Frühstücksroboter mit Eisenbahn

Beim heutigen Regenwetter habe ich herzlich wenig Lust auf «Ausseneinsätze» – ideal also, um auf sf.tv einige Sendungen zu schauen. Das Schweizer Fernsehen hat ja mittlerweile sehr viele Sendungen online und sogar bei Youtube ist SF mit einem eigenen Channel dabei.

Die relativ neue Sendung namens Einstein hat eine spezielle Serie mit dem Titel Die Roboter kommen! ausgestrahlt. Einige der vorgestellten Roboter sind einfach witzig, andere sind wirklich nützlich.
Mein persönlicher Favorit ist ein Roboter, der im Hotel Tenne in Saas-Fee in Zusammenarbeit mit einer Eisenbahn das Frühstücksbuffet bereit macht: der Roboter lädt gekochte Eier auf Eisenbahnwagen und füllt Gläser mit Jus. Die Eisenbahn transportiert diese dann ans Ziel. Das alles geschieht vollautomatisch. Den zweiminütigen Filmbeitrag zum Frühstücksroboter gibt es hier.

Schwarzes Schaf rausgeflogen

In einem früheren Post hatte ich über die Schaf-Plakatkampagne der SVP und dem passenden Scherztelefon von Radio BE1 geschrieben. Bekanntlich will die SVP ja die Sicherheit in der Schweiz verbessern indem alle (kriminellen) Ausländer aus der Schweiz verbannt werden.
Wie alle wissen, wurde letzte Woche Christoph Blocher nicht aus der Schweiz aber immerhin aus dem Bundesrat verbannt. Sehr zu meiner Freude, vor der Opposition habe ich keine Angst – schliesslich betrieb die SVP schon bisher Opposition, es dürfte sich also nicht viel ändern. Heute nun habe ich per E-Mail eine Parodie auf das Schaf-Plakat erhalten, eine Erklärung dazu dürfte überflüssig sein:
Law And Order im Bundesrat

Gmail by Microsoft

In his last blog post, Clem mentions a wonderful blog post talking about how Gmail would probably look like if it had been designed by Microsoft. The result is amazing – and although it is a joke, it contains a big grain of truth. But read yourself in What If Gmail Had Been Designed by Microsoft?

Winter!

Der Winter ist jetzt definitiv da: Neben den passenden Temperaturen hat es jetzt endlich auch Schnee. Vor etwa eineinhalb Wochen gab es das erste Mal Schnee, jedoch nur 5cm die gleich wieder weggeregnet wurden. Am Donnerstag und gestern Freitag hat es nun nochmals geschneit. Zwar sind es auch jetzt nur ein paar Zentimeter aber es hat nicht dreingeregnet und die Temperaturen sind tief genug um das Schmelzen zu verhindern. So hat es eine schöne weisse Schneedecke gegeben!
Heute habe ich auch zum ersten Mal die Innenjacke zu meiner neuen Winterjacke gebraucht. Bisher spazierte ich nur mit der dünnen Aussenschicht rum. Bei gemessenen -12°C fand ich nun aber, es wäre wohl keine schlechte Idee, etwas aufzurüsten. Der Wind führte nämlich zu einer gefühlten Temperatur von -22°C. Diese température ressentie wird hier in Montréal fast immer mitangegeben, weil es oft sehr feucht oder sehr windig ist, was die gefühlte Temperatur stark beeinflusst .

Mont RoyalAusgerüstet mit der warmen Jacke, Stirnband und (dünnen aber windstoppenden) Handschuhen habe ich heute das schöne Wetter genossen: ich spazierte von daheim bis auf den Mont Royal und wieder zurück. Mit einer Pause, bei der ich mich mit einer chocolat chaud aufwärmte, war ich etwa drei Stunden unterwegs. Ausser phasenweise (windabhängig) im Gesicht hatte ich eigentlich nicht kalt. Wer mich kennt, weiss ja dass ich sowieso die Kälte der Hitze vorziehe…
Mehr Mühe mit den Temperaturen als ich hatte meine Kamera. Obwohl ich sie in der Hosentasche hatte, dauerte es jeweils lange bis der Blitz bereit war und nach wenigen Fotos war angeblich wieder der Akku leer. Erneutes Aufwärmen in der Hosentasche half dem frierenden Akku jeweils wieder auf die Sprünge.

Vom Ausflug sind die Fotos wie üblich in der Montréal-Kategorie meiner Galerie online. Hier geht es direkt zum Album von heute.

