Frühstück fast wie zu Hause

Während unseres Kurzaufenthaltes in Da Lat hatten wir leider nur noch ein Hotel ohne Frühstück gefunden (ansonsten ist das Hotel Belle Amour definitiv zu empfehlen – sehr sauber, schöne Zimmer, freundliches Personal). Somit mussten wir am Morgen jeweils einen Ort fürs Frühstück suchen. Da die Mehrheit (kurz: alle, ausser mir) nicht viel von einer herrlichen Phở zum Zmorgen hielt, machten wir uns auf die Suche nach einem westlichen Café mit entsprechendem Frühstück.

Auf TripAdvisor wurden wir fündig und machten uns zu Fuss auf den Weg zum One More Cafe – der Weg von 20 Minuten lohnte sich, es war wirklich sehr gut. Die Hausherrin kommt aus England und somit ist es nicht verwunderlich, dass es auch britisches Frühstück gibt. Nebst gebratenem Speck und Würstchen gab es natürlich auch Spiegeleier, Rührei etc, alles wahlweise mit langweiligem Weissbrot oder hausgemachten 7-Korn-Brot. Mir hat das Tiramisu zum Frühstück-Dessert wunderbar geschmeckt. Weniger der Hit war die heisse Schoggi – da werde ich wohl einfach meine Milch-Abstinenz bis zur Rückkehr in die Schweiz fortsetzen… Gemäss der Fraktion der Kaffee-Trinker schmeckt der Cappuccino dafür vorzüglich.

Der Favorit unserer Kinder war Granola-Müesli mit Milch, einem Vanille-Joghurt und Fruchtsalat. Flurina war davon derart begeistert, dass sie am zweiten Tag wieder dort hin wollte. Leider wurden wir dann aber nach einem Fussmarsch durch den strömenden Regen vor Ort abgewiesen, da sämtliche Plätze besetzt waren… Flurina fügte dann aus Enttäuschung dem Regenwasser noch viele Tränen hinzu, ehe sie sich dann durch das Versprechen, am dritten Tag wieder dorthin zu gehen, beruhigen liess 😉

Ursin geniesst sein Müesli

Um Tränen zu vermeiden, empfiehlt sich daher eine Reservation – das geht unkompliziert per Facebook-Messenger und hat bei uns dann am dritten Tag wunderbar geklappt. Somit gab es für Flurina doch noch einen versöhnlichen Abschluss 🙂

Spontaner Ausflug in die Kühle

Wer uns kennt, weiss, dass uns das Klima in Saigon einfach zu heiss ist. Was andere hier schätzen, zählt für uns zu einem der grössten Negativpunkte. Entsprechend entschieden wir uns letzte Woche spontan, am nächsten Tag nach Da Lat zu fliegen. Die für ihre Blumen bekannte Stadt – es gibt unzählige Gärtnereien dort – liegt auf 1500 m.ü.M., umgeben von viel Grün. Zwar sind es nur 300km von Saigon dort hin, aber die Busfahrt dauert rund 8h, ist kurvig und gefährlich.

Blumenkreisel in der Stadt

So entschieden wir uns einmal mehr, unser ökologisches Gewissen zu unterdrücken und mit dem Flugzeug zu reisen. Tür zu Türe waren es so trotzdem noch ca 4 1/2 Stunden (davon ca eine halbe Stunde in der Luft), aber das ist immer noch doppelt so schnell wie der Bus, der ja auch Downtown losfahren und enden würde, wo wir also nochmals rund eine Stunde Taxi hinzuzählen müssten.

Topmoderne Fahrzeuge der Feuerwehr am Lien Khuong International Airport

Auch wenn es ein internationaler Flughafen ist: der Flughafen von Da Lat hat eine überschaubare Grösse – vom grossen Flugzeug (A320) geht es effizient und einfach zu Fuss zum Gebäude des Lien Khuong International Airport. Wir waren froh, mussten wir das nicht im Bus machen, nebenbei konnten wir damit auch noch die antik anmutenden Feuerwehrfahrzeuge inspizieren.

