Mi hiama Harla

«Mi hiama Harla». So wurde ich bei meiner Ankunft von Gast-Grossmutter Carla begrüsst. Es dauerte einen Moment bis ich realisierte dass dies «mi chiama Carla» bedeutet. Ich merkte aber rasch, dass dies der typische toskanische Akzent ist. C und q werden selten als solche ausgesprochen sondern ähnlich wie ein (raues) h gehaucht.
Auch jetzt noch brauche ich manchmal einen Moment bis ich kapiere was da gemeint ist wenn das Wort anders ausgesprochen wird als ich es kenne. Aus chiesa (Kirche) wierd hiesa, aus capito hapito oder aus questo huesto. Kann manchmal das Verständnis durchaus erschweren…

Abgesehen von dieser komischen Aussprache des C entspricht das Italienische hier in Florenz ziemlich dem Standarditalienisch. Die Aussprache der Vokale (offen, geschlossen etc) entspricht den Regeln, was in den anderen Teilen von Italien praktisch nie so ist. Mir wurde gesagt, früher sei in Firenze DAS Standardenglisch gesprochen worden, ähnlich wie mit dem Oxford-Englisch. Nun haben sie halt das C etwas verändert. Der Rest soll immer noch Standard sein. Wobei mir sowieso egal ist obs Standard ist oder nicht, Hauptsache ich kann Ende September fliessend reden…

Wäschetechnik

Am Freitagnachmittag konnte ich Carla meine Wäsche zum Waschen geben. Sie wollte sie in allem Ernst von Hand waschen und ich musste sie überzeugen, dass dies nun wirklich nicht nötig sei und dass ich die auch immer in die Maschine tue… Danach war sie überzeugt und ich brachte die Wäsche zur Maschine in der Küche. Ich sagte ihr dann, sie solle mich doch bitte rufen, wenn die Maschine fertig sei. Sie erklärte mir aber sofort, sie werde die schon aufhängen, das sei kein Problem. Tatsächlich, am anderen Morgen hatte sie alles gebügelt (was ich ja nie tue) und zusammengelegt (was ich auch tue). Sie scheint mich wirklich verwöhnen zu wollen…

Ein offenbar übliches System zum Aufhängen der Wäsche ist hier das Spannen eines Drahtseils durch den Innenhof. Dank einer Rolle an jedem Ende kann man dann die Wäsche vom Fenster aus aufhängen und dann dann durch den Innenhof ziehen damit man das nächste Kleidungsstück vom Fenster aus aufhängen kann.
Sehr cleveres System, finde ich. Allerdings fragte ich mich auch, ob das nicht fast zwangsläufig zu Unglücken in Form von abstürzender Wäsche führen müsse. Bei unserem Mehrfamilienhaus (oder Block) kommt man nämlich nicht mal zur Bodenfläche des Innenhofs, da dort das Dach einer anderen Wohnung ist.
Die Antwort auf meine Frage bekam ich ungefragt und schon zwei Tage später: Während Carla Wäsche aufhängte, brachen die Henkel des Wäscheklammernkorb wohl aus Altersschwäche (der hängt immer draussen unter dem Fenster) ab. Logischerweise stürzte dieser dann in die Tiefen und damit natürlich auch die Klammern die danach ziemlich zerstreut herumlagen.
Mein Überlegen was Carla wohl jetzt tun werde dauerte nicht lange: Sie holte aus dem Schrank eine Schachtel hervor. Darin war ein langer Strick mit Haken vorne dran. Nun liess sie den Haken bzw. Drahtgeflecht an der Schnur aus dem Fenster herab so dass sich zuerst der Korb darin verfing. So nahm sie den Korb wieder hoch. Danach sammelte sie mit dem gleichen System die Klammern ein: Seil runter, etwas schwenken, Seil hoch, Klammer weg, Seil runter…

Rasen in der Stadt, Kriechen auf dem Hügel

Heute Sonntagnachmittag machten wir, d.h. meine Gast-Grosseltern, eine Nachbarin und ich einen Ausflug in die «Berge». Hauptgrund war eine Fahrt zu einer kleinen Wasserquelle bei Regello wo wir zwei Kanister mit Wasser füllten – weil das Wasser besser ist als das hier in Florenz (das nett ausgedrückt gewöhnungsbedürftig ist…). Die Fahrt dorthin dauerte etwa Dreiviertelstunden. Nach einem kleinen Spaziergang fuhren wir weiter nach Saltino, wo wir eine Pause machten um die (wirklich schöne, siehe Galerie) Aussicht zu geniesen. Danach fuhren wir nach Vallombrosa, wo wir ebenfalls ein paar Schritte taten sowie kurz eine Basilika anschauten. Anschliessend krochen wir im Stau wieder heim.

