Ultimo giorno

Heute hatte ich meinen letzten Schultag hier in Firenze. Wir erhielten die Prüfung von gestern zurück (ich hatte in allen drei Bereichen – scrivere, grammatica, parlare – die Höchstnote «ottimo») sowie ein Zertifikat das bestätigt dass wir hier waren. Danach spielten wir Tabu – gar nicht so einfach auf Italienisch! Am Schluss, d.h. um 13 Uhr, war natürlich das obligatorische Fotoshooting und Adressen-Tauschen angesagt.

Am Nachmittag ging ich zusammen mit zwei Welschen die letzte Fiorentiner Glacé essen. Ich könnte mir ein 3-Glacé (also relativ gross) mit Stracciatella und Mousse di cioccolato. War wie üblich sehr gut 😉
Nach dem Abendessen machte ich einen Rundgang durch die Stadt, also quasi Firenze by night. Sieht wirklich schön aus!
An einem Ort führt ein Strassenkünstler so etwas wie Pantominen auf – mit dem Publikum. War wirklich witzig und extrem viele Leute schauten zu und bildeten eine Gasse von etwa zehn Metern Länge. Rundherum hatte es etwa drei Reihen Leute die zuschauten! Sogar die Polizei liess ihn gewähren, denn gekommen war sie gleich mit zwei Autos…

Die Polizeipräsenz ist hier im Stadtzentrum sowieso extrem hoch. An jeder Ecke begegnet man einer Polizeipatrouille. Aber scheinbar gab es schon so Schlaumeier die auf die Statuen kletterten und sie so stark beschädigten.
Einen weiteren traurigen Punkt musste ich heute zum wiederholten Male feststellen: Hier gibt es extrem viele Arme, Obdachlose. Bei der Piazza della Santissima Annunziata in der Nähe der Schule scheint so ein Obdachlosentreff zu sein. Auf dem Steinboden (immerhin unter Dach) schliefen mehrere Leute (mind 20) im Freien und ohne wirkliche Ausrüstung. Die sind auch den ganzen Tag dort. Schade, denen könnte man sicher helfen.

Mit dem heutigen Tag geht mein Aufenthalt hier in Florenz zu Ende – eine Bilanz gibts dann morgen Abend. Zuerst brauch ich jetzt etwas Schlaf und morgen fahre ich mit dem 9:14-Zug nach Milano. Dort sollte ich um 12:00 ankommen und um 12:25 weiterfahren. Um 14:21 sollte ich in Bellinzona sein von wo aus um 14:30 das Postauto nach Chur fährt. Um 17:16 sollte ich in Sargans sein.
Nächste Woche hab ich noch etwas reduziertes Programm an der Uni. Am Dienstag muss ich jedoch in das Büro, d.h. ich fahre für einen Tag rasch nach Fribourg. Übernächste Woche werde ich dann die ganze Zeit im Büro sein. Wir müssen nämlich noch das Erstjahresprojekt vorbereiten damit wir dann auch parat sind wenn die Studenten kommen. Aber ich freue mich wieder auf die Uni!

Verkehrsregeln?

Verkehrsregeln? In Italien? Gibts die überhaupt? Ja, geben würde es sie. Nur scheint es bei deren Einhaltung doch sehr stark zu happern. Einige Beispiele:

Die Innenstadt von Florenz ist eigentlich für den Verkehr gesperrt. Ausnahmen gibts nur für die Bewohners des Zentrums. Und das scheinen sehr viele zu sein – ich merkte nicht dass die Innenstadt «autofrei» ist. Nach über 3 Wochen sagte es uns die Lehrerin, von selbst wäre ich nie darauf gekommen, dazu hat es zu viel Verkehr.
Die allermeisten Parkplätze sind für die Einheimischen reserviert – und trotzdem immer voll. Scheinbar werden diese intensiv von nicht-Berechtigten genutzt. Auf jeden Fall hatten heute Morgen als ich zur Schule ging fast alle Autos einen Bleifuss und ich sah verdächtig viele Abschleppwagen. Offenbar hatte die Polizei kontrolliert…

Die Fortbewegung zu Fuss ist im Zentrum Florenz einiges rascher als mit dem Auto. Aber gefährlich. Erstens sind die Autofahrer wie die Wilden unterwegs. Zweitens haben Fussgänger bei Fussgängerstreifen keinen Vortritt. Diese Regel wird hier extrem autofreundlich ausgelegt: Anhalten tut niemand. Man muss als Fussgänger im Gegenteil froh sein wenn man nicht auf dem Fussgängerstreifen überfahren wird. Mir ist schon passiert dass ich schon mitten in der Strasse auf dem Fussgängerstreifen war als ein Auto um die Ecke kam. Die Reaktion dessen Fahrer? Der bremste nicht etwa, sondern hupte!

