Schulwechsel

Kurzer Unterbruch unserer Blogbeiträge aus Kambodscha, denn wir sind natürlich schon lange wieder zurück im Alltag, nur mit den Beiträgen noch etwas im Rückstand  🙂

Bisheriger Schulweg mit dem Schulbus

Dafür gibt es Neues aus dem Schulleben der Kinder: Bisher waren sie in der Schule Boule et Billes. Da sich diese im District 1 befindet und unsere Kinder somit jeden Tag über 30min pro Weg im Schulbus verbringen mussten, schauten wir uns schon vor längerem die ebenfalls französische Schule Saint Ange an, den diese wäre nur etwa 10min zu Fuss von unserem Wohnort entfernt. Wir und auch die Kinder hatten bei der Besichtigung sofort ein gutes  Gefühl, sodass wir uns entschieden haben, die Schule zu wechseln. Und nächste Woche ist es bereits soweit! Flurina findet es zwar etwas schade, denn an der bisherigen Schule fühlte sie sich wohl und verstand sich super mit der Lehrerin, dennoch überwiegt die Vorfreude auf die neue Schule, vor allem, dass sie dann zu Fuss oder mit dem Velo in die Schule gehen kann. Wir als Eltern sehen den Vorteil ebenfalls vor allem im Schulweg, denn der Schulbus war jeweils zu Stosszeiten unterwegs, in den nicht ganz ungefährlichen Strassen Saigons. Etwas schade ist, dass die neue Schule kein Vietnamesisch und kein Vovinam im Wochenprogramm hat, 2 Sachen, an denen Flurina grosse Freude hatte und ihr das Land Vietnam etwas näherbrachten. Auch die ausserschulischen Aktivitäten, welche Flurina 5x in der Woche besuchte, gibt’s bei der neuen Schule nicht. Aber es sind dort viele der Aktivitäten fest im Stundenplan mit eingeplant, so auch ihre Lieblingsfächer Schwimmen, Musik und Englisch. Englisch wird sie dann täglich haben und Schwimmen dank dem schuleigenen Schwimmbad 2x wöchentlich. Ein sehr grosser Vorteil der Schule wird auch sein, dass wir Flurina täglich zwischen 15.30 Uhr und 16.00 Uhr abholen können und sie somit viel früher zuhause ist. Vorher war sie an 4 Tagen in der Woche erst um 17.30 Uhr zurück.

Flurina’s neuer Stundenplan

Bei der Krippe liegt der Unterschied vor allem in der Grösse, den die neue ist um einiges grösser als die bisherige. Die Schule konnte vor noch nicht so langer Zeit ein zweites Gebäude dazu nehmen, somit haben sie das alte Schulhaus nun alleine für die Krippe. Wir haben es von innen noch nicht gesehen, es sieht von aussen aber sehr geräumig aus. Überzeugt hat uns dort auch der sehr grosse, schattige Aussenbereich zum Spielen. Ausserdem befindet sich das Schwimmbad auf dem gleichen Gelände. Somit können auch die Krippenkinder richtig baden und erste Schwimmzüge üben. Bei der bisherigen Schule begnügten sie sich mit einem kleinen Bassin. Ursin selber wird’s aber wohl relativ egal sein, in welche Krippe er geht. Er fühlte sich in der bisherigen sehr wohl, wir sind uns aber ziemlich sicher, dass er auch in der neuen, grösseren Krippe schnell seinen Platz finden wird. Sein Durchsetzungsvermögen und sein Drang zur Selbständigkeit werden ihm dabei sicher helfen 🙂

Kältewelle in Vietnam

Endlich ist es auch in Vietnam kälter geworden! Eine echte Kältewelle ist da. Zum Glück sind die Leute mit Kappe und Handschuhen ausgerüstet. Ihr glaubt es nicht? Hier der Zeitungsartikel mit vielen Fotos zur Kältewelle als Beweis!

Irgendwie muss ich mich zuerst aber noch an diese arktischen Temperaturen von 20.8 Grad gewöhnen, denn aus lauter Gewohnheit habe ich die Kinder auch heute mit T-Shirt und kurzen Hosen in die Schule gelassen… hoffentlich erfrieren sie nicht!