Viel Betrieb am Abend in Da Lat

Auch wenn es mehr Parks und grüne Vorgärten und natürlich auch viele Blumen hat – die Stadt selbst hat uns nicht wirklich gefallen, es ist ziemlich zugebaut und chaotisch. Aber es ist kühl! Allerdings hatten wir etwas Wetterpech, mit Ausnahme des zweiten Tages regnete es mehrheitlich und war mit 15-20°C aussergewöhnlich kalt. Die Stadtbesichtigung zu Fuss war daher mässig amüsant. Dass gleichzeitig noch ein Weinfest stattfand (was wir nicht gewusst hatten), vergrösserte natürlich das Chaos auch am Abend. Mich selbst hatte das nicht ernsthaft gestört, auch die Kinder genossen die Aufmerksamkeit und die vielen “Foto-Shootings”.

Allein-Unterhalterin Flurina unterhält gleich eine Gruppe von Einheimischen und wird dabei doppelt fotografiert.

Ich hatte Flurina auf dem Markt eine rote Mütze mit grossen Ohren, die mittels Druck (kleine Pumpe) in den Bändeln aufgerichtet werden können, geschenkt. Sie hatte daran selbstverständlich eine Riesenfreude – und, wie es ihre offene Art ist, ging zu jeder und jedem hin um voller Stolz ihre “Ohren” zeigen. Dies verstärkte logischerweise den Jö-Effekt noch und einige Marktfrauen schenkten ihr gleich etwas zu Knabbern, wie Gebäck oder ein Rüebli oder Erdbeeren.

Flurina bei einem ihrer vielen Fotoshootings am Markt

Der grosse Vorteil von Da Lat ist, dass es umgeben von viel Natur ist – den trockenen Tag nutzten wir daher für einen Ausflug nach Datanla, einem Wasserfall mit Rodelbahn wenige Kilometer ausserhalb der Stadt. Dazu mehr in einem späteren Beitrag.

Grün!

Der Ausflug ins Grüne machte Lust auf mehr. Das hat sehr gut getan und verdient Wiederholung! Allerdings würden wir dann wohl eher ein Resort oder Hotel ausserhalb der Stadt wählen.

Saigon ohne Kinder

Über Besuch aus der Schweiz freuen wir uns immer! Und ganz toll ist es natürlich, wenn dieser auch noch ein ganzes Wochenende unsere Kinder hütet! Und so hatten wir plötzlich ganz viel Zeit für Unternehmungen, welche sich nicht (gut) mit Kindern machen lassen: wir besuchten das War Remnants Museum, assen Znacht auf der Bonsai Cruise, bestaunten die Aussicht vom Sky Deck des Bitexco Financial Towers inkl. feinem Dessert, stöberten in einer mehrstöckigen Buchhandlung, schlenderten durch die Bücherstrasse, duellierten uns bei einer Partie Bowling und genossen ein reichhaltiges BBQ. Und geschlafen hatten wir auch mal an einem Ort, an dem wir sonst nicht mit 2 sehr lebhaften Kindern hingehen würden: dem geschichtsträchtigen 5-Sterne Hotel Majestic! Nach fast 1 1/2 Jahren in Saigon sahen wir die Stadt nun also auch mal noch mit den Augen eines “kinderlosen Luxus-Tourists” 🙂 Wir habens genossen, danke Yvonne und Martin fürs Kinder hüten!

Salzige Guatzli-Überraschung

Kürzlich kam Ursin von der Schule bzw. Krippe mit schönen Guatzli nach Hause. Sie hätten das in der Schule gemacht. Ich freute mich natürlich über die Guatzli-Überraschung, gehören Gebäcke ja nicht grad zu den kulinarischen Spezialitäten von Vietnam. Voller Freude biss ich somit herzhaft in eines der Guatzli und … spuckte gleich wieder aus. Das Ding war recht hart und vor allem saumässig salzig. Wie sich dann herausstellte, handelte es sich um Salzteig-Bastelsachen aus der Schule…

Nebenbei: Salzteiggebäck oder andere Bastelsachen wie Farben oder Leim trocknen hier fast nicht und sind somit praktisch ein Ding der Unmöglichkeit. Bei der hiesigen Luftfeuchtigkeit von 70-100% bei über 30°C (womit die Luft ja viel mehr Wasser enthält als Luft bei 70% Luftfeuchtigkeit bei 20°C) trocknen solche Sachen einfach nicht…

Nächster Schritt: Bootsprüfung?