Lichtsignale scheinen hier in Italien eher eine Warnfunktion zu haben als dass sie eine verbindliche Vortrittsregelung darstellen. Grün heisst soviel wie «eigentlich darfst du jetzt fahren/gehen. Aber pass auf, ist nicht sicher dass die Strasse auch frei ist!» Rot bedeutet «Achtung, musst jetzt besonders gut aufpassen wenn du weiterfährst/über die Strasse gehst!» So kommt es mir auf jeden Fall vor… Kaum ein Fussgänger wartet bis es grün wird. Ich machte dies am Anfang, hörte aber extrem rasch (sobald ich mich an den Verkehr gewöhnt hatte) damit auf. Der Grund ist simpel: Die Wartezeit ist enorm, die Signale sind eindeutig auf die Autos ausgerichtet.

Bei all diesen gefährlichen Situationen ist nicht überraschend dass die Krankenautos hier in der Stadt extrem häufig unterwegs sind. Praktisch ständig höre ich von irgendwo her eine Sirene – wobei die ganz aggressiv sind: Wie das permanente Hupen eines Autos und zudem dazu noch ein Gejaule wie in den USA oder ein Gehorne wie in der Schweiz.
Nebst den Krankenautos ist auch die Polizei (wovon es gleich mehrere verschiedene gibt) omnipräsent. Nicht nur dass diese im touristischen Zentrum ständig zu Fuss, hoch zu Ross, mit dem Töff oder im Auto patrouilliert, nein auch mit Blaulicht und Sirene sind sie fleissig unterwegs. Und dabei kennen sie rein gar nichts, fahren noch wilder als alle anderen. Beispielsweise als ich heute Abend um ca 23 Uhr nach dem Schlussessen der Schule heimspazierte. Ich war in einer Einbahnstrasse (in der allerdings Busse auch in die «falsche» Richtung fahren dürfen) entgegen der Fahrtrichtung unterwegs, mitten in der Stadt. Plötzlich kamen von hinten die Carabinieri angerast. Sie fuhren mit mindestens 100 (innerorts!), mitten in der Strasse – und gegen die eigentliche Fahrtrichtung!

Unheimlich mächtiger Google

Google ist im doppelten Sinne unheimlich mächtig. Unheimlich im Sinne von «wahnsinnig» und aber auch im Sinn von «besorgniserregend». Mächtig im Sinne von «gute Funktionen» aber auch im Sinne von «machtvoll». Wie meine ich das?
Einerseits ist Google extrem praktisch. Die Suchmaschine brauche ich mehrmals täglich und ohne sie wäre ich oft aufgeschmissen. Sie hilft mir bei der Arbeit und immer wenn ich irgendwelche Informationen suche. Sogar wenn ich nicht sicher bin wie sich ein Wort schreibt. Dann lasse ich nämlich Google abstimmen, ist das Ergebnis eindeutig, so dürfte die eine Variante die richtige sein. Die anderen Suchmaschinen kommen in der Qualität nicht annähernd an Google heran und/oder kommen aus «ideologischen» Gründen (microsoft) nicht in Frage…
Auch die Such-History, mit der ich alle bisherigen Suchabfragen (seit ich die Funktion aktiviert habe sind es 1664 Abfragen!) anschauen kann, ist manchmal sehr praktisch. Dann beispielsweise wenn ich zwar noch weiss schon mal danach gesucht zu haben, es aber nicht mehr finde. Mit den genau gleichen Suchstichworten ist die Erfolgsquote viel höher als mit erneutem Start von vorne.
Die Suchmaschine von Google ist sogar auch ein Taschenrechner. Dazu genügt es, einfach die Rechnung in das Suchfeld einzugeben – bei Firefox praktischerweise oben rechts verfügbar, die Tastenkombination Ctrl+k springt gleich dorthin. Insbesondere bei den Uni-Aufgaben war Google damit ein treuer Helfer. Viel praktischer und rascher zu bedienen als ein normaler Taschenrechner.