Die Bergstrasse von Vallombrosa runter war ganz speziell: Eigentlich eine ganz gewöhnliche «Berg»strasse, normale Breite etc aber nicht besonders kurvenreich. Bei uns würde man da mit 80km/h fahren dürfen, keine Frage. Hier mussten wir den Berg runterkriechen: 30km/h!! Langsamer als in der Stadt fuhren dort die Autos. Keine Ahnung wieso. Die Fahrt dauerte ewig, mit dem Velo wäre ich deutlich schneller unten gewesen…
In Florenz hingegen wird auf der Ringstrasse um das historische Stadtzentrum gefahren wie verrückt. Drei bis fünf Spuren pro Richtung hat dieses Strässchen und der Fahrstil der Leute ist irgendwie typisch italienisch: Spurwechsel wie nichts, sehr eng aufeinander und insgesamt einfach ziemlich aggressiv.

Essen, Website

Über das Essen hier kann ich mich definitiv nicht beklagen. Nonna und Nonno kochen wirklich gut und ziemlich gesund. Und wenn ich dann noch die Früchte miteinrechne die ich esse, dann esse ich wirklich gesund. Die Früchte kann ich gar nicht vergessen – jeden Morgen legen sie mir zwei davon auf den Tisch…
Erwartungsgemäss gibt es hier viel Pasta mit Tomatensauce. Die Sauce ist wirklich gut, Remo macht nämlich «la salsa» selbst mit Gemüse aus dem eigenen Garten. Er betont bei jeder Gelegenheit, die sei dann sehr gesund da wirklich nur Gemüse (und kein Fett) drin sei. Heute morgen hat er wieder eine Ladung Tomatensauce gemacht, etwas davon gab es dann gleich zum Zmittag.

Zmittag ist sowieso ein gutes Stichwort: Eigentlich hätte ich ja nur Halbpension. Die Realität sieht jedoch anders aus. Ich habe nämlich die letzten Tage immer auch hier Zmittag bekommen. Entweder begannen sie gerade zu Essen wenn ich heimkam oder ich war schon im Zimmer und sie riefen mich. So hab ich Vollpension für Halbpension 🙂
Da der Garten Remo scheinbar wirklich wichtig ist, habe ich ihn mal gefragt wo denn der sei – ich habe nun wirklich nicht viel Grünzeug in der Nähe gesehen. Er meinte dann, er sei in der Nähe am Stadtrand. Durch Nachfragen merkte ich dann, dass dieser nahe Stadtrand 23km entfernt ist. Er fährt jeweils mit der motocicletta hin.

Heute habe ich wieder mal den ganzen Tag an der Volley Pizol-Website (www.volleypizol.org) gearbeitet. Ich mache die gesamte Mitgliederverwaltung neu, zudem gibt es eine Archivfunktion. Und wegen dieser Archivfunktion muss ich in praktisch allen der mittlerweile 250 Dateien und 63 Tabellen in der Datenbank etwas verändern. Aber das Ende naht, Morgen Sonntag dürfte ich fertig werden. Danach muss ich es nochmals auf Herz und Niere testen bevor ich es online stellen kann.

Die Schreiberanleitung ist jetzt so ziemlich fertig, muss nur noch korrigiert werden (ich selbst habe sie schon). Die Schirieinteilung ist auch vorüber, gemäss aktuellem Plan werde ich nächste Saison 12 Spiele pfeifen. Da ich wegen einer Regeländerung bei den 2. Liga nicht mehr als zweiter Schiri pfeifen darf (muss zuerst befördert werden was ich diese Saison beantragen werde), habe ich mehr Juniorenspiele und so. Unter anderem muss ich 5 Spiele pfeifen bei denen mein Bruder Silvan Coach ist. Ich wollte dies eigentlich vermeiden. Da ich aber meinte, er sei Trainer der Juniorinnen B2 (wie letztes Jahr), er aber in der Realität jetzt Trainer der Juniorinnen B1 (aber immer noch gleiches Team) ist, muss ich halt 5 Spiele von ihm pfeifen. Wird schon gehen. Ausserdem spielts keine Rolle ob nun ich als Bruder oder z.B. Reto als Beachpartner pfeift…

Sssss, kratz, kratz: Le zanzare und die Folgen

Heute Abend gingen wir mit der Schule in den Ausgang, bzw. die Schule (Dante Alighieri) hatte es organisiert: Un aperitivo. Ist eine witzige, spezielle Art von gemütlichem Ausgang die hier offenbar ganz in Mode ist. Man geht in eine Bar (ich würde Gartenbeiz sagen ausser dass man nicht wirklich ein Menü bestellen kann…), kauft ein teures Getränk – ich zahlte für einen Orangensaft 3 – und hat dann ein kleines Buffet dabei. Es hatte kleine belegte Brötchen und Pasta. Ich fand es ganz gemütlich, so im Garten zu diskutieren, ruhig, kein Verkehrslärm und so.