Unser Quartier ist sehr tief gelegen in einer Flussschlaufe, bei Flut steigt der Fluss höher als der Boden. Entsprechend sprudelt dann aus der Kanalisation bzw. den Schächten das Wasser auf die Strasse und überflutet diese. Ebenso ist die Kanalisation recht schlecht und ausserdem oft von Abfall verstopft – mit dem Ergebnis, dass bei den tropischen Regenfällen hier innert kürzester (fast) alles unter Wasser ist. Mitte Oktober war das Phänomen besonders ausgeprägt: Regenzeit sowie besonders starke Gezeiten (jeweils in April und Oktober). Je nach Region führte das dazu, dass auf der Strasse das Wasser knie- bzw. gar hüfttief stand.

Da wir im 26. Stock wohnen, bleibt unsere Wohnung zuverlässig trocken – aber schliesslich muss ich jeweils arbeiten gehen und die Kinder in die Schule. So mussten wir uns wohl oder übel mindestens zwei Mal täglich durch das schmutzige Wasser (Erinnerung: ein Grossteil des Abwassers geht unbehandelt in den Fluss und das Wasser auf der Strasse kommt aus dem Fluss…) kämpfen.

Evelyne löste die Herausforderung jeweils, indem sie Ursin (13kg) ins Tragtuch, Flurina (17kg) auf die Schultern und das Schulzeugs in den Rucksack nahm. So blieben wenigstens die Kinder trocken – nur die Füsse und Beine von Lastesel Evelyne wurden nass.

Mit dem Töff gestalteten sich Fahrten im Wasser auch etwas anspruchsvoll. Einerseits sollen ja meine Halbschuhe und Anzugshosen nicht unbedingt grad gebadet werden und ich musste dazu die Füsse hochhalten, andererseits ist es auch eine Sicherheitsfrage: durch das trübe Wasser sieht man den Boden nicht und damit auch keine Hindernisse und Löcher  (von denen es viele gibt). Zusätzlich sind die Fahreigenschaften im Wasser ganz anders, das Lenken ist anstrengender und geht nicht so schnell.
Nicht zu unterschätzen ist auch der Wellenschlag, verursacht durch andere Fahrzeuge und insbesondere Autos. Es gab teilweise rechte Wellen, die mit entsprechender Kraft seitlich gegen den Töff schlugen. Diese Faktoren kombiniert führten dazu, dass verschiedene Fahrer jeweils ein unfreiwilliges Bad nahmen…

Problematisch ist auch, dass natürlich ein Töff kein Boot ist und nicht fürs Wasser gebaut ist. Bei zu tiefem Wasserstand ersäuft der Motor wortwörtlich. Regelmässig sah ich entsprechend Leute, die ihren Roller durch das Wasser schieben mussten oder versuchten, den Töff in Schräglage an einem trockenen Ort wieder zum Laufen zu bringen. Ich selbst hatte bisher immer Glück, es hat mir den Motor glücklicherweise noch nie derart abgestellt 🙂

Eindrücklicher Aussichtsberg Hang Múa

Am Vortag hatten wir den Aussichtsberg Hang Mua aus zeitlichen Gründen nicht mehr geschafft, so stand an unserem letzten Tag mit ihm nun noch das letzte Highlight unserer Nord-Vietnam-Reise auf dem Programm. Unsere Unterkunft war nur rund 1km vom Berg entfernt, weshalb wir beschlossen, zu Fuss hinzulaufen. Eigentlich wollten wir nicht zu spät am Morgen aufbrechen, damit wir nicht bei voller Hitze hochlaufen müssen. Wie es aber so ist mit 2 kleinen Kindern, starteten wir (mal wieder 😉) deutlich später als geplant und kamen bereits auf dem gemütlichen Hinweg ins Schwitzen.

In unserer Unterkunft wurde uns gesagt, dass man nur etwa 15min bräuchte für den Berg. Als wir vor ihm standen, waren wir allerdings nicht so sicher, ob das wirklich stimmen würde. Wir starteten und bezwangen Tritt um Tritt. Diese Tritte waren anfangs recht angenehm, wurden dann aber immer höher und schmaler. Und die Sonne brannte mittlerweile erbarmungslos vom Himmel. Über 500 Tritte galt es zu bezwingen, bis man oben stand. Und dort wurde man mit einer fantastischen Aussicht belohnt! Die 15min hatten wir locker für den Aufstieg gebraucht (inkl. kürzeren Trinkpausen), mindestens soviel Zeit brauchten wir dann auch oben um zu verschnaufen und die Aussicht zu geniessen. Also unbedingt mehr Zeit einplanen, es sei den, man wolle den Berg hoch- und wieder runtersprinten, was allerdings bei der Aussicht etwas gar schade wäre 🙂

Als wir wieder unten waren, genossen wir noch etwas den gemütlichen und schattigen Park, bevor wir zurück zur Unterkunft liefen. Und dort war dann auch langsam wieder Zeit, sich auf den Weg zum Bahnhof zu machen, von dem es mit dem Zug zurück nach Hanoi ging. In Hanoi verbrachten wir dann noch eine letzte Nacht, ehe es am nächsten Tag gleich nach dem Zmorgen mit dem Flugzeug wieder nach Hause ging.

