Archive for the ‘Vietnam 2017-2019’ Category

Polizeikontrolle in Thảo Điền

Freitag, September 22nd, 2017

Gestern machte ich eine etwas sonderbare Beobachtung, als ich zur neuen Wohnung lief. Mir fiel ein Motorradfahrer auf, welcher allen Leuten am Strassenrand etwas zurief, woraufhin alle extrem hektisch ihre Sachen zusammenpackten: Kleiderständer wurden zum Haus hin genommen, Gemüse- und Früchteauslagen mit samt dem Tuch in die Häuser gezogen, Menschen verschwanden hinter den Fenstern und bei einem Strassenrestaurant wurden alle Gäste weggescheucht und die Stühlchen und Tischchen versteckt. Kurze Zeit später wurde mir klar, wieso: der Motorradfahrer warnte die Einheimischen vor der Polizei, welche auf Kontrollfahrt war! Angeblich sind in Thảo Điền (unserer Wohngegend) normalerweise keine Polizisten unterwegs, weshalb es wohl die Leute mit dem Gesetz nicht immer ganz ernst nehmen (keine Angst, unsere Gegend ist trotzdem äusserst sicher und friedlich!).

Als mich die Polizei dann überholte, wunderte ich mich erneut: die Polizisten waren nicht etwa in einem Polizeiauto oder für die Stadt eigentlich passend auf Motorrädern unterwegs, sondern mit einem ganz normalen offenen Lieferwagen, worauf hinten drauf einfach 6 Essstühle standen und die Polizisten darauf sassen! Dadurch kommen sie zu einer uneingeschränkten Rundumsicht, wie praktisch für die Polizei!

Dem Polizeifahrzeug folgten übrigens dicht mehrere Motorräder, habe leider nicht herausgefunden, ob das auch Polizisten waren oder einfach Leute, welche den Polizisten zuschauen wollten und allenfalls auf spektakuläre Beobachtungen hofften. Mich erinnerte das ganze auf jeden Fall mehr an einen amüsanten Umzug als an etwas ernstes 🙂

Millionen-Einkauf

Mittwoch, September 20th, 2017

Die Kinder gedeihen im vietnamesischen Klima hervorragend, so dass einige der mitgenommenen Kleider aus der Schweiz bereits zu klein sind. Also müssen grössere her. Da uns unsere Kinder so wertvoll sind, darf das natürlich auch etwas kosten: so packte ich eine ganze Million ins Portemonnaie. Mit Uber fuhr ich etwa 20 Minuten zum „co.opMart“. Auf den ersten Blick ein etwas schäbiger Laden, auf den zweiten aber durchaus in unserer Preisklasse: Kinder-T-Shirts findet man von 17’000 bis über 100’000. Kombinationen aus Hose und T-Shirt gibts ab 115’000 aufwärts. Und kurze Hosen? Scheint es hier nicht wirklich zu geben… Neben Kleidern mussten auch noch Dusch- und Handtüechli für die neue Wohnung her, da ist man so ab etwa 40’000 pro Stück dabei. Und als Überraschung wollte ich dann noch nach einem Trinkbecher für Flurina Ausschau halten.

So fing ich an zu suchen. Mein Körbli füllte sich, und meine Geduld sank langsam, den es ist gar nicht so einfach, beim nicht immer ganz zu unserem Geschmack passenden vietmamesischen Stil das richtige zu finden. Ausserdem sind die Kleiderständer ziemlich überladen und nicht zuverlässig nach Grösse geordnet. Und die drängelnden Kunden und die für ungewohnten Ohren nervigen Reklamenausrufe in Endlosschlaufe tragen auch nicht unbedingt zu einem ruhigen Shoppingerlebnis bei.

Nach längerem Hin- und Her hatte ich schliesslich meinen Einkauf zusammen: 6 Duschtüechli, 4 Handtüechli, 7 Kinder-T-Shirts und 9 Kinderhosen (fand in der Babyabteilung Hosen, welche Flurina passen könnten. Dass 6-9 Monate drauf stand, ignorierte ich…). Und auch einen Trinkbecher fand ich. Den Überblick über die Höhe meines Einkaufs hatte ich zu dem Zeitpunkt allerdings verloren. Zwar versuchte ich mich im Kopfrechnen mit den vielen hohen Zahlen und den Aktionspreisen (vieles war 20-30% günstiger). Bei gewissen Produkten fand ich aber keinen dazu passenden Preis, so dass ich irgendwann aufgab. Aber meine Million im Portemonnaie würde hoffentlich schon reichen…

Uns so wars dann auch: 953’200 kostete alles zusammen. So schnell ist man also seine Million auch wieder los!