Premièren als Schiri

Gestern Samstag «feierte» ich hier als Schiedsrichter gleich mehrere Premièren: Noch nie musste ich für einen Schiri-Einsatz 150km weit fahren. Noch nie war ich hier in Canada als 1. Schiri bei einem Spiel mit einem 2. Schiri im Einsatz. Noch nie war ich an einem so grossen Turnier im Einsatz. Noch nie hab ich an einem Schiri-Tag soviel gelernt. Noch nie erhielt ich nach einem Spiel soviel Lob. Doch der Reihe nach:

Vor einer guten Woche wurde ich angefragt ob ich nicht an der Classique de volleyball étudiantClassique de volleyball étudiant in Trois-Rivières pfeifen könnte. Dieses Riesen-Turnier, so etwas wie einer Nachwuchs-Meisterschaft der Provinz Québec (diese ist ca 35 mal so gross wie die Schweiz, Teams hatten zum Teil eine über zehnstündige Anreise hinter sich), fand in 9 Schulhäusern statt und insgesamt waren etwa 1200 Spielerinnen und Spieler sowie 60 Schiedsrichter im Einsatz.

Beim Turnier kam ich auch zu meinem ersten Einsatz als 1. Schiri mit einem 2. Schiri – und dieser war bei meinem Début gleich ein nationaler Schiri! Danach pfiff ich den ganzen Tag (von 9 bis 20 Uhr, immer 1 Spiel als 2. Schiri, 1 Spiel als 1. Schiri, 1 Spiel Pause, jeweils auf 2 Gewinnsätze statt 3). Der nationale Schiri und die Schiri-Chefin haben mir einige Sachen korrigiert, darunter die Handzeichen. Beispielsweise waren bei mir der Ober- und Unterarm beim Out-Zeichen nicht genau im 90°-Winkel oder ich streckte den Arm vor dem Service zu früh aus – sobald der Arm ausgestreckt ist, werden hier Time-Outs und Spielerwechsel vom zweiten Schiedsrichter zurückgewiesen (und im Wiederholungsfalle vom 1. Schiri mit einer Verwarnung/Bestrafung wegen Spielverzögerung geahndet). Oder ich zeigte das In/Out zu wenig rasch an und machte das Time-Out-Zeichen zu langsam oder zu wenig sauber.
Hauptsächlich also Details, denen hier in Québec aber viel Bedeutung beigemessen wird und die auch tatsächlich den Eindruck, den man vom Schiedsrichter erhält, stark beeinflussen können. Deshalb habe ich mir natürlich grösste Mühe gegeben, diese Korrekturen sofort umzusetzen um so möglichst viel lernen zu können. Im Allgemeinen kann ich sowieso feststellen, dass das Schiedsrichter-Niveau hier in Québec hoch ist.

Als letzten Einsatz pfiff ich den Viertelfinale – mit der Schirichefin als 2. Schiri und dem nationalen Schiri als Zuschauer. Die Halle war voll, wir mussten mehrmals Zuschauer umplatzieren weil die Spielerinnen nicht servieren oder angreifen konnten. Druck war also einiger vorhanden…
Es machte wirklich Spass, so zu pfeifen. Zudem war das Niveau des Spiels wirklich gut. Gut war offenbar auch meine Leistung als Schiedsrichter in diesem Spiel, danach wurde ich nämlich mit Lob regelrecht überhäuft. Der nationale Schiri gratulierte mir gleich zwei Mal, die Schirichefin meinte gar «c’est le fun d’arbitrer avec toi!» und auch die Trainer beider Teams (einer davon selber nationaler Schiri) bedankten sich bei mir mit dem Kommentar «très bon match». Scheinbar war es mir also gelungen, die Korrekturen umzusetzen. Tat gut zu wissen dass mein Einsatz geschätzt wird!

Das permanente Feedback mit der intensiven «Überwachung» war wirklich sehr nützlich und ich habe das Gefühl, gestern einiges gelernt zu haben und ein besserer Schiri geworden zu sein. Das Turnier gestern hat mir wirklich Spass gemacht! Ich freue mich auf weitere solche Turniere damit ich noch viel mehr lernen kann!