Ninh Bình – eine Bootstour in einer trockenen Bucht und Tempelbesuche bis zum Abwinken

Eigentlich darf die berühmte Halong Bucht auf keiner Nord-Vietnam-Reise fehlen, so planten auch wir sie ursprünglich ein. Da es sich dort aber lohnt, mindestens 1 Nacht auf dem Schiff zu verbringen und von unserer Gruppe nicht alle “seetauglich” waren, strichen wir dieses Ziel wieder aus unserem Plan und ergänzten die Reise stattdessen mit der “trockenen Halong Bucht” in Ninh Binh.
Angereist waren wir mit dem Zug aus Hanoi, was eine Fahrzeit von etwas mehr als 2 Stunden bedeutete. Und geschlafen hatten wir in einer recht komfortablen Hütte eines der hier sehr zahlreich vorhandenen, kleinen, einfachen aber schönen Resorts, recht abgelegen aber in schöner Natur. Wir waren etwas planlos angekommen und informierten uns erst vor Ort über die Ausflugsziele. Klar war eigentlich nur, dass wir eine Bootstour machen wollten. Ja, eine Bootstour hier in der trockenen Bucht, den das Land ist in Wirklichkeit nicht wirklich trocken, aber im Gegensatz zur berühmten Halong Bucht liegt es nicht am Meer. Und weil es hier ebenfalls hohe Kalksteinfelsen gibt, die deren der Halong Bucht ähneln, wurde das Gebiet kurzerhand “trockene Halong Bucht” getauft. Uns wurde dann auch sehr schnell eine Tour zusammengestellt: die gewünschte Bootstour, ein Tempelbesuch und eine Bergbesteigung. Inzwischen war es schon fast Mittag, aber man versicherte uns, dass es für all das noch locker reichen würde. So machten wir uns parat und warteten auf unseren Fahrer, der uns zur Bootsanlegestelle brachte. Ohne gross warten zu müssen (die Wartebereiche liessen erahnen, dass es wohl nicht immer so sei) hatten wir den Eintritt bezahlt und sassen in Ruderbooten. Wir liessen uns ganz gemütlich durch eine wunderschöne Flusslandschaft rudern. Unterbrochen wurde die Fahrt dabei öfters bei verschiedenen Tempeln, welche man zu Fuss besichtigte. Die ersten waren noch interessant, doch bald einmal hatten wir es gesehen, sahen sie doch alle in etwa gleich aus. Ausserdem brannte die Sonne fast unerträglich heiss vom Himmel, insbesondere die Kinder hatten so bald einmal überhaupt keine Lust mehr auf die Tempel und wollten nur noch im Boot bleiben. Aufgemuntert wurden sie dann aber wieder durch die Höhlen, durch welche wir mit dem Boot fuhren. Diese waren so niedrig, dass wir auf den Boden des Bootes sitzen und uns klein machen mussten.
Nach der Bootstour gings weiter zum Bái Đính Tempel, einer riesigen Tempelanlage. Flurina war nicht wirklich begeistert bei der Aussicht einer weiteren Tempelanlage, aber auch wenn man eigentlich keine Tempel mehr sehen mag, diese Anlage ist so imposant, dass sich der Besuch wirklich lohnte! Da wir den Besuch nicht geplant hatten und ohne Führer unterwegs waren, erkundeten wir die Anlage einfach mal so darauf los. Vom Haupteingang liessen wir uns mit einem Elektroauto ans untere Ende der Anlage fahren und stiegen von dort über viele Treppenstufen die Anlage hoch. Unterwegs staunten wir über unzählige Buddahs, eine riesige Glocke, wirklich eindrucksvolle Statuen und reichlich geschmückte Altare. Wir waren fast zuoberst, als es begann, heftig zu regnen. Und so langsam wurde es auch dunkel, weshalb wir den Besuch abbrachen. Und nun machte sich die Planlosigkeit bemerkbar: wir hatten keine Ahnung, wie wir wieder aus dieser Anlage kamen. Natürlich war weit und breit kein Mensch in Sicht, und wie wir es schon von anderen Sehenswürdigkeiten in Vietnam kannten, gabs auch hier keine wirklich brauchbaren Infos, weder vor Ort noch im Internet. Dominik fand dann aber irgendwann doch noch jemanden um zu Fragen und dieser schickte uns den ganzen Weg wieder zurück die Treppenstufen runter (immerhin über 1km…) und dort könnten wir wieder das Elektroauto nehmen. Irgendwie glaubten wir nicht so recht daran, den die einzige auffindbare Infotafel deutete auf etwas anderes. Aber uns blieb nicht wirklich etwas anderes übrig als es zu glauben. Und wir hatten Glück, die Aussage stimmte. Als wir beim Ausgang waren, war es bereits stockdunkel, und so liessen wir den geplanten Berg aus und fuhren zur Unterkunft. Den Berg verschoben wir auf den nächsten Tag.