Jingle Bells

Ja, auch hier im tropischen Vietnam merkt man, dass bald Weihnachten ist: in vielen Läden und Hotels stehen künstliche, kitschig geschmückte Weihnachtsbäume oder andere weihnächtliche Dekorationen. Und man hört in den Geschäften fast genau so oft Weihnachtslieder wie in der Schweiz. Besonders beliebt scheint hier „Jingle Bells“ zu sein, immer wieder hört man das Lied, auch von den Schulhofplätzen, auf denen Kinder am üben fürs Schulweihnachtsfest sind. Ab und zu hört man es sogar auf Vietnamesisch. Und auch Flurina lernt das Lied im Kindergarten und singt es uns Zuhause regelmässig vor.

 

Man kann hier auch so allerlei Weihnächtliches kaufen: Weihnachtsbäume aus Plastik im Winterlook, Deko-Schneemänner und Hirsche, Servietten,
Weihnachtssterne und Mistelzweige, winkende und singende Weihnachtsmänner usw. In den teureren Lebensmittelläden gibt’s sogar Weihnachtsschokolade, Lebkuchen und Guatzli, das meiste importiert aus Deutschland. Des Weiteren findet man Plüsch-Weihnachtsmänner, englische Weihnachtsbücher und sogar Kochbücher mit Guatzli-Rezepten. Dumm nur, dass ein Backofen nicht zur normalen Wohnungsausstattung gehört… Einige kleinere Geschäfte widmen sich im November und Dezember ganz dem Weihnachtsfest und rüsten ihr Sortiment entsprechend um.

Eindrücklich für uns „Westler“ ist auch das Anbringen der teils sehr aufwändigen Weihnachtsdekorationen an einigen Gebäuden: bei über 30 Grad klettern die Einheimischen in Flipflops auf den unstabil aussehenden Leitern herum und versuchen irgendwie, die Dekorationen so zu befestigen, dass sie am vorgesehenen Ort bleiben. Da schwitzt man nur schon beim Zuschauen!

 

In Vietnam wird eigentlich Weihnachten nicht offiziell gefeiert, es ist auch kein Feiertag. Der grösste Teil der Vietnamesen sind offiziell Atheisten und nur ein kleiner Teil praktizierende Christen. Da es in Vietnam jedoch keine strikte Trennung der Konfessionen gibt (man bedient sich an Elementen unterschiedlicher Religionen, es ist auch nicht aussergewöhnlich, dass man sich zu mehreren Religionen gleichzeitig bekennt), hat
das Weihnachtsfest mit zunehmenden westlichen Einflüssen aber trotzdem Einzug in das öffentliche Leben der Vietnamesen gehalten und ist heute nicht mehr wegzudenken. (mehr zum Thema Religion in Vietnam findet man hier)

Wir selber werden auch Weihnachten feiern, und zwar am 25. Dezember, da Dominik erst am Abend des
24. Dezembers von seinem Schiedsrichter-Einsatz aus Portugal zurück kommt. Aber natürlich ohne frischen, fein duftendem Weihnachtsbaum, und ohne gemütlichem Kaminfeuer, Guatzli, Fondue Chinoise oder Raclette oder was in der Schweiz bei uns sonst noch so alles dazu gehört. Aber das eine oder andere Päckli wartet bestimmt auf die Kinder!

An diesem Wochenende findet in der Schule der Kinder sowie an unserem Wohnort noch je einen Weihnachtsanlass statt. So kommen wir vielleicht auch noch etwas in Weihnachtsstimmung. Bei den Temperaturen hier ist dies nämlich gar nicht so selbstverständlich, da helfen auch die vielen Dekorationen nicht 🙂


Ein stinkendes Stück Luxus

In der Schweiz verspiesen wir einheimischen Berg- und Alpkäse kilo- bzw. eher Laibweise. Entsprechend hatte es im Kühlschrank eigentlich immer einen Vorrat mehrerer Käsebrocken, eingekauft entweder direkt bei Bauern wie dem Igiser Hoflädali oder beim Plantahof oder auf dem Churer Wochenmarkt. Diese Einkaufsmöglichkeiten direkt an der Quelle fallen hier in der Stadt natürlich weg. Leider haben es aber die Vietnamesen allgemein nicht so mit Milchprodukten und vietnamesischen Käse habe ich noch gar nirgends entdeckt. In den Läden gibt es einige käseähnliche Importprodukte wie Cheddar, aber kaum „richtigen“ Käse. Harte Zeiten also für uns Käseliebhaber…

Ein echter Luxus: Schweizer Käse in Vietnam, fast wie ein Geschenk verpackt

Nach fast 3 Monaten Käse-Enthaltsamkeit habe ich nun im An Nam Gourmet Market Appenzeller Käse und Gruyère gefunden – sogar im Offenverkauf. Nicht nur der Name, auch die Käse-Preise sind Gourmet: kosten tut der Appenzeller Käse stolze 1’310’000 VND, also fast 60 Franken, pro Kilogramm.

