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So, nach einer einigermassen problemlosen Reise bin ich wieder in der vertrauten Schweiz.

Die englischen Züge am Morgen fuhren, oh Wunder, pünktlich ab und zwar in York und Leeds. Vermutlich weil eh kaum jemand so früh unterwegs war weil heute Feiertag («bank holiday») war. Um wenigstens einen gewissen Grad an Normalität zu haben, blieb der Zug unterwegs ein paar Minuten stehen damit ich in Liverpool so etwa 7 Minuten zu spät ankam. Wäre ja sonst gar komisch gewesen 😉 Danach fuhr ich mit dem Bus zum Flughafen und musste dort eine halbe Stunde warten bis mein Checkin öffnete. Dort musste ich dann feststellen dass mein Koffer zu schwer war und ich deshalb meine darin versorgte Wasserflasche wieder rausnehmen musste (im Handgepäck sind ja Flüssigkeiten verboten). Naja, was tun? Ganz einfach: leertrinken. So kam es, dass ich bis 10.30 heute morgen bereits 2.5 Liter Wasser «gesoffen» hatte. Dafür gab es danach bis zum Bahnhof Basel um 18.20 nichts mehr, auch nichts zu Essen.
Die Sicherheitskontrolle ging erstaunlich rasch über die Bühne, auch wenn ich meine Schuhe zum Röntgen ausziehen und in eine Box legen musste. Sonst haben die meinen Rucksack eigentlich nicht angeschaut (ausser natürlich geröntgt), also da hätte man problemlos Flüssigkeiten reinschmuggeln können.

Danach ging das grosse Warten los. Zum Glück hatte ich den Laptop dabei und konnte etwas programmieren. Zu allem Überfluss hatte mein Flug noch eine Stunde Verspätung, so dass ich 4h vor dem Flug eingecheckt hatte… Der Flug selbst ging dann relativ problemlos über die Bühne und auch mein Gepäck erhielt ich in Basel brav zurück. Danach wollte ich den Bus zum Bahnhof nehmen. Und da stand bei der Abfahrtszeit einfach «Stau». Die Autobahn war zu und deshalb ein Chaos in der Stadt. Trotzdem konnte ich in Basel noch ein Sandwich und ein Fläschchen zu trinken (Mivella…) ergattern bevor ich in den Zug spurtete. Um 20.35 war ich wieder daheim in Sargans.

Letzter Tag in England

So, mein letzter Tag in England ist praktisch vorueber, morgen frueh um 6.26 Uhr faehrt mein Zug. Heute habe ich nicht mehr viel gemacht. Am Morgen und Anfang Nachmittag noch meine Arbeit fuer die Uni fertig gemacht, diese an Tante Judith zum Korrigieren gemailt und dann etwas gepackt. Danach ging ich noch kurz in die Stadt um fuer Judith Prospekte ueber York zu holen. Die gute Dame auf der Touristeninformation schien nicht gerade begeistert zu sein von meinem «Besuch», aber ich erhielt die Flyer.
Also, morgen um 6.26 faehrt mein Zug und wenn alles gut geht bin ich so zwischen 20 und 22 Uhr in Sargans. Am Dienstagmorgen korrigiere ich dann noch meine Uni-Arbeit, schicke die ab und gehe am Abend selbst nach Fribourg. Am Donnerstagabend gehe ich mit unserem 2.-Liga-Team an das erste Cupspiel, am Freitag in den Zivilschutz und am Sonntag nach Italien.