Trekking in Sapa – Tag 3

Endlich war es soweit: am dritten Tag war endlich kein Regen mehr in Sicht! Die Regensachen verschwanden bereits am Morgen im Rucksack, und dafür war die Sonnencrème im Gegensatz zum Vortag jetzt sinnvoll. Es gab für diesen Tag 2 Varianten zum Laufen: entweder zu einem weiteren Dorf und dann mit einem Auto zurück nach Sapa, oder direkt zu Fuss auf der Strasse entlang nach Sapa. Da niemand von uns Lust auf Autofahren hatte (zumal wir am Abend ja wieder mit dem Auto von Sapa nach Lao Cai zum Bahnhof mussten) entschieden wir uns, zu Fuss zurück zu gehen. Auf der Strasse liess es sich dann ganz angenehm laufen, da es keine Teer-Strasse war und sich auch der Verkehr in Grenzen hielt. Der Weg bot uns immer wieder eine fantastische Aussicht aufs Tal, durch welches wir die letzten 2 Tage gewandert waren. Flurina merkte nach 2 Tagen laufen nun doch langsam die Müdigkeit in den Beinen und liess sich nun öfters Tragen. Da sie die beiden anderen Tagen selber lief, hatte immer jemand einen Rücken frei und man konnte sich so etwas beim Tragen der Rucksäcke abwechseln. Dies war nun nicht mehr der Fall, so trug nun jeder etwas schweres auf dem Rücken und wir kamen an der Sonne mächtig ins Schwitzen. Aber wegen der Sonne durften wir nach dem ganzen Regen nun wirklich nicht jammern 🙂
Zurück in Sapa gönnten wir uns ein Hotelzimmer um zu duschen und stärkten uns mit einem kleinen Essen. Wir verabschiedeten uns von unserer Führerin, welche einen grossartigen Job leistete und welche wir jederzeit wieder engagieren würden! Zum Abschied schenkte sie den Kindern je ein handgewebtes Armband, auf welches vorallem Flurina bis heute sehr stolz ist.
Gegen Abend liessen wir uns dann wieder zurück nach Lao Cai fahren. Wir hatten wieder den gleichen Chauffeur wie auf dem Hinweg, und auch diesmal gab er sich alle Mühe, so schonend wie möglich zu fahren. Ursin machte sich auf dem Weg einen Spass daraus, immerwieder extra in einen Beutel zu Husten. Der Fahrer erschrak jedesmal und war in Alarmbereitschaft, und dies nicht ohne Grund, wie man hier nachlesen kann. Glücklicherweise war es diesmal aber wirklich nur Spass und wir kamen ohne Zwischenfall am Bahnhof an. Bevor wir mit dem Nachtzug wieder zurück nach Hanoi fuhren, blieb uns noch etwas Zeit für einen Znacht in einem der nahen Restaurants.