Ich konnte trotzdem nicht widerstehen und habe uns ein Stück dieses stinkenden Luxus gegönnt. Das edle Stück von 210g, eingepackt in Geschenkpapier-ähnlichem Käsepapier, kostete 275’100 VND, also fast 12 Franken! Zum Vergleich: pro Woche gebe ich insgesamt deutlich weniger für die Mittagessen in verschiedenen Restaurants in der Nähe des Büros aus. Das Stück Käse kostet also mehr als fünf Mittagessen… Entsprechend geniessen wir den Käse nun häppchenweise, jeweils als „Dessert“ 🙂

Der Appenzeller Käse liegt in seiner vollen, stinkenden Pracht vor uns

Feuerwehrübung in Tropic Garden

Über einen Banner, welcher draussen über der Garageneinfahrt hing (und nur über diesen) erfuhren wir von einer Feuerwehrübung, welche bei uns durchgeführt werden sollte. Wir hatten keine Ahnung, wie es ablaufen sollte. Als wir uns um etwas nach 9.00 Uhr auf den Weg zum Schulanfangs-BBQ der Schule der Kinder machen wollten, fing das Ganze an. Zuerst mit der Durchsage über sämtliche Lautsprecher im Haus, dass bald der Feueralarm losgehen werde und alle das Haus zu verlassen hätten. Die Durchsage lief ab dann in Endlosschlaufe, immer abwechslungsweise in Englisch und Vietnamesisch und nicht gerade leise.

Als wir an der Strasse waren, um von dort mit Uber oder Taxi weg zu kommen, merkten wir, dass das heute wohl nicht so gut gehen würde. Normalerweise stehen immer mindestens 2-3 Taxis dort und warten auf Kundschaft. Wenn es jedoch, so wie heute, in strömen regnet, ist die Nachfrage nach Taxis oder Uber viel grösser. Ausserdem waren wir bei weitem nicht die einzigen, welche vom Tropic Garden weg wollten.

Während der Wartezeit ging dann plötzlich der Feueralarm los (draussen kaum hörbar, da die Durchsage über die Lautsprecher immer noch lief und deutlich lauter war) und ein paar Männer fingen an, Wasser an der Fassade hoch zu spritzen. Ein paar Minuten später fuhren 3 Feuerwehrautos mit Blaulicht und Sirene vor. Die Strasse war mittlerweile abgesperrt worden, so dass wir nun definitiv nicht mehr auf ein Taxi oder Uber hoffen konnten. So schauten wir halt dem Spektakel zu, welches uns nun geboten wurde: die Feuerwehrleute stiegen aus den Autos, einige rollten Schläuche aus und fingen ebenfalls an, Wasser an die Gebäude zu spritzen. Andere liefen in die Hochhäuser und kamen mit ein paar verletzten Statisten wieder raus und eine Person wurde mit der Drehleiter runtergeholt.

Das ganze wirkte nicht sehr praxisnahe, es war zum Beispiel viel mehr Sicherheitspersonal anwesend als sonst. Als Treffpunkt für die Leute aus den Hochhäusern wurde ein Platz unter der angeblich brennenden Fassade festgelegt, was im Ernstfall hoffentlich nicht der Fall sein wird. Und ob die Schläuche und Wasseranschlüsse funktionieren, wurde bereits am Vortag getestet, so dass bei der Übung selber auch wirklich nichts schief gehen kann.

Nachdem wir dem ganzen Treiben noch einen Moment zugeschaut hatten, entschieden wir uns, nun  zu Fuss so weit zu laufen, bis wir ein Taxi rufen konnten. Bereits hinter die Absperrung wurden wir fündig, so dass wir dann doch noch fast pünktlich in der Schule waren.