Pruefung – Cheers

Heute hatte ich die IELTS-Pruefung. Die Pruefung war in einem College hier in York und ich hatte rund 40 Minuten (zuegig gehen) bis ich dort war. Die Pruefung war dann im Untergeschoss und jeder Kandidat hatte einen eigenen Tisch, allerdings einen sehr kleinen. Das ging noch, aber am schlimmsten waren die Stuehle – ich glaube, ich bin noch nie auf so einem unbequemen Stuhl gesessen…
Die Pruefung selbst ging ganz gut, glaub ich. Das Reading war etwas muehsam, weil man zwei Mal zu einem Text die Abschnittstitel auswaehlen musste (zu ca 8 Abschnitten waren 10 Titel vorgegeben) und zwei Mal Fragen mit «Yes», «No» oder «Not given» beantworten musste – naemlich ob der Autor dies gesagt habe oder nicht. Diese zwei Typen von Aufgaben habe ich gar nicht gerne, liegen mir nicht wirklich. Aber was solls, hoffentlich sind sie trotzdem richtig. Das Reading ist naemlich eigentlich meine Staerke und bei den meisten Versuchen haette es zur Hoechstnote gereicht. Mal schauen, wie das heute war. Beim Listening duerfte ich das meiste richtig haben, nur an einem Ort war ich unsicher. Das Writing war nicht schlecht, auch wenn mir das vorgegebene Thema ueberhaupt nicht passte: Diskussion ob Kunst und kulturelle Aktivitaeten mit Regierungsgeldern unterstuetzt werden sollte. Man schreibe dazu mindestens 250 Woerter, inklusive Einleitung und Schlussfolgerung. Die Argumente beider Seiten muessen vorkommen. Das Speaking war dann ganz gut, die Viertelstunde war blitzschnell vorbei.
Das Resultat der Pruefung erhalte ich in zwei Wochen per Post. Bin gespannt, was ich fuer Noten kriege.

Wohl eines der meistgenutzten Woerter hier in England duerfte «Cheers», zu Deutsch «Prost». Dies wird mittlerweile fuer fast alles gebraucht. So zum Beispiel zum Danke sagen. Oder um Bye zu sagen. Oder einfach so. Immer wieder wird das magische Woertchen benutzt. Wer Lust hat kann das ja mal auf Deutsch probieren – einfach statt «Ciao» mal «Prost» sagen und die Reaktion des Gegenuebers beobachten. Duerfte ziemlich verdutzt rein schauen…

Cheeeeese!

Jeden Freitag wenn einige Leute die Klasse verlassen (so wie ich heute) ist Knipse-Zeit. Alle legen ihren Fotoapparat auf einen Tisch, eine sich freiwillig als Fotograf opfernde Person gesucht und dann stehen alle schoen fuer ein Gruppenfoto hin. Das Opfer hat dann das Vergnuegen, mit allen Kameras der Reihe nach ein Foto zu machen – und selbstverstaendlich laecheln alle brav und sagen dazu moeglicherweise noch cheese…
CCTV-Schild
Hier in England gibt es einen speziellen Grund, immer schoen zu laecheln: Die Briten sind naemlich ein Volk von Fernsehstars. Praktisch jeder Flecken ist videoueberwacht, ueberall sind grosse oder kleine Kameras installiert und an fast jeder Ecke prangt ein «CCTV in operation»-Schild. CCTV steht dabei fuer «Closed circuit TV» und meint eben diese Videoueberwachung.

Ueberwacht wird wirklich fast alles: Stadtzentrum, Unigelaende, Busse (im Innern), Zuege, Parkplaetze, Laeden, Ausstellungen – einfach so ziemlich ueberall. Wenn stimmen wuerde, dass Videoueberwachung die Sicherheit erhoeht, dann muesste Grossbritannien wohl das absolut sicherste Land der Welt sein. Trotzdem sind sie staendig in grosser Terror-Aufregung und die bedrohte Sicherheit ist ein permanentes Thema.

Auf dem Unigelaende hat ein Witzbold neben die Kamera des Hinweisschilds eine laechelnde Person hingezeichnet und daneben «cheese» hingeschrieben. Also, wenn sich jemand ueber einen Briten wundert, der laechelnd durch die Strasse spaziert – jetzt ist klar warum. Cheese!

Bibliotheksbesuch

Um meine Arbeit fuer das Nebenfach mit einigen Zitaten und Quellenangaben ausstatten zu koennen, habe ich im Internet (inkl. online-Bibliothekskatalog) nach Buechern gesucht und gefunden. Eine Lehrerin erklaerte mir dann, wie ich zur Bibliothek auf dem Campus der Universitaet York komme um die Buecher zu konsultieren. Gestern Mittwoch machte ich nach der Schule einen ersten Ausflug in die Bibliothek. Leider hatte ich nur etwa 45 Minuten Zeit, da die Bibliothek schon um 17.15 schloss (Ferienplan). Trotzdem war es recht nuetzlich.
Ausleihen durfte ich die Buecher nicht, aber immerhin durfte ich die Bibliothek nutzen und mir eine aufladbare Kopierkarte kaufen (die vererbe ich dann der Lehrerin) um Kopien zu machen. Da die Dame an der Reception sehr freundlich Auskunft gab und mir das System erklaerte (inkl einer kleinen Broschuere die das System erklaert sowie Karten fuer jeden Stock), fand ich die Buecher sehr rasch. Wegen der fruehen Schliessung wiederholte ich den Ausflug heute, ebenfalls nach der Schule, nochmals. Damit habe ich nun alles Material zusammen und dank drei Nachtschichten am Stueck auch schon einen grossen Teil der Arbeit gemacht.