Trekking in Sapa – Tag 2

Der zweite Tag brachte uns zuerst eine Enttäuschung: es regnete immer noch in Strömen. Und unsere Sachen, insbesondere die Schuhe, waren ebenfalls noch nass. So genossen wir zuerst einmal gemütlich die frischen Pancakes vom Feuer zum Zmorgen, bevor wir uns Gedanken machten, wie es weitergehen solle, denn niemand konnte uns sagen, wie sich das Wetter entwickeln werde. Immerhin konnte uns unsere Führerin aber etwas Hoffnung machen, den normalerweise regne es nach einem solchen Sturm bis zu 3 Tage durch, bevor das Wetter wieder besser werde. Und heute sollte dies demnach der Fall sein. Irgendwann hatten wir uns dann entschieden und machten uns auf den Weg zu einem weiteren Dorf. Und tatsächlich: es hörte irgendwann dann auch auf zu regnen! Gerne zogen wir die Regenjacken aus und weil sich sogar die Sonne etwas zeigte, cremten wir uns mit Sonnencrème ein. So schnell die Sonne kam, so schnell fing es dann aber auch wieder an zu regnen. Und so gings dann fast den ganzen Tag im Wechsel weiter. Trotzdem genossen wir das Trekking auch an diesem Tag sehr! Es ging durch Reisfelder und vorbei an Siedlungen. Immerwieder mit schöner Aussicht auf die Landschaft und Einblicken in das Leben der hier sesshaften Minderheiten. Unsere Führerin gab uns gerne Infos und Auskünfte und erzählte vom nicht immer ganz einfachen Leben hier. Flurina lief auch diese Etappe wieder komplett durch, stets an der Hand der Führerin. Und auch Ursin lief immer mal wieder. Hätten wir mehr Geduld gehabt, bzw. wäre für ihn nicht jeder einzelne Stein sooo spannend gewesen, wäre auch eine längere Strecke möglich gewesen, aber wir wollten noch vor Einbruch der Dunkelheit bei der Unterkunft sein 🙂 Geschlafen hatten wir in dieser Nacht bei einer weiteren Familie an einer sehr schönen Lage neben den Feldern. In der Nähe des Hauses gab es einen kurzen Weg zu einem Fluss runter. Gemeinsam mit Ursin liefen wir vor dem Znacht noch dorthin, und dort kam dann auch er auf seine Kosten: es gab eine grössere Wiese am Hang mit Stecken und Steinen wo wir ihn einfach machen lassen konnten. Flurina blieb unterdessen lieber beim Haus zurück und spielte mit einem Jungen Fussball.

Trekking in Sapa – Tag 1

Um die schöne Landschaft rund um Sapa zu entdecken, entschieden wir uns für ein 3-tägiges Trekking mit Übernachtung in sogenannten Homestays (in Privathäusern einheimischer Familien). Es gibt jede Menge Anbieter solcher Trekkings, uns war bei der Wahl aber wichtig, dass wir mit unseren Ausgaben eine einheimische Familie unterstützen konnten und nicht irgend ein Drittanbieter daran verdiente. Ausserdem wollten wir keine überlaufene “Touristentour” ablaufen. Im Internet fanden wir die Hmong Family, welche gerne bereit war, uns eine individuelle Tour anzubieten. Am abgemachten Treffpunkt warteten wir aber zuerst vergeblich auf unseren Guide. Irgendwann tauchte dann doch jemand auf und wie wir erfuhren, trafen wir es gerade sehr schlecht mit dem Wetter, da die Tage zuvor ein heftiges Unwetter über Nord-Vietnam zog. Einige Strassen waren unpassierbar, weshalb auch unsere Führerin einen zeitaufwändigen Umweg nehmen musste. Da es zu diesem Zeitpunkt immer noch heftig regnete und ein Ende nicht in Sicht war, mussten wir auf unser ursprüngliches Tour-Ziel verzichten und einigten uns darauf, erstmals der noch offenen Strasse ins nächste Dorf zu folgen und dann jeweils spontan zu entscheiden, wie es weitergehen soll. Anfangs kostete es etwas Überwindung, sich bei diesem starken Dauerregen auf den Weg zu machen, aber es lohnte sich: bereits dieser erste Tag bot uns ein sehr schönes Erlebnis und viele Ausblicke auf diese wunderschöne Landschaft! Am späteren Nachmittag kamen wir am Ziel an: beim Elternhaus unserer Führerin. Wir wurden herzlich mit Tee empfangen und die Familie kochte uns etwas später einen feinen Znacht auf dem offenen Feuer im Wohnhaus. Flurina genoss die Anwesenheit anderer Kinder und obwohl sie den ganzen Weg gelaufen war, reichte ihre Energie noch aus, um mit ihnen zu toben. Ursin nahm es etwas ruhiger und bestaunte lieber die Ferkel und Hühner neben dem Haus. Nach dem Znacht legten sich alle gerne hin und mit müden Beinen liess es sich auf den Matratzen unter den Moskitonetzen bei der endlich mal wieder etwas kühleren Luft und dem Plätschern des Regens herrlich schlafen.