Erfolgreich umgezogen

Es hat geklappt: letztes Wochenende konnten wir in unsere ausgewählte Wohnung im Tropic Garden ziehen! Da die neue Wohnung nur ein paar Strassen weiter ist als die alte, ging das Zügeln ziemlich problemlos. Die grossen, schweren Koffer transportierte ich mit dem Taxi und die kleineren Sachen brachte ich zu Fuss hier hin. Bis auf ein paar Kleinigkeiten war die Wohnung wie versprochen pünktlich parat. Und was noch fehlte, wurde sehr zeitnah organisiert. So konnten wir uns gleich einrichten und fühlten uns schnell wie Zuhause.

 

Unsere neue Wohnung verfügt über eine offene Küche mit Essbereich, einer Sitzecke mit fantastischer Aussicht, einem Kinderzimmer mit neuem Kajütenbett, einem Elternschlafzimmer mit Zugang zu einem Badezimmer mit WC und Dusche, einem separaten Badezimmer mit WC und einem kleinen (Putz-)Balkon mit Waschmaschine. Wir wohnen im 26. Stock von insgesamt 27 und geniessen dadurch eine sehr weitreichende Aussicht mit Morgensonne. Die Wohnung ist möbliert, so dass wir nur noch einzelne Sachen besorgen mussten.

Die Überbauung hat insgesamt 4 Hochhäuser. Unser Hochhaus ist mit etwa 4 Jahren das älteste. Zur Gemeinschaftsnutzung gibt es ein Schwimmbad, einen Spielplatz, Fitnessraum, BBQ Bereich, Tennis, Pingpong und Billiard. Ausserdem findet man hier einen Laden, Cafés, Restaurant, Wäscheservice und ein Spa. Nur der in der Werbung versprochene Park und die Joggingstrecke gibt es in Wirklichkeit (leider) nicht…

 

Kaum hier eingezogen, bekamen wir eine Einladung zum «Moon Festival Event». Und ein paar Tage später kam bereits eine zweite Einladung, diesmal zu einem «Hand-make Lanterns Event». Beide Events richten sich an Kinder mit ihren Eltern. So wie es aussieht, finden hier wohl ab und zu solche Events statt. Wir haben vor, diese, so weit wie möglich, auch zu besuchen. Dies ist bestimmt eine super Gelegenheit, einige Leute kennen zu lernen.

Der Alltag kehrt ein

Am 2. September war Nationalfeiertag hier in Vietnam. Da er auf einen Samstag fiel, wurde der freie Tag auf den Montag verschoben. So hatte Dominik ein verlängertes Wochenende und die Kinder starteten erst am Dienstag mit Kindergarten und Krippe an der französischen Schule Boule et Billes.

Rucksäcke von Flurina (links) und Ursin (rechts)

Mit dem Schulstart hat bei uns nun der Alltag angefangen. Dominik ist den ganzen Tag über im Büro beschäftigt. Und für die Kinder heisst es jetzt nicht mehr, ausschlafen solange sie möchten, sondern sie müssen nun jeden Tag zwischen 6.15 und 6.30 Uhr aufstehen, denn pünktlich um 7.30 Uhr (oder meistens 5-10min früher) werden sie vom Schulbus abgeholt. Bei Ursin fängt der Tag in der Krippe mit freiem Spiel draussen auf dem schuleigenen Spielplatz an, bevor sie um 9.00 Uhr mit dem Programm beginnen (malen, singen, turnen, baden, kochen…). Flurina’s Kindergarten beginnt um 8.15 Uhr. Um etwa 11.00 Uhr ist es Zeit fürs Mittagessen. Ursin kommt nachher nach Hause. Im Kindergarten ist nach dem Essen etwas Zeit für Pause und ein Mittagsschläfchen, bevor es am Nachmittag bis offiziell etwa 15.30 Uhr weiter geht. Danach können sich die Kinder noch für eine ausserschulische Aktivität entscheiden.

Motiviert wie Flurina ist, hat sie sich für insgesamt fünf solcher Aktivitäten entschieden: am Montag Englisch, am Dienstag Kindermusik (auf Englisch), am Mittwoch Kochen und Schwimmen (mittwochs dauert der reguläre Kindergarten nur bis am Mittag, somit können nachmittags 2 Aktivitäten besucht werden) und am Freitag Vovinam (auf Vietnamesisch, eine vietnamesische Kampfkunst). Abends kommt sie somit erst gegen 18.00 Uhr nach Hause, Donnerstag, wo sie keine Aktivität hat, eine Stunde früher. Nach dem Abendessen und etwas spielen, heissts drum schon bald wieder, ab ins Bett.