Wettergegensätze

Zum zweiten Mal in den ziemlich genau zwei Monaten die ich nun in Montréal bin, erreichen mich Nachrichten mit Schlagworten wie «kalt», «Schnee», «Winter» aus der Schweiz. Zum zweiten Mal kann ich zurückmelden: Nichts davon, schönstes Wetter hier, sehr warm. Heute erreichte das Thermometer in Montréal stolze 24° Grad – und das am 22. Oktober!
Aussicht vom Mont Royal über die Stadt MontréalAuch am Wochenende herrschte schönstes Herbstwetter. Dies nutzte ich gestern Sonntag am späten Nachmittag bzw. frühen Abend für einen Spaziergang auf den «Hausberg» von Montréal, den unglaubliche 233 Meter hohen Mont Royal. Die Aussicht über die Stadt war herrlich, ist es doch der höchste Punkt weit und breit. Auch die Bäume präsentieren sich jetzt in farbenfroher Pracht. Die Fotos dazu gibt es wie üblich in meiner Galerie, leider sind die Nachtfotos mehrheitlich nicht so gelungen – in der Realität war das eindeutig schöner. Wer es auch live in Montréal erleben will, muss sich halt melden, ich stehe für Führungen gerne zur Verfügung…

Natürlich war es nicht immer so sommerlich warm wie jetzt. Vor einer Woche noch schwankten die Temperaturen zwischen 2 und 10°, in diesen Bereich sollen sie auch gegen Ende Woche wieder kommen. Persönlich hoffe ich, dass es danach mal etwas kühler bleibt – bei schönem Wetter natürlich. Meine innere Jahreszeiten-Uhr meldet mir, dass es bei mir langsam Zeit wird für den Winter. Für morgen Dienstag ist erst mal Regen angekündigt.

Ausflug ins «Hochgebirge»

Letzten Sonntag machte ich mit dem Bus einen Ausflug nach Mont Tremblant («zitternder Berg»), dem höchsten «Berg» in den Laurentides wie das grösste «Gebirge» in Québec heisst. Dazu musste ich mit dem Bus 140km zurücklegen. Die Fahrt dauerte mehr als drei Stunden.
Dort angekommen fragte ich mich als erstens: wo ist denn der Berg? Einen eigentlichen Gipfel sah ich nirgends, nur einen Hügel… Dieser war dann tatsächlich der gesuchte Berg, das Dorf ist nämlich auf 230m, der Gipfel auf 875m.
Trotz diesem mickrigen Höhenunterschied ist Mont Tremblant eines der grössten und bekanntesten Ski-Gebiete Nordamerikas.
Aussicht von Mont TremblantIm Bus traf ich einen belgischen Biochemie-Studenten, der auch nach Mont Tremblant wollte und die gleiche Wanderung wie ich machen wollte. Wir schlossen uns zusammen und stürmten den Gipfel gemeinsam. Die Wanderung war 6.5km lang und hätte rund 2 Stunden dauern sollen. Wir brauchten aber 2 3/4 Stunden – obwohl wir einige Leute überholten. Da rundherum alles noch flacher war, hatten wir eine wunderschöne Aussicht. Leider nicht vom Gipfel aus, der lag in dichtem Nebel…

Am Abend mussten wir um 21 Uhr mit dem letzten Bus heimfahren. Dieser verursachte bei uns halbe Panik: wir waren nur zu zweit an der Haltestelle und der Bus kam einfach nicht. Wir fragten uns schon, was wir nun in diesem Dorf tun sollten – doch der Bus kam zum Glück doch noch. Mit 25 Minuten Verspätung! Dabei hatte es überhaupt keinen Verkehr auf der Strasse…

Trotz diesem Ende mit Schrecken war der Tag sehr schön. Das Wandern tat sehr gut (mein Knie schmerzte überhaupt nicht) und ich genoss es richtig, wieder mal in der Natur zu sein. Die fehlt mir in Montréal fast am meisten. Klar, es hat einige sehr schöne Pärke. Aber ein Park, durch den in der Mitte womöglich noch eine vierspurige Strasse führt, mit den künstlichen Wegen und den von Menschenhand gesetzten Bäumen ist einfach nicht das gleiche wie ein natürlicher Wald.

Vom Ausflug nach Mont Tremblant gibt es in der Galerie viele Fotos (hier klicken).