Die Fahrt mit dem Bus zum Universitaetsgelaende war mit Hindernissen ausgestattet: Das Ticket muss direkt im Bus gekauft werden – aber nicht etwa bei einem Menschen sondern an einem Automaten, der nicht mal Retourgeld gibt. Das Retourticket kostete 2.50 Pfund, also fast 6 Franken – fuer 10 Minuten staedtische Busfahrt pro Weg. Auf dem Ticket war ein Strichcode aufgedruckt, den ich am Anfang der Rueckfahrt einlesen musste. Das ging erst als mir der Chauffeur half. Der Scanner ist sehr heikel, man muss das Ticket genau richtig hinhalten und vor allem darf kein Teil eines Fingers im Scanbereich sein (auch nicht ohne den Strichcode abzudecken).
Der Fahrer ist in diesen topmodernen Bussen uebrigens in einer Kabine abgeschottet und hat im Normalfall keinen Kontakt mit den Passagieren. Dafuer werden die Passagiere permanent gefilmt.

Zeltender und trommelnder Erzbischof

Der Erzbischof (archbishop) von York, der in der Hierarchie der englischen Kirche nach dem Erzbischof von Canterbury an zweiter Stelle steht, hat sich eine spezielle Art des Protestierens ausgewaehlt: Um auf die Leidtragenden auf beiden Seiten des israelisch-libanesischen Konflikts aufmerksam zu machen hat der Erzbischof eine Woche lang gefastet (nur Fluessigkeiten), jede Stunde fuer die Opfer gebetet und vor allem in einem Zelt im Minster (Kathedrale) uebernachtet! Dazu hat er auf die jaehrliche Familienferienwoche verzichtet. Zudem hat er sich am Ende einer Messe vom Kanonikus die Kopfhaare abrasieren lassen (siehe Foto auf der Website der Dioezese).
Gestern Sonntag hat der aus Afrika stammende Erzbischof, the Most Reverend and Right Honourable Dr John Sentamu, sein oeffentliches Fasten beendet. Nicht ohne vor den Medien nochmals auf die Leiden der Leute hinzuweisen und die Gewalttaten zu verurteilen.
Nachdem ich das letzte Woche in der Zeitung gelesen hatte, wurde mir auch klar, warum ich bei meinem Besuch im Minster dieses so komisch unpassende Zelt angetroffen hatte…
Zur Illustration: In meiner Galerie oder BBC News. Wer noch mehr ueber die Motivation des Erzbischofs lesen will, dem kann ich den entsprechenden Artikel im Guardian vom 17. August empfehlen.

Der 57-jaehrige Erzbischof scheint sowieso eine recht aufgeschlossene und modern eingestellte Person zu sein: Wie ich an der Fuehrung durch das Minster lernte, finden jeden Januar zwei Studentenparties statt – im Minster, dort wo sonst Kirchenstuehle stehen. Jetzt drei Mal raten, wer bei den Trommeln den Ton oder besser den Takt angibt und spielt – richtig, Seine Exzellenz der Erzbischof! Man stelle sich mal das in einer katholischen Kirche, vorzugsweise mit Erzbischof Haas, vor…
Viele Infos und Fotos gibt es auch auf der Website der Dioezese York.

Kleine (aber fuer mich wichtige…) Meldung am Rande noch: Bei meinem Nebenfachproblem scheint sich eine Loesung abzuzeichnen. Mehr dazu spaeter.