Daneben ist Google mit gmail aber auch ein E-Mail-Anbieter. Diese Funktion nutze ich zwar nicht wirklich aktiv, weil ich bereits meine normale Adresse habe. Mein gmail-Account dient mir häufiger als Backup-Speicherort. 2767 MB stehen mir nämlich zur Verfügung, ideal also für Backups von Projektarbeiten etc. Arbeite ich an etwas grossem, wie z.B. einem Projekt für die Uni, maile ich mir sehr regelmässig (unter Umständen mehrmals täglich) den aktuellen Stand an die gmail-Adresse. Bei Pannen kann ich dann auf diese Backups zurückgreifen.
Google calendarDoch das ist noch nicht alles: Meine Termine trage ich nicht etwa auf Papier sondern im Google-Kalender ein. Jeden Tag kriege ich dann eine Zusammenstellung der Termine des jeweiligen Tages gemailt. Wunderbar praktisch. Das Interface zur Eingabe ist auch sehr handlich gestaltet, ich kann diese als Text eingeben, z.B. «Treffen mit Linus Torwalds on 28/09/2006 15:00 at Gartenbeiz Alpenrösli». Dann trägt es mir diesen Termin ein und zwar die richtigen Informationen im richtigen Feld. Ohne mühsame Rumklickerei.

All diese Dinge sind wunderbar und ich möchte sie nicht missen. ABER: Dadurch hat Google eine unheimliche Menge an Informationen über mich. Nur schon wer in der Suchmaschine «dominik zindel» eingibt (http://www.google.it/search?q=%22dominik+zindel%22), erhält aus den derzeit 769 Suchresultaten extrem viele Informationen über mich. Damit kann man schon eine sehr klare Personenbeschreibung erstellen. Google hat aber nicht nur diese Informationen sondern, wunderbar miteinander verknüpft, gleich auch noch meine Agenda, meine E-Mails (wobei die jetzt in meinem speziellen Fall nicht so spannend sind, aber doch relativ viel Aufschluss über meine Arbeiten geben), meine Freunde (E-Mail-Kontakte), meine Suchabfragen (also meine Interessensgebiete), die Uhrzeiten zu denen ich aktiv bin und über die IPs sogar meine jeweiligen Aufenthaltsorte (hier kommt z.B. automatisch alles auf italienisch…). Zudem können sie dann noch damit verknüpfen wer Informationen über mich sucht. Damit kann Google ein unheimlich präzises Profil von mir erstellen – ich bin ein regelrecht gläserner Nutzer für Google. Und mit mir viele andere auch. Neuerdings gibt es bei Google sogar (auch online) ein Excel-Ersatz, der Word-Ersatz soll bald kommen. Alles praktisch, aber damit geben die Leute noch mehr Informationen Preis.

Datenschutz? Hm, da habe ich ehrlich gesagt keine Ahnung. Und diese Ahnung dürften die wenigsten Nutzer haben. Eigentlich müsste ich wegen all diesen Dingen Google boykottieren. Erst recht noch weil Google die Moral zu Gunsten des Geldes manchmal etwas zurückstellt und z.B. in China mit den Zensurbehörden kooperiert. Aber weil die Dienste so gut sind nutze ich sie weiterhin. Und gebe Google Tag für Tag mehr Informationen über mich preis.

David

Heute besuchten wir zu fünft ein Museum und machten dann einen Spaziergang zur Piazzale San Michelangelo und dem Monte alle Croci bzw. San Miniato.

Das Museum war recht interessant, allerdings dauerte der Besuch für meinen Geschmack zu lange. Bei solchen Museen mache ich persönlich am liebsten einen zügigen Gang durch die Ausstellung und dann wieder raus. Lange einzelne Objekte anschauen, das liegt mir nicht so. Insbesondere mag ich nicht Dutzende von Statuen anschauen, die für mich eh alle mehr oder weniger gleich sind. Trotzdem war eindrücklich was die alles gemacht hatten.