(Wer wissen will, was es in Schweizer Franken kostete: es war ziemlich genau Fr. 40.00. Und ja, die Babyhosen passen Flurina tatsächlich!)

Wiedervereinigungspalast

Montag, September 18th, 2017

 

Ursprünglich befand sich der Sitz des französischen Gouverneurs von Cochinchina auf dem Gelände. Das Gebäude wurde 1868 erbaut, allmählich erweitert und als Norodom-Palast bezeichnet. Nach Abzug der französischen Truppen wohnte hier der südvietnamesische Präsident. 1962 wurde der Palast absichtlich von zwei Kampfbombern aus eigener Luftwaffe bombardiert, dabei wurde fast der gesamte linke Flügel zerstört. Der Präsident überlebte den Angriff und lies seine Residenz neu bauen. Die Fertigstellung erlebte er aber nicht mehr, 1963 wurde er bei einem Staatsstreich getötet. Das neue Gebäude hatte über 100 Räume und einen Helikopterlandeplatz. Man taufte es Unabhängigkeitspalast und es diente als Sitz des nächsten südvietnamesischen Präsidenten. Nach dem Fall Saigons am 30. April 1975, nachdem ein Panzer der Vietnamesischen Volksarmee die Tore durchbrachen, wurde hier das Ende des Vietnamkrieges besiegelt. Im darauf folgendem Winter fanden die Verhandlungen über die Wiedervereinigung statt, daher der heutige Name. (Quelle: https://de.m.wikipedia.org/wiki/Wiedervereinigungspalast)

 

 

 

Heute kann der Palast besichtigt werden, solange keine offiziellen Empfänge oder Sitzungen stattfinden. Im Erdgeschoss befinden sich verschiedene Sitzungsräume und oben mehrere prachtvolle Empfangssäle, die für Empfänge von in- und ausländischen Würdenträgern genutzt wurden. Auf der Rückseite des Gebäudes sind die Wohnräume untergebracht sowie verschiedene Gastgeschenke wie Pferdeschweife, Modellboote oder abgetrennte Elefantenfüsse ausgestellt. Weiter befinden sich im Gebäude ein Kartenspielzimmer, ein Kino und einen Nachtclub. Der vielleicht interessanteste Teil des Palasts ist der Keller mit der Kommandozentrale, dem Kriegsraum und einem weit verzweigten Tunnelsystem.

 

Wir besuchten den Palast mit den Kindern, was ganz gut ging: Ursin beobachtete alles von meinem Rücken aus und Flurina lief geduldig und interessiert von einem Raum zum anderen. Am Schluss genoss sie noch etwas Bewegung auf dem dort gelegenen (sandigem) Spielplatz.

Um alle Informationen zu lesen oder mit dem Audio-Guide den Rundgang zu machen und den dort gezeigten Film in Ruhe anschauen zu können, brauchts aber wohl nochmals einen kinderlosen Ausflug dorthin.

 

Der Alltag kehrt ein

Sonntag, September 10th, 2017

Am 2. September war Nationalfeiertag hier in Vietnam. Da er auf einen Samstag fiel, wurde der freie Tag auf den Montag verschoben. So hatte Dominik ein verlängertes Wochenende und die Kinder starteten erst am Dienstag mit Kindergarten und Krippe an der französischen Schule Boule et Billes.

Rucksäcke von Flurina (links) und Ursin (rechts)

Mit dem Schulstart hat bei uns nun der Alltag angefangen. Dominik ist den ganzen Tag über im Büro beschäftigt. Und für die Kinder heisst es jetzt nicht mehr, ausschlafen solange sie möchten, sondern sie müssen nun jeden Tag zwischen 6.15 und 6.30 Uhr aufstehen, denn pünktlich um 7.30 Uhr (oder meistens 5-10min früher) werden sie vom Schulbus abgeholt. Bei Ursin fängt der Tag in der Krippe mit freiem Spiel draussen auf dem schuleigenen Spielplatz an, bevor sie um 9.00 Uhr mit dem Programm beginnen (malen, singen, turnen, baden, kochen…). Flurina’s Kindergarten beginnt um 8.15 Uhr. Um etwa 11.00 Uhr ist es Zeit fürs Mittagessen. Ursin kommt nachher nach Hause. Im Kindergarten ist nach dem Essen etwas Zeit für Pause und ein Mittagsschläfchen, bevor es am Nachmittag bis offiziell etwa 15.30 Uhr weiter geht. Danach können sich die Kinder noch für eine ausserschulische Aktivität entscheiden.

