum Leidwesen von Evelyne – bei mir einen wichtigen Bestandteil meiner Freizeit aus, der grösste Teil davon als nationaler Schiedsrichter. Da die Anreise für ein Spiel doch etwas gar aufwändig und unökologisch wäre, kann ich logischerweise während meiner Zeit in Vietnam leider nicht in der Schweizer Meisterschaft pfeifen und verpasse dort alle Spiele. Da ich in der Schweiz in der Regel mindestens ein Spiel pro Woche irgendwo in der Schweiz hatte, fehlt mir das nun natürlich entsprechend.

Konzentrierter Blick zum Spiel

In Vietnam ist die Meisterschaft in Turnierform organisiert, wobei im Dezember und April jeweils ein ca 10-tägiges Turnier irgendwo im grossen Land stattfindet. Entsprechend ist es für uns schwierig, überhaupt ein Spiel schauen zu gehen. Umso grösser war meine Freude, als der vietnamesische Volleyballverband mich als Schiri bzw. auf Vietnamesisch Trọng tài an das internationale Frauenturnier VTV9 Bình Điền Cup  in Tam Kỳ in der Provinz Quảng Nam einlud. Die Teams kamen aus China (2x), Thailand, Vietnam (3x), Kasachstan und den USA. Das ergab jeweils mehrheitlich gute Spiele, die bis zu 2000 Zuschauer in die Halle lockten.

Schiri-Team vor dem beindruckenden Wand-Transparent

Wir waren insgesamt 5 Schiris, 3 aus Vietnam, 1 aus Thailand und ich als Schweizer Exot. Mit Ausnahme der Finaltage mit 4 Spielen fanden pro Tag 2 Spiele statt, womit 4 Schiris jeweils zum Ernsteinsatz kam und der 5. als Reserve-Schiri im Einsatz war.

Mit etwas gar viel Verspätung versuche ich nun in einigen Beiträgen über einige Erlebnisse am und um das Turnier zu berichten. Da sämtliche Spiele live auf mehreren nationalen TV-Kanälen übertragen wurden, starten wir mal mit den Videos von „meinen“ Spielen. Es ist natürlich jedem selbst überlassen, das Volleyball zu geniessen und den Schiri zu ignorieren 😉

Als 2. Schiri bei VTV Bình Điền Long An gegen Est Cola aus Thailand am 12.05.18:

Als 2. Schiri bei BIP (USA) gegen Ngân hàng công thương (VN) am 13.05.18:

Als 1. Schiri bei VTV Bin Dien LA gegen Phuc Kien aus China am 14.05.18:

Als 2. Schiri bei Ngân hàng công thương aus Vietnam gegen Giang Tô aus China am 15.05.18:

Als 1. Schiedsrichter im inner-vietnamesischen Duell zwischen Thông Tin Liên Việt Bank und VTV Bình Điền Long An am 16.05.18:

Am 17. Mai war ich bei beiden Spielen als Reserve-Schiri eingeteilt, hatte also relativ wenige Aufgaben und musste primär parat sein, einzuspringen, falls einer der Schiris ausfallen würde. Das waren die folgenden 2 Spiele:

Almaty gegen Ngân hàng công thương:

Und BIP USA gegen Jiangsu (bzw. in der vietnamesischen Variante Gaing Tô) aus China:

Am Freitag, 18. Mai, fanden keine Spiele statt, stattdessen wurde für alle Teams und Schiris ein Ausflug organisiert. Mehr dazu später.

Am 19.05.18 als 2. Schiri im Rangierungsspiel um Rang 5 – 8 zwischen EST Cola aus Thailand und Almaty aus Kasachstan:

Ebenfalls am 19. Mai pfiff ich den Halbfinal zwischen VTV Bình Điền Long An und dem amerikanischen Promo-Team BIP vor vollem Haus und somit rund 2000 Zuschauern als 1. Schiri. In einem packenden und knappen Spiel schlugen die Amerikanerinnen die vom organisierenden nationalen TV-Sender gesponserten Vietnamesinnen 3:2:

Am Sonntag, 20. Mai, fanden dann noch die letzten Spiele statt. Ich war 2x als zweiter Schiri eingeteilt, beim Spiel um Rang 7 und 8 sowie beim Spiel um Platz 3 und 4.
Spiel um Rang 7 und 8 zwischen Almaty und Thông Tin:

Kleiner Final zwischen VTV Bình Điền Long An und Phúc Kiến aus China:

Einmal Platten flicken für 15’000

Als ich heute den Töff aus dem Parkplatz schieben und losfahren wollte, merkte ich sofort: das wird nichts, da ist hinten gar keine Luft mehr drin. Mit dem Platten schob ich den Töff zu einer nahen Autogarage, die zwar noch geschlossen aussah, wo aber ein Arbeiter grad das Tor öffnete.

Zum Glück war Flurina heute Morgen grad in dem Moment aufgestanden, als ich etwas früher als üblich gehen wollte und hatte mich 45 Minuten lang aufgehalten… So konnte der Arbeiter in der Garage als erste Tat am Morgen den Töff frisch pumpen (und wollte dafür nicht mal Geld). Leider ging jedoch die Luft grad wieder raus und ich entdeckte den Übeltäter: da steckte doch tatsächlich eine Schraube perfekt in der Mitte komplett drin, nur der Schraubkopf schaute noch raus. Da nützt pumpen natürlich nicht lange etwas…

Leider kamen Helm und Staubschutz heute mit Verzögerung zum Einsatz

Da die Autogarage keine xe máy (= vietnamesisch für Motorrad) sondern eben nur xe ô tô (= bitte beim Lesen ans Französisch denken und dann versteht man das) repariert, erklärte mir ein anderer Arbeiter mit einigen Worten Englisch, wo der Töff geflickt werden könne: nach rechts und dann habe es nach 50 Metern eine Garage. Direkt nach der riesigen Amerikanischen Schule und damit eher nach 500m als nach 50m fand ich dann die Töffwerkstatt und der Besitzer war sogar schon fleissig am Arbeiten. Er verstand mein Problem auch ohne Worte und legte gleich los. Mit gleichen Werkzeugen, wie ich es vom Velo kenne, nahm er den Schlauch raus, flickte ihn, kontrollierte ihn überall im Wasser, setzte ihn wieder ein, pumpte und vermeldete „OK!“. Seine Antwort auf die Preisfrage war auch kurz und knapp: mười lăm, auf Deutsch Fünfzehn und gemeint waren natürlich Fünfzehntausend Đồng. Die Tausend werden in der Regel wegoptimiert, da eh kaum jemand kleineres als 1000 braucht… Umgerechnet in Schweizer Franken kostete mich die Reparatur des Schlauchs also ca 65 Rappen – und dank Flurina fing ich zwar 1.5h später als geplant mit dem Arbeiten an, musste aber wenigstens nicht warten, bis die Werkstatt offen war 🙂

Ein stinkendes Stück Luxus

In der Schweiz verspiesen wir einheimischen Berg- und Alpkäse kilo- bzw. eher Laibweise. Entsprechend hatte es im Kühlschrank eigentlich immer einen Vorrat mehrerer Käsebrocken, eingekauft entweder direkt bei Bauern wie dem Igiser Hoflädali oder beim Plantahof oder auf dem Churer Wochenmarkt. Diese Einkaufsmöglichkeiten direkt an der Quelle fallen hier in der Stadt natürlich weg. Leider haben es aber die Vietnamesen allgemein nicht so mit Milchprodukten und vietnamesischen Käse habe ich noch gar nirgends entdeckt. In den Läden gibt es einige käseähnliche Importprodukte wie Cheddar, aber kaum „richtigen“ Käse. Harte Zeiten also für uns Käseliebhaber…

Ein echter Luxus: Schweizer Käse in Vietnam, fast wie ein Geschenk verpackt

Nach fast 3 Monaten Käse-Enthaltsamkeit habe ich nun im An Nam Gourmet Market Appenzeller Käse und Gruyère gefunden – sogar im Offenverkauf. Nicht nur der Name, auch die Käse-Preise sind Gourmet: kosten tut der Appenzeller Käse stolze 1’310’000 VND, also fast 60 Franken, pro Kilogramm.