Nach diesem Museumsbesuch gingen wir zur Piazzale San Michelangelo und zu San Miniato auf dem Monte alle Croci. Das ganze ist zwar nur ein kleiner Hügel (etwa gleich hoch wie der Turm des Doms, der ist 85m hoch), aber man hat von dort aus man eine wunderschöne Aussicht über die Stadt. Der gang dorthin hat sich wirklich gelohnt! Siehe auch die Bildergalerie.
Il DavidAuf der Piazzale Michelangelo ist auch «Il David» von Michelangelo, also die berühmte Statue. Allerdings ist nicht mehr die Originalstatue dort sondern nur eine Kopie. Das Original wurde nach einer Restauration in ein Museum gezügelt (wo die Statue geschützt ist, man aber auch zahlen und lange anstehen muss). Schon die Kopie fand ich recht eindrücklich, aber das Original soll viel besser sein. Unter anderem sieht man genau die Muskeln. Dazu soll Michelangelo in einem Kloster eine Kammer gehabt haben wo er an Leichen «herumschnipseln» konnte. Er sezierte also menschliche Leichen um seine Kunstwerke präziser und detailgetreuer machen zu können.

Wiedersehen

Mein Alltag hier in Italien wird langsam zur Routine, d.h. es passiert im Moment nicht viel berichtenswertes. Am Morgen gehe ich immer brav in die Schule, am Nachmittag mache ich Aufgaben, gehe spazieren, surfe im Internet, beantworte die Post, erledige sonstige Arbeiten etc.
Heute war doch mal etwas anders: Am Mittag traf ich mich mit einer Kollegin die ich in England kennengelernt hatte. Sie ist aus Norditalien und arbeitet hier in Florenz für Gucci (Modehaus). Heute haben wir zusammen Zmittag (Sandwich) gegessen. War witzig, sie wiederzusehen. Und im Gegensatz zum August haben wir jetzt Italienisch miteinander gesprochen 🙂
Am Nachmittag musste ich noch eine Präsentation über die Schweiz vorbereiten. In meiner Klasse müssen alle über ihr Heimatland einen kleinen Vortrag halten. Wir sind zwei aus der Schweiz (noch eine Walliserin), weshalb wir es uns aufgeteilt haben. Damit wir morgen alles besprechen können, musste ich es heute erledigen. Am Montag müssen wir dann präsentieren.

Schoggi und Glacé

Ich hab offenbar meinen Schoggi-Konsum unterschätzt – hab nach nur zwei Wochen, d.h. Halbzeit, schon meinen ganzen Schoggi-Vorrat verspiesen 🙁 Dabei wollte ich doch nach fünf Wochen England unbedingt einen weiteren Entzug vermeiden. Hatte nämlich bei der Englandreise vergessen, Schoggi mitzunehmen. Das bereute ich dann im wahrsten Sinne des Wortes bitter als ich englische Schoggi kaufte. War nicht gerade das gelbe vom Ei.
Zwar fehlt mir jetzt mein einziges Suchtmittel, aber dafür leb ich vielleicht etwas länger weil ich weniger Süsses esse. Hat vielleicht auch noch was gutes 😉 Ausserdem werde ich nach meiner Rückkehr die Schweizer Schoggi umso mehr schätzen, hier kaufe ich sicher keine. Weiss zwar nicht wie die italienische Schokolade schmeckt, aber eben, zwei Wochen Entzug werden wohl nicht schaden…

Heute habe ich mal die Schoggi durch Glacé ersetzt. Da mir die Fiorentiner eine Gelateria besonders gerühmt hatte und ich schon drei Mal dort ein Glacé gekauft hatte und es einfach super war, wollte ich wieder dort hin gehen. Diese gelatiera ist zwar gleich neben dem Ponte Vecchio, aber überhaupt nicht touristisch und mit normalen Preisen. Und sie hat neben der Qualität noch einen anderen, gewichtigen (man beachte die Doppeldeutigkeit!) Vorteil: Ich muss eine gute Viertelstunde bis 20 Minuten zügig gehen bis ich dort bin. Damit bewege ich mich während 45 Minuten intensiv um ein Glacé zu essen und verbrenne so einen Teil der Kalorien gleich wieder.
Die Geschmacksrichtungen sind sehr verschieden, probiert habe ich bis jetzt (man kann zwei Sorten pro Cornet wählen): Stracciatella, pistacchio, mousse di Ferrero Rocher und mousse di cioccolato. Die beiden mousse sind nicht wirklich Glacé sondern eher wie das bekannte Mousse au Chocolat. Ferrero Rocher hat dabei einen Nussgeschmack, halt wie die entsprechenden Pralinés. Am besten hat mir bis jetzt mousse di cioccolato geschmeckt – habs auch schon zwei Mal ausgewählt. Macht richtig Lust, nach meiner Rückkehr in die Schweiz gleich mal Schoggimousse zu machen!