Erstaunlicherweise hat insbesondere Flurina den Rhythmus sofort umgestellt (früher ins Bett und dafür auch früher aufstehen), was bedeutet, dass sie Samstag und Sonntag pünktlich um 6:15 Uhr neben Dominiks Bett stand und mitteilte: „Papa, lève toi !“

Während Dominik und die Kinder ausser Haus sind, geniesse ich es, mal ganz in Ruhe den Haushalt machen zu können und einkaufen zu gehen. Ausserdem habe ich mir mit Duolingo und Babbel 2 Apps heruntergeladen, um Französisch zu lernen. Morgen werde ich dann das erste Mal einen Französischkurs in der Nähe besuchen. So werde auch ich bald ein paar fixe Termine in meiner Woche haben.

 

Your hair is so short!

Natürlich wachsen die noch verbliebenen Haare auch bei der vietnamesischen Hitze prächtig weiter. So machte ich mich auf die Suche nach einem Coiffeur, der einigermassen eine Falle macht. Es gibt nämlich Coiffeure, die eher speziell und wenig einladend aussehen… Ich fand ein sauber und neu aussehendes Geschäft gleich in der Nähe der zukünftigen Wohnung: Shineline Die Mitarbeiter grinsten schon, als ich sagte, ich bräuchte einen Haarschnitt. Danach schnitt mir wohl der Lehrling die Haare, auf jeden Fall instruierte der eine ihn immer und kontrollierte das Ergebnis.

Ich fand es sehr angenehm und das Ergebnis stimmt für mich auch. Die Haare sind zwar etwas kürzer als bisher, aber unter Berücksichtigung der sprachlichen Barriere ist die Abweichung von ein paar Millimetern wohl im Toleranzbereich 😉 Um den Besuch noch angenehmer zu gestalten, gab es einen Tee dazu (wobei ich mich beeilen musste, den rechtzeitig auszutrinken – während dem Schneiden kann ich ja nicht gut Tee trinken…).

Die Pointe lieferte dann der Chef als es ums Bezahlen ging: sie hätten Dienstag bis Donnerstag von 9 bis 15 Uhr Happy Hour und 20%. Das sei zwar vorbei, aber meine Haare seien so kurz, da würden sie mir den Happy-Hour-Rabatt trotzdem geben 🙂 So bezahlte ich statt der 90’000 VND (schon wenig) sogar nur deren 72’000. Umgerechnet zahlte ich also nicht mal ganz 3 Franken für einen Haarschnitt!

Erfolgreicher SIM-Karten-Kauf und Uber-Première

Ich hab es geschafft, eine SIM-Karte (prepaid) zu kaufen! Was so trivial tönt, war gar nicht so einfach. Seit knapp einem Jahr dürfen nicht mehr beliebige Shops SIM-Karten verkaufen sondern nur noch spezielle und man muss sich mit einem Pass ausweisen, damit die Karte registriert wird. Das erschwert die Sache ziemlich – zumal kaum jemand hier Englisch kann und mein Vietnamesisch bisher nicht wirklich über ein „Nein“ und ein „Danke“ hinaus geht. Auf jeden Fall zückten alle immer gleich motiviert die Wertkarten, mit denen man eine Prepaid-Karte aufladen kann und schüttelten auf meinen Hinweis, ich brauche doch zuerst eine SIM-Karte den Kopf.

Somit suchte ich zu Hause online im WLAN einen Viettel-Store heraus (Viettel ist der grösste Telecom-Anbieter in Vietnam), machte einen Screenshot von der Adresse und zeigte sie einem Taxi-Chauffeur. Der sagte etwas wie „Yes, I know“ und fuhr los. Nachdem wir etwa 6km gefahren waren – Google Maps hatte einen Weg von 4km  angezeigt – nahm ich das Natel aus der Tasche um auf der offline gespeicherten Karte zu schauen, wo wir waren. Das merkte der Chauffeur und merkte, dass er wohl nicht am richtigen Ort war und wollte telefonieren. Ich versuchte, ihm zu erklären, ich suche einfach eine SIM-Karte, was er natürlich nicht verstand. Erst da kam mir in den Sinn, dass der Google Translator auch offline funktioniert – den übersetzten Satz verstand der Chauffeur dann und hielt ein paar 100m weiter vorne bei einem kleinen Shop an. Die Fahrt kostete 102’000 VND, ich gab im 105’000 VND – die 3000 VND Trinkgeld, umgerechnet etwa 12 Rappen, lohnten sich: der Chauffeur stieg aus, zeigte mir den Laden, erklärte der Dame, was ich brauche, übersetzte (mit Google Translator) noch ein paar Worte Vietnamesisch und verabschiedete sich dann 🙂 Nach ca 10min Warten erhielt ich dann meine SIM-Karte (kostete übrigens 160’000 VND, noch ohne Guthaben).