Motiviert wie Flurina ist, hat sie sich für insgesamt fünf solcher Aktivitäten entschieden: am Montag Englisch, am Dienstag Kindermusik (auf Englisch), am Mittwoch Kochen und Schwimmen (mittwochs dauert der reguläre Kindergarten nur bis am Mittag, somit können nachmittags 2 Aktivitäten besucht werden) und am Freitag Vovinam (auf Vietnamesisch, eine vietnamesische Kampfkunst). Abends kommt sie somit erst gegen 18.00 Uhr nach Hause, Donnerstag, wo sie keine Aktivität hat, eine Stunde früher. Nach dem Abendessen und etwas spielen, heissts drum schon bald wieder, ab ins Bett.

Erstaunlicherweise hat insbesondere Flurina den Rhythmus sofort umgestellt (früher ins Bett und dafür auch früher aufstehen), was bedeutet, dass sie Samstag und Sonntag pünktlich um 6:15 Uhr neben Dominiks Bett stand und mitteilte: „Papa, lève toi !“

Während Dominik und die Kinder ausser Haus sind, geniesse ich es, mal ganz in Ruhe den Haushalt machen zu können und einkaufen zu gehen. Ausserdem habe ich mir mit Duolingo und Babbel 2 Apps heruntergeladen, um Französisch zu lernen. Morgen werde ich dann das erste Mal einen Französischkurs in der Nähe besuchen. So werde auch ich bald ein paar fixe Termine in meiner Woche haben.

 

Alles bình thường und healthy for work

Donnerstag, September 7th, 2017

Heute habe ich die Bestätigung erhalten, dass ich offiziell gesund bin 🙂 Für die Niederlassungs- und Arbeitsbewilligung benötige ich neben diversen anderen Bestätigungen auch einen Gesundheitscheck. Diesen habe ich bei der Privatklinik Columbia Asia mitten im Stadtzentrum in nächster Nähe zur Kathedrale absolviert. Gekostet hat der Spass 2.3 Millionen (Dong, zum Glück, umgerechnet ca 95 Franken), dafür wurde mir aber auch einiges geboten:

Nachdem wie immer die persönlichen Daten inkl. Passnummer (unglaublich, wie oft die gebraucht wird!) notiert wurden, spulte ich den vorgesehenen Parcours ab: Wiegen (die Waage gefällt mir, ich bin dort leichter ;-)), messen (hey, bin 1cm gewachsen!), Brustkorb röntgen, Blut abgeben, Urin abgeben, Sehtest (Linsen durfte ich zum Glück drin lassen), sehr intensiver Rot-Grün-Sehtest (ein ganzes Buch voller Zahlen), Atmung etc abhören, Puls messen (2 Mal, Puls war zum Glück beide Mal vorhanden), Blick in Mund, Blutdruck messen. Für die einzelnen Tests wurde ich jeweils von einem Untersuchungsraum zum nächsten geführt und musste zwischendurch mal wieder warten. Nach einer Stunde war der Spuck vorbei.

Nach einer Woche Wartefrist habe ich nun die Ergebnisse erhalten: ich bin kerngesund, all die vielen gemessenen Werte (die mir leider herzlich wenig sagen) sind normal bzw. wie auf dem zweisprachigen Formular auch steht „bình thường“. Wir können bei der Niederlassungsbewilligung einen Schritt weiter gehen, denn das Fazit auf dem Formular mit unzähligen Stempeln ist „healthy for work“! Tja, dann arbeite ich halt weiter, nichts mit Ferien. Dafür immer unter dem staatlichen Motto (steht auf jedem offiziellen Formular/Vertrag): Freedom, Liberty, Happiness!