Fauler Sonntag, Plaene

Heute machte ich wieder mal einen ganz faulen Sonntag: Zuerst schlief ich bis um die Mittagszeit, danach kroch ich so langsam aus dem Bett… Zmittag ass ich erst um 14 Uhr, etwas englisches Brot (bzw es steht, es sei Brot…). Danach las ich und genoss es, nichts Sinnvolles tun zu muessen. Zum sonntaeglichen Programm hier in York gehoert aber auch, dass ich meine Waesche machen muss. Wegen der knappen Menge an Kleider bin ich spaetestens nach einer Woche gezwungen, zu waschen…

Ich wurde mehrmals gefragt, wie mein Programm in der naechsten Zeit nun genau aussieht. Also: Am 28. August fahre und fliege ich in die Schweiz zurueck und sollte dort am Abend so um 20 Uhr ankommen. Danach muss ich sicher mal nach Fribourg. Am Freitag, 1. September, muss ich in den Zivilschutz. Und am Sonntag (3. September) fahre ich nach Florenz, wo ich hoffentlich bis zum 30. September bleibe. Wenn ich Pech habe (Pruefung), dann muss ich dazwischen mal in die Schweiz fahren um die Pruefung absolvieren zu koennen. Im Oktober muss ich arbeiten (Unterassistent). Hoffentlich werde ich auch noch ein paar Tage einfach nichts tun koennen bevor dann am 23. Oktober die Vorlesungen wieder beginnen.

Meeresluft, schwieriger Billetkauf

Heute war ich wie angekuendigt mit der Schule in Scarborough an der Ostkueste. Die Reise hat sich wirklich gelohnt, ausnahmsweise hatten wir sogar schoenes Wetter – von einem kurzen Regenintermezzo mal abgesehen. Die meiste Zeit war es ziemlich sonnig und nur leicht bewoelkt. Sobald wir dann aber im Car zurueck nach York sassen, fing es richtig stark an zu regnen.
Die Aussicht in Scarborough war super. Zwar hatte es nur einen kleinen Huegel, aber da so ziemlich alles flach war (insbesondere das Meer ;-), war die Aussicht wirklich gut. Am besten gleich in der Bildergalerie vorbeischauen!

Der Tag des Anrufs beim Nebenfachsekretariat rueckt naeher – und heute habe ich auch noch die letzte Nebenfachnote erhalten: 5.5 im Wahlfach «Computergestützte Methoden in der Medien- und Kommunikationswissenschaft». Jetzt muss ich nur noch die Sekretaerin davon ueberzeugen, dass sie mir die Bestaetigung fuer das Nebenfach aussstellen soll…

Heute ist wegen Italien noch ein weiteres kurioses Problem aufgetaucht: Fuer die Zugsfahrt gibt es ein Spezialticket namens «Smart price». Damit kostet die Fahrt mit dem Cisalpino 30 Franken. Unabhaengig vom Start und vom Ziel. Super Angebot, damit wuerde ich fuer 30 Franken von Bellinzona nach Florenz fahren und bis Bellinzona (Postauto!) habe ich ja das GA. Dumm nur, dass der Kauf sehr schwierig zu sein scheint: Bruder Silvan wollte das Ticket fuer mich am Bahnhof in Sargans kaufen. Da hiess es, man koenne dies fruehestens 7 Tage vor der Zugsfahrt kaufen. Bloederweise steht auf der Website der italienischen Bahn, trenitalia.com genau das Gegenteil: «Tickets for Switzerland are on sale until 7 days before train departure» bzw «quelli per la Svizzera fino a 7 giorni prima della partenza del treno». Hab jetzt mal im online Shop der SBB eine Anfrage fuer eine Preisauskunft gemacht, mal schauen was rauskommt…

Gewitter und die Folgen

Letzte Nacht bzw heute Morgen hat es in York gewittert. Ein Blitz legte den Bahnhof lahm weil danach keine Signale mehr funktionierten. Etwas ueberrascht war ich vom Echo nach den Donnerschlaegen, ist doch hier alles so flach. Das Echo stammt aber gemaess Gastvater von den Gebaeuden! Ziemlich erstaunlich.
Nicht nur waehrend dem Gewitter kam Nasses von oben, sondern den ganzen Tag. Schon in der Wettervorhersage am Morgen (und die ist manchmal sehr ungenau!) hatte von «torrential downpours» (etwa wolkenbruchartige Regenguesse) gesprochen. Dies stimmte heute eindeutig, es kam einiges an Wasser herunter.