Wetter, Schule

Das Wetter hier ist aussergewöhnlich schlecht. Will heissen: von den letzten vier Tagen regnete es 2, einer war bewölkt, etwa einer sonnig. Das scheint für Fiorentiner Verhältnisse wirklich ausserordentlich schlecht zu sein, auf jeden Fall ist das Wetter Thema Nummer 1: «Oh, il tempo è brutto!» Irgendwie verwöhnt, die Fiorentiner. Mich hats jetzt nicht mal gestört, etwas Luftreinigung und Feuchtigkeit tut gut. Zudem bin ich nach 5 Wochen England (davon 4 bewölkt mit regelmässigem Regen) ein ganz anderes Klima gewöhnt…

Abgesehen vom Wetter ist bei mir im Moment nicht so viel los. Die Schule läuft gut, wir kommen voran mit der Grammatik. Für diese Woche haben wir eine neue Mitschülerin erhalten. Eine ca 60jährige New Yorkering, die bleibt doch tatsächlich nur für eine Woche in «meiner» Schule. Kurios. Sie kann recht gut Italienisch, allerdings mit einem deutlichen Akzent…
Mein Italienisch wird immer besser, kann mich mittlerweile mit den italienischsprachigen Kollegen in MSN/ICQ problemlos auf Italienisch unterhalten. Mit einem davon werde ich nächstes Jahr ziemlich sicher bei mindestens einer Vorlesung zusammenarbeiten, d.h. die Aufgaben und Projekte zusammen lösen.

Fiesole und Regen

Heute machten wir einen Ausflug nach Fiesole, einem Dorf auf einem Hügel nördlich von Firenze mit einer wunderschönen Aussicht auf diese Stadt. Eigentlich hätte die Schule heute so einen Ausflug organisiert, aber der hätte 28 gekostet. So entschieden wir uns zu viert, selber diesen Ausflug zu machen. Wir, das waren ein Deutscher, zwei Westschweizerinnen und ich. Hauptsprache des Tages war nicht Italienisch sondern Französisch, da die eine Westschweizerin mehr schlecht als recht Italienisch kann. Der Deutsche verstand zwar das fast alles aber meldete sich selbst nicht viel zu Wort.
Am Morgen fuhren wir mit dem Bus nach Fiesole und machten dann einen gemütlichen Spaziergang auf dem Hügel und genossen die wunderschöne Aussicht (siehe Galerie). Bei der Abfahrt in Firenze war schönes Wetter, 20min später war es bewölkt. In Fiesole besuchten wir dann den (teuren) parco archeologico mit dem riesigen Amphitheater. Und dann fing es an zu regnen, weshalb wir in Museen und Pizzeria auswichen.
Die Museen sagten mir erwartungsgemäss nicht wirklich zu und vor allem die Bilder und Statuen hatte ich nach kürzester Zeit «gesehen»… Wegen der wunderschönen Aussicht und dem archäologischen Park hatte es sich aber auf jeden Fall gelohnt.

Nach der Rückkehr in Fiesole spazierten wir noch in die Nähe des Ponte Vecchio um uns in der besten Gelateria ein Glacé zu gönnen. Ich entschied mich für «Mousse di Ferrero Rocher» und «Gelato di Tiramisù» – zusammen als Cornet. Anschliessend spazierten wir nochmals etwas in der Stadt rum, allerdings hatte es heute definitiv zu viele Touristen. Teilweise war kaum mehr ein Durchkommen. Unter der Woche ist das definitiv schöner.
Für morgen Sonntag ist wieder ähnliches Wetter wie heute angesagt, also «il tempo brutto». Schadet eigentlich nichts, aber meine Wäsche sollte wieder gewaschen werden. Und das geht nur bei schönem Wetter weil es sonst mit dem Trocknen nicht mehr klappt. Irgendwelche Einrichtungen wie Wäscheständer mit der man die Wäsche auch im Innern trocknen lassen könnte, sind hier offenbar nicht vorhanden. Aber wird schon gehen!