Mit kleinen Kindern in der grossen Stadt

Sonntag, September 3rd, 2017
An Dominik’s erstem Arbeitstag hatte ich einen ganzen Tag alleine mit den Kindern, da der Kindergarten und die Krippe erst mit der neuen Woche starten. Wir wollten nicht den ganzen Tag in der Wohnung verbringen, also musste eine Alternative her. Was in der Schweiz keine Herausforderung ist, gestaltete sich hier etwas schwieriger. Spielplatz zum Beispiel fiel weg, die Sonne ist zu stark, um längere Zeit unter freiem Himmel spielen zu können. Wald gibts hier keinen und die Pärke lohnen sich nicht so wirklich mit den Kindern, ausserdem ist man aufs Taxi angewiesen um dorthin zu kommen. Baden war auch nicht möglich, Ursin hat das Hineinspringen und Flurina das Tauchen im tiefen Wasser entdeckt. So ists fast unmöglich, alleine beide gleichzeitig zu beaufsichtigen.
So war meine einzige Idee, zu Fuss zur Vincom Mega Mall, ein grosses, teures Markeneinkaufszentrum, welches etwa 1,5km von uns entfernt ist, zu laufen. Den dort hats einen grossen Indoor-Spielbereich. Nachdem die Kinder parat waren (hier müssen die Kinder auch eingecremt werden wenn man nur kurze Zeit draussen ist), liefen wir los. Flurina ist sich schon recht an die Strassen gewohnt, so dass wir ohne Probleme ankamen.
Der Indoor-Spielplatz ist wirklich toll gemacht! Er kostet für vietnamesische Verhältnis zwar recht viel (wir haben 120’000 Dong bezahlt, wobei Ursin noch gratis war), aber es lohnte sich: es gibt dort 2 Ballbäder mit Rutschbahnen, 1 Trampolin, grosser Sandkasten, abgetrennte Spielbereiche zu verschiedenen Themen wie Barbie/Puppe, Autos, Megabloks (Bauklötze) sowie einen Kleinkinderbereich mit allen möglichen Spielsachen und einen Entdeckerbereich mit Holzspielsachen, Büchern und Computern. Ausserdem stehen verschiedene Rutschfahrzeuge zur Verfügung und für ältere Kinder hats noch eine Bastelecke, wobei das Material aber zusätzlich kosten würde.
Nachdem ich es geschafft habe, die Kinder von dort wieder wegzubekommen, gingen wir im dortigen Vinmart einkaufen. Das Geschäft ist sehr gross, man findet dort fast alles. Da ich aber wusste, dass ich die 1,5km mit beiden Kindern wieder zurücklaufen musste, kaufte ich nur das allernötigste, um nicht noch unnötig viel schleppen zu müssen. Nach einer Stärkung machten wir uns dann motiviert auf den Heimweg. Ursin schlief im Manduca und Flurina lief wieder, allerdings nur ein paar Meter. Müde vom toben und einkaufen, stolperte sie über die unebene Strasse und wollte nichts mehr wissen vom Selberlaufen. Also blieb mir nicht viel anderes übrig, als neben Ursin und Rucksack auch noch Flurina zu tragen, und das in der nachmittäglichen Hitze… es gab etwas, was ich in derSituatuon weitaus am meisten aus der Schweiz vermisste: mein Flyer-Velo mit Anhänger!
Irgendwie schafften wir es dennoch nach Hause, dort brauchte ich dann erstmals eine Pause und Abkühlung. Wie gut, gibt es hier Klimaanlage und Youtube-Kinderfilme…
An die eingeschränkte Mobilität gerade alleine mit 2 Kindern muss ich mich noch etwas gewöhnen. Wirklich weg kommt man nur mit Taxi (birgt ein hohes Missverständnisrisiko, da kaum ein Taxifahrer Englisch kann und unsere Versuche, Orte auf vietnamesisch anzugeben, nicht verstanden werden) oder Uber, wobei ich noch keine vietnamesische Sim-Karte und somit unterwegs kein Internet hatte, so dass ich es noch nicht wirklich nutzen konnte. Ausserdem sind die Kinder nicht wirklich gesichert in den Autos.

