Hà Nội – Kultur und Geschichte erleben

Die Hauptstadt Vietnams mit etwa 7.5 Millionen Einwohnern hat nicht sehr viele, aber dennoch lohnenswerte Sehenswürdigkeiten. Zu den wichtigsten gehören der Hoan-Kiem-See, das Wasserpuppentheater, das Ho Chi Minh Mausoleum sowie einige Tempel und Museen.
Im Vergleich zum grösseren Saigon ist die Hauptstadt aufgeräumter und sauberer. Ebenfalls findet man im Stadzentrum bisher noch kaum Hochhäuser, wie sie in Saigon überall gebaut werden. Die Stadt wirkt dadurch übersichtlicher und vielleicht sogar etwas gemütlicher (wobei auf den Strassen ein ähnliches Chaos herrscht). Gut gefallen hat uns die Region rund um den Hoan-Kiem-See. Denn, was wir in Saigon vermissen, findet man hier: Platz zum Flanieren und Verweilen, ohne dass nach spätestens 10min bereits wieder eine stark befahrene Strasse im Weg ist. Wir selber verbrachten auf unserer Reise in den Norden Vietnams zusammen mit den Eltern und einem Bruder von Dominik nicht sehr viel Zeit in Hanoi, da wir es hauptsächlich als Ausgangspunkt für die Weiterreise nach Sa Pa und Ninh Binh nutzten. Da wir aber ein zentral gelegenes Hotel hatten und die meisten Sehenswürdigkeiten in Hanoi im gut zu Fuss erkundbaren Stadtzentrum liegen, sahen wir dennoch einiges. Folgende Sachen sahen wir uns genauer an:

Ngoc Son Tempel
Die kleine Tempelanlage liegt auf einer kleinen Insel im Hoan-Kiem-See und ist über eine kurze Brücke erreichbar. Für 30’000 Dong Eintritt darf man die Insel betreten und einen Altar mit Opfergaben und die Skulptur einer Schildkörte bestaunen. Zur Schildkröte gibt es eine spannende Geschichte

Wasserpuppentheater
Zum Pflichtprogramm jedes Vietnamreisenden gehört ein Besuch der einzigartigen Wasserpuppenshow. Ob in Saigon oder Hanoi spielt dabei keine grosse Rolle, wir hatten das Gefühl, beide Shows seien sehr änlich. In Hanoi wird noch kurz die Legende der Schildkröte aufgegriffen (siehe oben). Eintrittspreise und Zeiten findet man hier. Die Shows sind sehr begehrt, es lohnt sich deshalb, die Tickets 1-2 Tage im Voraus zu kaufen. 

Katholische Kathedrale
Von aussen sieht die Kathedrale nicht sehr vielversprechend aus, umso mehr gestaunt hatten wir dann aber, als wir das prachtvolle Innere sahen! Der Eintritt ist frei, für den Besuch brauchts aber lange Hosen und bedeckte Schultern. Wie so oft, hatten wir aber mit kürzeren Hosen bis unters Knie keine Probleme.

Polizeimuseum
Ein kleines, recht neues Museum zeigt eindrücklich die Geschichte der Polizei Hanois. Der Eintritt ist frei, etwas Zeit sollte man mitbringen, um die patriotistischen und „wohlwollend“ formulierten Infotafeln zu lesen (Vietnamesisch, Englisch und Französisch). Das Museum ist gut nach verschiedenen Zeiten eingeteilt (vor und während des Vietnamkrieges und heute) und greift verschiedene Bereiche der Polizeiarbeit auf – Propaganda inklusive.

Hoa Lo Gefängnis
Das „Maison Centrale“, „Hanoi Hilton“ oder einfach „historisches Gefängnismuseum“ ist definitiv ein Besuch wert. Unsere Entscheidung, die Kinder während des Besuches bei Nani und Neni zu lassen, war richtig: einige Bilder, Darstellungen und Filmszenen sind nicht geeignet für Kinder und können auch Erwachsenen nahe gehen. Leider wurde ein Grossteil der Anlage 1994 für den Bau des „Hanoi Towers“ zerstört, und so ist heute nur noch ein kleiner Teil der ehemals riesigen Anlage vorhanden. Aber es reicht dennoch, um einen sehr eindrücklichen Einblick in die Zellen und Abläufe dieses ehemaligen Gefängnisses zu bekommen. Das Gefängnis wurde 1904 von den Franzosen gebaut, um Vietnamesen gefangen zu halten. Während des Vietnamkrieges diente es dann als Gefängnis für amerikanische Kriegsgefangene. Die Darstellung der beiden Epochen ist erwartungsgemäss sehr einseitig („böse Franzosen, liebe Vietnamesen“). Der Eintritt beträgt 30’000 Dong und wie auch beim Polizeimuseum lohnt es sich, etwas Zeit für die Infotafeln mitzubringen (Vietnamesisch, Englisch und teilweise Französisch). 

Gerne hätten wir noch das ethnologische Museum gesehen, welches aber an unserem einzigen möglichen Tag geschlossen hatte. Vielleicht schaffen wir es bei einem allfälligen zweiten Besuch dieser interessanten Stadt. Ebenso das Ho Chi Minh Mausoleum, für welches wir leider keine Zeit mehr hatten.