Ninh Bình – eine Bootstour in einer trockenen Bucht und Tempelbesuche bis zum Abwinken

Eigentlich darf die berühmte Halong Bucht auf keiner Nord-Vietnam-Reise fehlen, so planten auch wir sie ursprünglich ein. Da es sich dort aber lohnt, mindestens 1 Nacht auf dem Schiff zu verbringen und von unserer Gruppe nicht alle „seetauglich“ waren, strichen wir dieses Ziel wieder aus unserem Plan und ergänzten die Reise stattdessen mit der „trockenen Halong Bucht“ in Ninh Binh.
Angereist waren wir mit dem Zug aus Hanoi, was eine Fahrzeit von etwas mehr als 2 Stunden bedeutete. Und geschlafen hatten wir in einer recht komfortablen Hütte eines der hier sehr zahlreich vorhandenen, kleinen, einfachen aber schönen Resorts, recht abgelegen aber in schöner Natur. Wir waren etwas planlos angekommen und informierten uns erst vor Ort über die Ausflugsziele. Klar war eigentlich nur, dass wir eine Bootstour machen wollten. Ja, eine Bootstour hier in der trockenen Bucht, den das Land ist in Wirklichkeit nicht wirklich trocken, aber im Gegensatz zur berühmten Halong Bucht liegt es nicht am Meer. Und weil es hier ebenfalls hohe Kalksteinfelsen gibt, die deren der Halong Bucht ähneln, wurde das Gebiet kurzerhand „trockene Halong Bucht“ getauft. Uns wurde dann auch sehr schnell eine Tour zusammengestellt: die gewünschte Bootstour, ein Tempelbesuch und eine Bergbesteigung. Inzwischen war es schon fast Mittag, aber man versicherte uns, dass es für all das noch locker reichen würde. So machten wir uns parat und warteten auf unseren Fahrer, der uns zur Bootsanlegestelle brachte. Ohne gross warten zu müssen (die Wartebereiche liessen erahnen, dass es wohl nicht immer so sei) hatten wir den Eintritt bezahlt und sassen in Ruderbooten. Wir liessen uns ganz gemütlich durch eine wunderschöne Flusslandschaft rudern. Unterbrochen wurde die Fahrt dabei öfters bei verschiedenen Tempeln, welche man zu Fuss besichtigte. Die ersten waren noch interessant, doch bald einmal hatten wir es gesehen, sahen sie doch alle in etwa gleich aus. Ausserdem brannte die Sonne fast unerträglich heiss vom Himmel, insbesondere die Kinder hatten so bald einmal überhaupt keine Lust mehr auf die Tempel und wollten nur noch im Boot bleiben. Aufgemuntert wurden sie dann aber wieder durch die Höhlen, durch welche wir mit dem Boot fuhren. Diese waren so niedrig, dass wir auf den Boden des Bootes sitzen und uns klein machen mussten.
Nach der Bootstour gings weiter zum Bái Đính Tempel, einer riesigen Tempelanlage. Flurina war nicht wirklich begeistert bei der Aussicht einer weiteren Tempelanlage, aber auch wenn man eigentlich keine Tempel mehr sehen mag, diese Anlage ist so imposant, dass sich der Besuch wirklich lohnte! Da wir den Besuch nicht geplant hatten und ohne Führer unterwegs waren, erkundeten wir die Anlage einfach mal so darauf los. Vom Haupteingang liessen wir uns mit einem Elektroauto ans untere Ende der Anlage fahren und stiegen von dort über viele Treppenstufen die Anlage hoch. Unterwegs staunten wir über unzählige Buddahs, eine riesige Glocke, wirklich eindrucksvolle Statuen und reichlich geschmückte Altare. Wir waren fast zuoberst, als es begann, heftig zu regnen. Und so langsam wurde es auch dunkel, weshalb wir den Besuch abbrachen. Und nun machte sich die Planlosigkeit bemerkbar: wir hatten keine Ahnung, wie wir wieder aus dieser Anlage kamen. Natürlich war weit und breit kein Mensch in Sicht, und wie wir es schon von anderen Sehenswürdigkeiten in Vietnam kannten, gabs auch hier keine wirklich brauchbaren Infos, weder vor Ort noch im Internet. Dominik fand dann aber irgendwann doch noch jemanden um zu Fragen und dieser schickte uns den ganzen Weg wieder zurück die Treppenstufen runter (immerhin über 1km…) und dort könnten wir wieder das Elektroauto nehmen. Irgendwie glaubten wir nicht so recht daran, den die einzige auffindbare Infotafel deutete auf etwas anderes. Aber uns blieb nicht wirklich etwas anderes übrig als es zu glauben. Und wir hatten Glück, die Aussage stimmte. Als wir beim Ausgang waren, war es bereits stockdunkel, und so liessen wir den geplanten Berg aus und fuhren zur Unterkunft. Den Berg verschoben wir auf den nächsten Tag.

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