Ebenfalls fallen „Hilfsmittel“ wie Laufvelo oder Kinderwagen weg, dazu sind die Strassen zu uneben und die Vietnamesen Kinder (und Fussgänger überhaupt) als Strassenverkehrsteilnehmer kaum gewöhnt. Bis zur nächsten schulfreien Zeit dauert es jetzt aber noch etwas. Bis dann wohnen wir am neuen Ort und haben vielleicht sogar Velos, was das vorwärtskommen, zumindest in der näheren Umgebung, vereinfachen könnte. Die Velohelme aus der Schweiz hätten wir auf jeden Fall schon mal hier (da gibts zwar auch Helme zu kaufen, mehr als Deko, bzw zum optisch das Helmobligatorium auf den „Motorbikes“ zu erfüllen, sind sie aber nicht…).

Stadtspaziergang

Sonntag, September 3rd, 2017

Gestern Samstag haben wir einen Stadtspaziergang gemacht – da lassen wir am besten die Bilder sprechen:

 

Your hair is so short!

Samstag, September 2nd, 2017

Natürlich wachsen die noch verbliebenen Haare auch bei der vietnamesischen Hitze prächtig weiter. So machte ich mich auf die Suche nach einem Coiffeur, der einigermassen eine Falle macht. Es gibt nämlich Coiffeure, die eher speziell und wenig einladend aussehen… Ich fand ein sauber und neu aussehendes Geschäft gleich in der Nähe der zukünftigen Wohnung: Shineline Die Mitarbeiter grinsten schon, als ich sagte, ich bräuchte einen Haarschnitt. Danach schnitt mir wohl der Lehrling die Haare, auf jeden Fall instruierte der eine ihn immer und kontrollierte das Ergebnis.

Ich fand es sehr angenehm und das Ergebnis stimmt für mich auch. Die Haare sind zwar etwas kürzer als bisher, aber unter Berücksichtigung der sprachlichen Barriere ist die Abweichung von ein paar Millimetern wohl im Toleranzbereich 😉 Um den Besuch noch angenehmer zu gestalten, gab es einen Tee dazu (wobei ich mich beeilen musste, den rechtzeitig auszutrinken – während dem Schneiden kann ich ja nicht gut Tee trinken…).

Die Pointe lieferte dann der Chef als es ums Bezahlen ging: sie hätten Dienstag bis Donnerstag von 9 bis 15 Uhr Happy Hour und 20%. Das sei zwar vorbei, aber meine Haare seien so kurz, da würden sie mir den Happy-Hour-Rabatt trotzdem geben 🙂 So bezahlte ich statt der 90’000 VND (schon wenig) sogar nur deren 72’000. Umgerechnet zahlte ich also nicht mal ganz 3 Franken für einen Haarschnitt!

Erfolgreicher SIM-Karten-Kauf und Uber-Première

Donnerstag, August 31st, 2017

Ich hab es geschafft, eine SIM-Karte (prepaid) zu kaufen! Was so trivial tönt, war gar nicht so einfach. Seit knapp einem Jahr dürfen nicht mehr beliebige Shops SIM-Karten verkaufen sondern nur noch spezielle und man muss sich mit einem Pass ausweisen, damit die Karte registriert wird. Das erschwert die Sache ziemlich – zumal kaum jemand hier Englisch kann und mein Vietnamesisch bisher nicht wirklich über ein „Nein“ und ein „Danke“ hinaus geht. Auf jeden Fall zückten alle immer gleich motiviert die Wertkarten, mit denen man eine Prepaid-Karte aufladen kann und schüttelten auf meinen Hinweis, ich brauche doch zuerst eine SIM-Karte den Kopf.

Somit suchte ich zu Hause online im WLAN einen Viettel-Store heraus (Viettel ist der grösste Telecom-Anbieter in Vietnam), machte einen Screenshot von der Adresse und zeigte sie einem Taxi-Chauffeur. Der sagte etwas wie „Yes, I know“ und fuhr los. Nachdem wir etwa 6km gefahren waren – Google Maps hatte einen Weg von 4km  angezeigt – nahm ich das Natel aus der Tasche um auf der offline gespeicherten Karte zu schauen, wo wir waren. Das merkte der Chauffeur und merkte, dass er wohl nicht am richtigen Ort war und wollte telefonieren. Ich versuchte, ihm zu erklären, ich suche einfach eine SIM-Karte, was er natürlich nicht verstand. Erst da kam mir in den Sinn, dass der Google Translator auch offline funktioniert – den übersetzten Satz verstand der Chauffeur dann und hielt ein paar 100m weiter vorne bei einem kleinen Shop an. Die Fahrt kostete 102’000 VND, ich gab im 105’000 VND – die 3000 VND Trinkgeld, umgerechnet etwa 12 Rappen, lohnten sich: der Chauffeur stieg aus, zeigte mir den Laden, erklärte der Dame, was ich brauche, übersetzte (mit Google Translator) noch ein paar Worte Vietnamesisch und verabschiedete sich dann 🙂 Nach ca 10min Warten erhielt ich dann meine SIM-Karte (kostete übrigens 160’000 VND, noch ohne Guthaben).