Ich konnte trotzdem nicht widerstehen und habe uns ein Stück dieses stinkenden Luxus gegönnt. Das edle Stück von 210g, eingepackt in Geschenkpapier-ähnlichem Käsepapier, kostete 275’100 VND, also fast 12 Franken! Zum Vergleich: pro Woche gebe ich insgesamt deutlich weniger für die Mittagessen in verschiedenen Restaurants in der Nähe des Büros aus. Das Stück Käse kostet also mehr als fünf Mittagessen… Entsprechend geniessen wir den Käse nun häppchenweise, jeweils als „Dessert“ 🙂

Der Appenzeller Käse liegt in seiner vollen, stinkenden Pracht vor uns

Alles bình thường und healthy for work

Heute habe ich die Bestätigung erhalten, dass ich offiziell gesund bin 🙂 Für die Niederlassungs- und Arbeitsbewilligung benötige ich neben diversen anderen Bestätigungen auch einen Gesundheitscheck. Diesen habe ich bei der Privatklinik Columbia Asia mitten im Stadtzentrum in nächster Nähe zur Kathedrale absolviert. Gekostet hat der Spass 2.3 Millionen (Dong, zum Glück, umgerechnet ca 95 Franken), dafür wurde mir aber auch einiges geboten:

Nachdem wie immer die persönlichen Daten inkl. Passnummer (unglaublich, wie oft die gebraucht wird!) notiert wurden, spulte ich den vorgesehenen Parcours ab: Wiegen (die Waage gefällt mir, ich bin dort leichter ;-)), messen (hey, bin 1cm gewachsen!), Brustkorb röntgen, Blut abgeben, Urin abgeben, Sehtest (Linsen durfte ich zum Glück drin lassen), sehr intensiver Rot-Grün-Sehtest (ein ganzes Buch voller Zahlen), Atmung etc abhören, Puls messen (2 Mal, Puls war zum Glück beide Mal vorhanden), Blick in Mund, Blutdruck messen. Für die einzelnen Tests wurde ich jeweils von einem Untersuchungsraum zum nächsten geführt und musste zwischendurch mal wieder warten. Nach einer Stunde war der Spuck vorbei.

Nach einer Woche Wartefrist habe ich nun die Ergebnisse erhalten: ich bin kerngesund, all die vielen gemessenen Werte (die mir leider herzlich wenig sagen) sind normal bzw. wie auf dem zweisprachigen Formular auch steht „bình thường“. Wir können bei der Niederlassungsbewilligung einen Schritt weiter gehen, denn das Fazit auf dem Formular mit unzähligen Stempeln ist „healthy for work“! Tja, dann arbeite ich halt weiter, nichts mit Ferien. Dafür immer unter dem staatlichen Motto (steht auf jedem offiziellen Formular/Vertrag): Freedom, Liberty, Happiness!

Stadtspaziergang

Gestern Samstag haben wir einen Stadtspaziergang gemacht – da lassen wir am besten die Bilder sprechen:

 

Your hair is so short!

Natürlich wachsen die noch verbliebenen Haare auch bei der vietnamesischen Hitze prächtig weiter. So machte ich mich auf die Suche nach einem Coiffeur, der einigermassen eine Falle macht. Es gibt nämlich Coiffeure, die eher speziell und wenig einladend aussehen… Ich fand ein sauber und neu aussehendes Geschäft gleich in der Nähe der zukünftigen Wohnung: Shineline Die Mitarbeiter grinsten schon, als ich sagte, ich bräuchte einen Haarschnitt. Danach schnitt mir wohl der Lehrling die Haare, auf jeden Fall instruierte der eine ihn immer und kontrollierte das Ergebnis.

Ich fand es sehr angenehm und das Ergebnis stimmt für mich auch. Die Haare sind zwar etwas kürzer als bisher, aber unter Berücksichtigung der sprachlichen Barriere ist die Abweichung von ein paar Millimetern wohl im Toleranzbereich 😉 Um den Besuch noch angenehmer zu gestalten, gab es einen Tee dazu (wobei ich mich beeilen musste, den rechtzeitig auszutrinken – während dem Schneiden kann ich ja nicht gut Tee trinken…).