Negozi rossi

Zugegeben, negozi rossi stimmt nicht ganz. Schliesslich sind nicht die Geschäfte (rosa)rot, sondern nur deren Hausnummern. Trotzdem, bis ich das herausfand dauerte es ein Weilchen. Und in dieser Zeit war ich ziemlich verwirrt. Da schaut man auf die Hausnummern und die sind nicht in einer Reihe. Ich wohne z.B. an der Nr 67. Links davon ist die Nummer 105, rechts 107.
Eine Erklärung für diese kuriose Nummerierung erhielt ich in der Schule: «I negozi hanno un numero rosso.» Aha, die Geschäfte haben also eine (rosa)rote Nummer – was ich allerdings nicht realisiert hatte – und die Wohnhäuser eine schwarze, normale Nummer. Tatsächlich. Die Nr 105 und 107 sind Geschäfte (Garage und Pizzeria). Im Telefonbuch etc wird das rot durch ein R ausgedrückt: 105/R bedeutet dass es eben das rote 105 ist und nicht das schwarze 105.

Gestern Nacht regnete es in Florenz tatsächlich. Das erste Mal seit ich hier war. Aber von heute Mittag an war es schon wieder schön und ich machte gegen Abend einen zweistündigen Marsch durch die Stadt. Tat gut, die Bewegung…
Am Abend war dann der Sohn von Remo und Carla zu Besuch. Er war doch tatsächlich in Sargans! Vor 9 Jahren machte er mit seiner Frau eine Reise von Italien nach Zürich (via San Bernardino), dann nach Sargans wo sie eine Nacht schliefen und dann nach Liechtenstein und Österreich weitergingen. Zufälle gibt es…

Billetkauf auf Italienisch

Gestern hab ich mein Billet für die Heimreise in die Schweiz gekauft. Das war, gelinde gesagt, nicht sehr einfach. Es gibt ein sogenanntes SmartPrice-Ticket, das man (sehr) früh buchen muss. Damit kostet die Fahrt mit dem Cisalpino pauschal (d.h. bei irgendeiner Fahrt auf der Strecke Zürich-Florenz) 19 oder 30 Franken. Dummerweise ist dieses Ticket in der Anzahl sehr limitiert.
Auf der trenitalia-Website dauerte es schon mal lange bis ich dieses Angebot gefunden hatte, danach wurde es noch schwieriger. Es kam nämlich eine Meldung, die Buchung sei nicht möglich. Ohne Angabe von Gründen. Deshalb suchte ich weiter, das System bot mir allerdings etwa 15 Möglichkeiten zur Auswahl an. Da ich da keine Übersicht hatte, ging ich an den Bahnhof in der Hoffnung, dies sei einfacher.

Nach einem rund 20-25minütigem Spaziergang kam ich am Bahnhof an. Da gings so richtig los: Ich stellte mich am Schalter «informazioni» an weil ich mich nach den Tickets erkundigen wollte. Nach einer Viertelstunde anstehen kam ich an den Schalter. Auf meine Frage nach dem günstigsten Ticket erhielt ich eine kurze Antwort: «E il ticket smart-price. Devi direttamente andare alla biglietteria.» Mein Anstehen hatte sich also wirklich gelohnt…
Die Biglietteria ist eine grosse Halle – und beim Eintreten sah ich nur Warteschlangen. Ende der Halle waren aber die Schalter für biglietti internazionali. Da waren nur 2 Leute vor mir – was aber trotzdem 10 Minuten dauerte… Danach ging es relativ zügig, ausser dass der Schalterbeamte und ich uns kaum verstanden. Nicht wegen der Sprache sondern akustisch. Es war lärmig und das Mikrofon hatte irgendwie nicht die gewünschte Wirkung. Die Trennscheibe tat das übrige. Schlussendlich kam ich zu meinem Ticket. Für Smartprice war ich jedoch zu spät und so musste ich halt 38.12 für die Fahrt bis nach Bellinzona zahlen. Hab heute gemerkt dass ich eigentlich noch 2 mehr Rabatt zu Gute gehabt hätte weil ich GA und Jugendtarif habe. Aber janu.
In Bellinzona werde ich dann das Postauto nach Chur und dann den Zug nach Sargans nehmen. Am 30. September um 17.16 werde ich dann in Sargans ankommen. Wenn alles gut geht: Ich habe in Milano nämlich nur 25 Minuten Zeit zum Umsteigen, in Bellinzona gar nur 9. Bei den üblichen Verspätungen der italienischen Züge kann das heiter werden…