Die SIM-Karte bringt einige Vorteile, mit Abstand am wichtigsten sind aber Google Maps und Uber (Einladungslink). Die Fahrt zurück nach dem SIM-Karten-Kauf bestellte ich nach erfolgreicher Strassenüberquerung gleich via Uber-App – und zwar mit Uber-Moto! Passend zum sonstigen Haupt-Fortbewegungsmittel hier gibt es nämlich in Vietnam die Kategorie Uber-Moto. Die Töff-Fahrer tragen ein Uber-Hemd und haben für den Fahrgast einen Uber-Helm dabei. Dann nimmt man hinter dem Fahrer Platz und los geht’s durch das Getümmel.

Uber nutzen wir hier mangels ÖV sehr oft, es ist deutlich einfacher als mit den normalen Taxis. Der Preis ist im Voraus fix definiert (auch wenn der Chauffeur einen Riesen-Umweg fährt) und vor allem muss man dem Chauffeur nicht erklären, wohin man will – das Ziel wählt man ja auf der Karte in der App aus.

T-Shirt-Suche im Stadtzentrum

Sonntag, August 27th, 2017

Am Freitag fuhren wir mit Uber ins Stadtzentrum. Der Fahrer liess uns bei der Hauptpost raus. Gleich daneben befindet sich auch die Notre Dame Kathedrale, die wir aber (noch) nicht von innen besichtigten.

Das Hauptpostamt wurde im gotischen Baustil in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts vom Architekten Gustave Eiffel konstruiert und gebaut und gehört zu den Hauptsehenswürdigkeiten Saigons. Entsprechend viele Touristen tummelten sich im und um das Gebäude.

Nach dem Besuch des Inneren des Hauptpostamtes liefen wir zu Fuss zum Ben Thanh Market. Dieser überdachte Markt ist der bekannteste Markt Saigons und bei Touristen wie auch Einheimischen sehr beliebt. Es gibt fast nichts, was man dort nicht finden kann. Auch befinden sich mehrere Restaurants im Inneren. Uns war das ganze farbenfrohe Angebot, die kleinen Gässchen zwischen den unzähligen Ständen und die vielen Leute fast zu viel bei der dort herrschenden Hitze, so dass wir ohne etwas zu kaufen wieder gingen. Eigentlich waren wir auf der Suche nach T-Shirts für Dominik. Aber dort konkret etwas zu suchen bzw. zu finden, braucht (zu) viel Zeit, Nerven und Geduld…

So liefen wir den Strassen entlang weiter zu Läden, welche Dominik empfohlen wurden.
Dabei entdeckten wir teils schon Bekanntes, teils aber noch Unbekanntes der Stadt. Hier im Stadtzentrum ist alles etwas lauter, stinkender und geschäftiger als bei uns im District 2. Imposant ist z.B. der hier sehr deutlich sichtbare Unterschied zwischen arm und reich oder der viel stärkere Verkehr. Hier ist es keine Seltenheit, dass die Rollerfahrer bei stärkerem Verkehrsaufkommen einfach aufs Trottoir ausweichen. Auch gibt es im Zentrum die deutlich aufdringlicheren Strassenverkäufer als bei uns.

Nachdem wir die empfohlenen Läden gefunden hatten, waren wir etwas erstaunt über die Preise: ein T-Shirt kostet fast gleich viel wie in der Schweiz. Da wir überzeugt sind, hier sollten sich doch günstigere T-Shirts finden lassen, liessen wir es bleiben und bestellten einen Uber-Fahrer für den Nachhauseweg. Müde von den vielen Eindrücken und den viel gelaufenen Schritte bei Sonnenschein und Hitze, liessen wir uns wieder in unsere vergleichsweise ruhige Umgebung fahren und kühlten uns im Pool ab. Die T-Shirt-Suche verschieben wir vorerst.