Die Pointe lieferte dann der Chef als es ums Bezahlen ging: sie hätten Dienstag bis Donnerstag von 9 bis 15 Uhr Happy Hour und 20%. Das sei zwar vorbei, aber meine Haare seien so kurz, da würden sie mir den Happy-Hour-Rabatt trotzdem geben 🙂 So bezahlte ich statt der 90’000 VND (schon wenig) sogar nur deren 72’000. Umgerechnet zahlte ich also nicht mal ganz 3 Franken für einen Haarschnitt!

Erfolgreicher SIM-Karten-Kauf und Uber-Première

Ich hab es geschafft, eine SIM-Karte (prepaid) zu kaufen! Was so trivial tönt, war gar nicht so einfach. Seit knapp einem Jahr dürfen nicht mehr beliebige Shops SIM-Karten verkaufen sondern nur noch spezielle und man muss sich mit einem Pass ausweisen, damit die Karte registriert wird. Das erschwert die Sache ziemlich – zumal kaum jemand hier Englisch kann und mein Vietnamesisch bisher nicht wirklich über ein „Nein“ und ein „Danke“ hinaus geht. Auf jeden Fall zückten alle immer gleich motiviert die Wertkarten, mit denen man eine Prepaid-Karte aufladen kann und schüttelten auf meinen Hinweis, ich brauche doch zuerst eine SIM-Karte den Kopf.

Somit suchte ich zu Hause online im WLAN einen Viettel-Store heraus (Viettel ist der grösste Telecom-Anbieter in Vietnam), machte einen Screenshot von der Adresse und zeigte sie einem Taxi-Chauffeur. Der sagte etwas wie „Yes, I know“ und fuhr los. Nachdem wir etwa 6km gefahren waren – Google Maps hatte einen Weg von 4km  angezeigt – nahm ich das Natel aus der Tasche um auf der offline gespeicherten Karte zu schauen, wo wir waren. Das merkte der Chauffeur und merkte, dass er wohl nicht am richtigen Ort war und wollte telefonieren. Ich versuchte, ihm zu erklären, ich suche einfach eine SIM-Karte, was er natürlich nicht verstand. Erst da kam mir in den Sinn, dass der Google Translator auch offline funktioniert – den übersetzten Satz verstand der Chauffeur dann und hielt ein paar 100m weiter vorne bei einem kleinen Shop an. Die Fahrt kostete 102’000 VND, ich gab im 105’000 VND – die 3000 VND Trinkgeld, umgerechnet etwa 12 Rappen, lohnten sich: der Chauffeur stieg aus, zeigte mir den Laden, erklärte der Dame, was ich brauche, übersetzte (mit Google Translator) noch ein paar Worte Vietnamesisch und verabschiedete sich dann 🙂 Nach ca 10min Warten erhielt ich dann meine SIM-Karte (kostete übrigens 160’000 VND, noch ohne Guthaben).

Die SIM-Karte bringt einige Vorteile, mit Abstand am wichtigsten sind aber Google Maps und Uber (Einladungslink). Die Fahrt zurück nach dem SIM-Karten-Kauf bestellte ich nach erfolgreicher Strassenüberquerung gleich via Uber-App – und zwar mit Uber-Moto! Passend zum sonstigen Haupt-Fortbewegungsmittel hier gibt es nämlich in Vietnam die Kategorie Uber-Moto. Die Töff-Fahrer tragen ein Uber-Hemd und haben für den Fahrgast einen Uber-Helm dabei. Dann nimmt man hinter dem Fahrer Platz und los geht’s durch das Getümmel.

Uber nutzen wir hier mangels ÖV sehr oft, es ist deutlich einfacher als mit den normalen Taxis. Der Preis ist im Voraus fix definiert (auch wenn der Chauffeur einen Riesen-Umweg fährt) und vor allem muss man dem Chauffeur nicht erklären, wohin man will – das Ziel wählt man ja auf der Karte in der App aus.