Aufstand der Füsse

Nachdem ich mich endlich zum Schwimmen überwunden (also quasi mein Gehirn besiegt) hatte und mich langsam ans Schwimmen gewöhnte, wehrt sich mein Körper nach Kräften gegen das Schwimmen: Das Sprunggelenk im Fuss schmerzte beim Schwimmen immer. Gemäss Auskunft des Arztes von Medgate kann ich das ignorieren, das gehe mit der Zeit vorbei. Also beschloss ich, tapfer auf die Zähne zu beissen. Kaum dazu entschlossen, entdeckte ich an beiden Füssen zwischen den zwei kleinsten Zehen einen Fusspilz. An Schwimmen war natürlich nicht mehr zu denken.
Seit dieser Entdeckung vor etwa 10 Tagen verzichte ich also auf das Hallenbad und salbe meine Füsse brav zwei Mal täglich mit Canesten ein. Die durch den Hallenbad-Verzicht gewonnene Zeit Winterjacke Condor, Northfaceinvestierte ich in die erfolgreiche Suche nach einer neuen Winterjacke. Ich bin froh, endlich eine neue Jacke (Modell Condor von Northface) zu haben – die mir zudem sehr gut gefällt und die dank den zwei Schichten (die je auch einzeln gebraucht werden können) sehr praktisch und warm ist.
Um trotzdem zu etwas Bewegung zu kommen, gehe ich zur Zeit immer zu Fuss an die Uni, das sind immerhin etwas über 3km pro Weg. Vermutlich werde ich gerade im Winter die meiste Zeit zu Fuss gehen. Die Métro ist nämlich ganzjährig auf 20° geheizt. Bei Aussentemperaturen von -20° oder kälter und entsprechender Kleidung finde ich das nicht praktisch. Lieber warm anziehen und gleich ganz zu Fuss gehen!

Mein Fusspilz ist bald besiegt, es sollte nicht mehr lange dauern. Nun brauche ich nur noch Sandalen (um mir nicht gleich wieder einen Pilz einzufangen), leider sind die um die Jahreszeit gar nicht einfach zu finden. Ich rechne damit dass ich anfangs nächste Woche wieder mit dem Schwimmen anfangen kann – vorausgesetzt mein Körper lässt sich nicht noch eine dritte Streikmethode einfallen.

Zahnpasta? Ja. Zahnbürsten? Nein!

Heute wollte ich mir eine zweite Zahnbürste kaufen um auch am Mittag an der Uni brav die Zähne putzen zu können. Also ging ich in die «Metro» (so heisst eine Ladenkette) die auf meinem Heimweg liegt. Bei dieser Ladenkette, allerdings in einer anderen Filiale, hatte ich bereits die andere Zahnbürste gekauft. Doch heute scheiterte mein Versuch – ich fand zwar die nicht gesuchte Zahnpasta aber trotz langer Suche keine Zahnbürsten.
Schliesslich fragte ich – und erhielt eine überraschende Antwort: In diesem Laden verkaufen sie keine Zahnbürsten mehr weil sie zu oft gestohlen wurden. Als Reaktion wurde der Verkauf eingestellt! Ob die Leute dann die Zahnpasta auf den Finger auftragen müssen und die Zähne so putzen sollen, das hab ich dann nicht mehr gefragt… Aber es ist auf jeden Fall traurig wenn der Diebstahl so gross ist dass die Geschäfte zu solch drastischen Massnahmen greifen.

Mäh, mäh

Die Schaf-Plakatkampagne der fremdenfeindlichen Schweizerischen Volkspartei SVP kennt wohl jede und jeder: drei weisse Schafe sind auf dem Schweizer Kreuz abgebildet und stossen mit einem Kick ein schwarzes Schaf aus der Schweiz. Schaf Die Botschaft ist klar – Ausländer und «Andersartige» sollen weg, nur «reine Schweizer» (wer ist das? Bundesrat Blocher hat ja auch ausländische Vorfahren – also, weg mit ihm!) sollen in der Schweiz bleiben dürfen. Ein hervorragendes Rezept – wenn es das Ziel ist, die Schweiz und ihre Wirtschaft zu zerstören.
Ein Moderator des Berner Lokalradios Radio BE1 hat nun heute das SVP-Sekretariat angerufen und angegeben, er sei seit über 30 Jahren Züchter von schwarzen Schafen. Nun sei er von der Alp in die Stadt heruntergekommen und habe voller Entsetzen das Plakat entdeckt. Die SVP ruiniere mit diesen Plakaten den Ruf der schwarzen Schafe und zerstöre ihm sein Geschäft. Sie solle sofort mit der Kampagne aufhören! Am besten hier selbst hören.

Anmerkung: Das Scherztelefon von Radio BE1 existiert tatsächlich. Die Stimme und das Läuten am Anfang, das stimmt auch. Ob der Moderator tatsächlich bei der SVP angerufen hat oder nicht, weiss ich nicht. Falls es ein Fake ist, dann ist es ein sehr guter.

Anmerkung 2: Die Dame am Telefon der SVP schien nicht sehr überrascht über einen Protestanruf zu sein…

Anmerkung 3: Gemäss SVP-Dame sind die schwarzen Schafe genau die gleichen Tiere wie die weissen. Sehe ich auch so – dunkelhäutige Menschen sind auch die gleichen wie die weissen, Ausländer die gleichen wie Schweizer.