Die SIM-Karte bringt einige Vorteile, mit Abstand am wichtigsten sind aber Google Maps und Uber (Einladungslink). Die Fahrt zurück nach dem SIM-Karten-Kauf bestellte ich nach erfolgreicher Strassenüberquerung gleich via Uber-App – und zwar mit Uber-Moto! Passend zum sonstigen Haupt-Fortbewegungsmittel hier gibt es nämlich in Vietnam die Kategorie Uber-Moto. Die Töff-Fahrer tragen ein Uber-Hemd und haben für den Fahrgast einen Uber-Helm dabei. Dann nimmt man hinter dem Fahrer Platz und los geht’s durch das Getümmel.

Uber nutzen wir hier mangels ÖV sehr oft, es ist deutlich einfacher als mit den normalen Taxis. Der Preis ist im Voraus fix definiert (auch wenn der Chauffeur einen Riesen-Umweg fährt) und vor allem muss man dem Chauffeur nicht erklären, wohin man will – das Ziel wählt man ja auf der Karte in der App aus.

T-Shirt-Suche im Stadtzentrum

Am Freitag fuhren wir mit Uber ins Stadtzentrum. Der Fahrer liess uns bei der Hauptpost raus. Gleich daneben befindet sich auch die Notre Dame Kathedrale, die wir aber (noch) nicht von innen besichtigten.

Das Hauptpostamt wurde im gotischen Baustil in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts vom Architekten Gustave Eiffel konstruiert und gebaut und gehört zu den Hauptsehenswürdigkeiten Saigons. Entsprechend viele Touristen tummelten sich im und um das Gebäude.

Nach dem Besuch des Inneren des Hauptpostamtes liefen wir zu Fuss zum Ben Thanh Market. Dieser überdachte Markt ist der bekannteste Markt Saigons und bei Touristen wie auch Einheimischen sehr beliebt. Es gibt fast nichts, was man dort nicht finden kann. Auch befinden sich mehrere Restaurants im Inneren. Uns war das ganze farbenfrohe Angebot, die kleinen Gässchen zwischen den unzähligen Ständen und die vielen Leute fast zu viel bei der dort herrschenden Hitze, so dass wir ohne etwas zu kaufen wieder gingen. Eigentlich waren wir auf der Suche nach T-Shirts für Dominik. Aber dort konkret etwas zu suchen bzw. zu finden, braucht (zu) viel Zeit, Nerven und Geduld…

So liefen wir den Strassen entlang weiter zu Läden, welche Dominik empfohlen wurden.
Dabei entdeckten wir teils schon Bekanntes, teils aber noch Unbekanntes der Stadt. Hier im Stadtzentrum ist alles etwas lauter, stinkender und geschäftiger als bei uns im District 2. Imposant ist z.B. der hier sehr deutlich sichtbare Unterschied zwischen arm und reich oder der viel stärkere Verkehr. Hier ist es keine Seltenheit, dass die Rollerfahrer bei stärkerem Verkehrsaufkommen einfach aufs Trottoir ausweichen. Auch gibt es im Zentrum die deutlich aufdringlicheren Strassenverkäufer als bei uns.

Nachdem wir die empfohlenen Läden gefunden hatten, waren wir etwas erstaunt über die Preise: ein T-Shirt kostet fast gleich viel wie in der Schweiz. Da wir überzeugt sind, hier sollten sich doch günstigere T-Shirts finden lassen, liessen wir es bleiben und bestellten einen Uber-Fahrer für den Nachhauseweg. Müde von den vielen Eindrücken und den viel gelaufenen Schritte bei Sonnenschein und Hitze, liessen wir uns wieder in unsere vergleichsweise ruhige Umgebung fahren und kühlten uns im Pool ab. Die T-Shirt-Suche verschieben wir vorerst.