Sinnvoller Zivilschutz

Im Zivilschutz habe ich schon viele sinnlose Stunden verbracht. Dieses Mal aber war mein Einsatz sehr sinnvoll: Wir mussten an der Behinderten-Schiess-WM in Sargans mithelfen. Ich war am Info-Deks eingeteilt und hauptsaechlich mit Uebersetzen beschaeftigt. So musste ich beispielsweise an zwei Sitzungen des internationalen Blindenschuetzenverband als Dolmetscher in den Einsatz. Der erste Einsatz war sehr kurzfristig – ich war noch im Pyjama zu Hause als das Natel laeutete. 15 Minuten spaeter stand ich geduscht in der RSA, dem Wettkampfort. Danach musste ich uebersetzen: Slowake (spricht nur Slowakisch), Finne (spricht Englisch) und Franzose (nur Franzoesisch) wollen eine Sitzung abhalten. Der Slowake hatte einen Englischsprechenden dabei, der Franzose brauchte mich… Wenn also der Slowake dem Franzosen etwas sagen wollte, dann uebersetzte es der slowakische Uebersetzer in Englisch und ich uebersetzte es dann in Franzoesisch und dann die Antwort wieder zurueck.

Die WM war wirklich eindruecklich, erstaunlich wozu die Behinderten zum Teil faehig waren. So gab es beispielsweise das Schiessen der Blinden! Anstatt mit den Augen zu zielen, zielte diese mit den Ohren: Sie hatten Kopfhoerer an und ihr Gewehr war mit Infrarot ausgestattet. Je nach Farbe am Ziel toente es anders. Je naeher in der Mitte die Schuetzen waren, desto hoeher wurde der Ton. Damit brachten sie perfekte Schuesse zustande.
Andere, die praktisch blind waren, spazierten ohne Stock herum und zum Auto (als Mitfahrer). Dass sie praktisch nichts sahen, merkte man erst, wenn sie z.B. beim Einsteigen den Kopf anschlugen!

Eigentlich alle Athleten waren extrem freundlich und kontaktfreudig. Man kam rasch mit ihnen ins Gespraech (auch mit dem Weltmeister und Weltrekordhalter!). Viele schenkten einem Pins oder sonstige Souvenirs, andere gaben mir die E-Mail-Adresse.

Endlich fertig

Gestern Mittwochmittag um 12 Uhr war es endlich so weit: Meine letzte Prüfung des akademischen Jahres 2005-06 war vorbei. Nach freizeitlosen Monaten freue ich mich nun auf die nächste Zeit: Zuerst 6 Tage sinnvoller Zivilschutz-Einsatz an der Behinderten-Schiess-WM in Sargans, dann 5 Wochen Sprachaufenthalt in England.

Der Prüfungsmarathon war happig, vor allem der Schlussspurt: Gestern morgen hatte ich zwei Prüfungen am Stück. Zuerst eine Informatikprüfung von 8.30 bis 10.30 (die wäre von 10-12 gewesen). Danach hatte ich von 11 bis 12 noch meine allerletzte Nebenfachprüfung. Eigentlich war ich schon vor den Prüfungen k.o. Nach der Informatikprüfung hatte ich eigentlich definitiv keine Energie mehr – wusste aber, dass ich in 20 Minuten zur nächsten Prüfung antraben musste. Immerhin dürfte es bei beiden Prüfungen für das Bestehen gereicht haben.

Jetzt freue ich mich einfach auf die Ferien!