Heute musste ich den Mittelfinger meiner rechten Hand speziell pflegen. Irgendwie hatte ich vor ein paar Tagen am Fingergelenk eine kleine Wunde, vermutlich irgendwo leicht aufgeschuerft oder so. Die wurde jedoch immer groesser und roeter, immer mehr Haut kam weg. Heute war das «Loch» schon ein Quadrat mit der Seitenlaenge 1cm. Eine Mitstudentin (Deutsche, arbeitet aber in der Schweiz als Krankenschwester) meinte deshalb, ich solle den Finger mal in warmem Wasser baden und gut rausputzen, dann desinfizieren und abdecken. Dies hab ich nun gemacht, kam einiges an Haut weg. Hoffe, das nuetzt zusammen mit der Salbe die mir die Gastmutter gegeben hat. Sauber sollte die Wunde jetzt auf jeden Fall sein.

Volk von Geisterfahrern

Die Sitten auf der Strasse sind bekanntlich in Grossbritannien etwas anders als in Kontinental-Europa. Beispielsweise verkehren hier Millionen von Geisterfahrern… So kam es mir zumindest am Anfang vor, bis ich mich dann an den Linksverkehr gewoehnt hatte. So nach 2-3 Tagen hatte ich umgesattelt und jetzt schaue ich beim Fussgaengerstreifen schon lange zuerst nach rechts und erst nachher nach links. Habe mich sehr rasch daran gewoehnt.
Gewoehnungsbeduerftiger waren die Lichtsignale. Um die Strasse zu ueberqueren konnte man gerne mal so 5 Minuten verschwenden. Die Prioritaet ist bei den Lichtsignalen klar bei den Autofahrer. Bis es fuer die Fussgaenger mal gruen wird, dauert es ewig. Dafuer scheinen die Signale fuer die Fussgaenger nur Richtfunktion zu haben, kaum jemand haelt sich daran. Nach einiger Eingewoehnung achte auch ich nicht mehr darauf. Wenn gerade kein Auto kommt, dann gehts ueber die Strasse. Allerdings ist die Ruhephase (d.h. Orange) hier sehr kurz und es gibt kaum Phasen in denen von nirgends ein Auto kommt. Aber mit etwas Uebung gehts trotzdem. Velofahrer hat es uebrigens im Vergleich zur Schweiz sehr wenige.

Die Sirenen der Ambulanzen und der Polizeiautos ist hier voellig anders als in der Schweiz. Nicht das bekannte «Taduetadue» sondern schlicht und einfach ein lautes, schrilles Gejaule. Je nach Fahrzeug (bei manchen funktioniert auch die Sirene nicht mehr so wie sie sollte!) kann das schon schmerzhaft sein wenn die an einem vorbeifaehrt. Dafuer wird sie meistens sofort gehoert und alle Autos gehen an den Rand und warten.
Mein persoenlicher Favorit ist aber die Veloambulanz: Da faehrt tatsaechlich ein Paramedic (also Rettungssanitaeter oder so) mit dem Velo rum, auf dem Gepaecktraeger so Velotaschen mit Medizinalmaterial und dem Aufdruck «Ambulance». Er ist bis auf die kurzen, schwarzen Hosen voellig in leuchtendem Gelb gekleidet. Der Vorteil ist klar: Im dichten Verkehr gehts mit dem Velo schneller vorwaerts als motorisiert. Trotzdem war ich etwas ueberrascht als der mit Blaulicht und Sirene daherkam und bei Rot quer ueber die Kreuzung fuhr. Er hat tatsaechlich vorne auf dem Lenker ein kleines Blaulicht und dazu noch eine schrille Sirene (aggressives, lautes Zwitschern)! Mit dieser kommt er dann noch rascher voran, wird aber wohl am Abend Ohrenschmerzen haben davon…

A propos Gelb: Die gelben, reflektierenden Westen sind hier sehr beliebt. Viele Velofahrer sind damit unterwegs, aber auch Fahrer aller moeglichen Transportfahrzeuge spazieren dann mit dieser herum. Die Brieftraeger beispielsweise haben eine orange Weste an, ob sie motorisiert oder zu Fuss oder mit dem Velo unterwegs sind.