Nach einigen Tagen Schonfrist haben mich mittlerweile leider le zanzare, also die (Stech-)Mücken, auch entdeckt. Werde regelmässig gestochen von diesen bösen Viechern… Es hat zwar in meinem Zimmer so ein Gerät das man einstecken muss (Strom) und das dann mittels einem Duft (den ich nicht rieche) die Mücken vertreiben soll. Aber entweder wirkt es nicht oder halt einfach nicht 100%ig. Oder ich werde nicht in der Nacht gestochen, denn geschlafen habe ich bisher sehr gut. Trotzdem habe ich immer wieder Stiche.
Zum Glück habe ich meine Euceta aus der Schweiz mitgenommen, die wirkt wirklich gut. Muss es einfach möglichst rasch, d.h. sobald ich den Stich bemerke, auftragen und dann ist gut. War eine gute Idee, die mitzunehmen. Weiss nicht, ob es die da auch gibt und in der Apotheke würde man doch nur Chemie kriegen…

Vom Regen bzw. Gewitter heute war übrigens nichts zu sehen. Am Morgen war ganz leicht bewölkt – weshalb ich nun weiss, dass es in Florenz auch Wolken gibt – aber es blieb immer trocken und heiss, wohl wieder über 30 Grad. Und die Wolken verschwanden rasch, hatte meine Regenjacke vergebens mitgenommen.
Obwohl ich das schöne Wetter geniesse, wäre es nicht schlecht, wenn es mal etwas regnen würde. Nicht unbedingt wegen Trockenheit oder so, denn das bemerke ich nicht weil es hier eh nichts Grünes hat das ich sehen könnte. Nützlich wäre etwas Regen oder wenigstens Wind eher wegen der Luftreinigung. Insbesondere an stark befahrenen Strassen ist die Luft nicht mehr gerade frisch.

Meine erste Schulwoche ist vorbei und ich bin eigentlich ganz zufrieden. Dieses Wochenende muss ich noch etwas Wörter lernen, damit ich den Wortschatz noch mehr aufbessern kann. Ich lerne zwar so schon viele Wörter, aber muss wohl mal etwas aktiv vocaboli büffeln damit es noch schneller vorwärts geht. Schliesslich will ich ab Oktober mit den Tessiner Kollegen an der Uni auch italienisch reden…

Rificolona e sempre caldo

Heute Abend war in Firenze, nahe meiner Unterkunft, ein grosses Fest: Rificolona. Es gab un grande corteo (Umzug) von einem Platz in der Stadt und vom Dom aus zur Piazza della SS. Annunziata (SS. = Santissima). Die Piazza della Santissima Annunziata – ja, die Leute sprechen diesen Namen tatsächlich immer in voller Länge aus! – ist nahe von mir und noch näher bei der Schule. Beim Umzug waren nicht nur Kinder mit Laternen (bzw. Lampionen) unterwegs. Danach gab es einige Darbietungen auf der Piazza.
Carla machte den Umzug mit, ich spazierte so um 21 Uhr Richtung Piazza und Remo kam etwas später mit dem Velo (und ich fand ihn tatsächlich). Remo und ich blieben bis etwa 22.30 Uhr und gingen dann heim.

Einige der Darbietungen auf der Piazza della Santissima Annunziata waren wirklich eindrücklich. Besonders speziell fand ich den Piccolo Coro. Da sangen 4 bis 10jährige Kinder! Und wirklich gut. Manche waren aus der Distanz kaum zu sehen so klein waren sie…
Dieser Chor hat wirklich sehr schön gesungen, hätte diesen Kindern das ehrlich gesagt nicht zugetraut als ich sie zuerst sah. Ein Lied konnte ich allerdings nicht so geniessen: Es war wohl ein bekanntes, denn ein älterer Herr in der Nähe sang insbrünstig mit. Allerdings waren seine gesanglichen Fähigkeiten denen der etwa 10 Mal jüngeren Kinder deutlich unterlegen…

Mein Italienisch wird immer besser hier in Florenz, staune selbst wie grosse Fortschritte ich in diesen gut 4 Tagen schon gemacht habe. Darf ruhig so weitergehen!
Das Wetter hier ist unverändert schön und heiss. Die Prognosen sagen jeweils über 30 Grad an, die effektiven Werte kenne ich nicht. Warm ists auf jeden Fall. Morgen gegen Abend gibt es aber eventuell etwas Abkühlung: Gewitter sind angesagt. Allerdings bleibt es immer noch knapp 30 Grad warm… Ich geniesse es einfach solange es geht, auch wenn ich zur Zeit stundenlang vor dem PC sitze und für das Volleyball arbeite. Das sollte aber bald fertig sein.

Prendi, prendi! Accendi!

Prendi, prendi! ist hier in Florenz, zumindest daheim, das wohl meistgehörte Wort von mir. Meine nonni kümmern sich so um mich, da höre ich ständig prendi, prendi! Sei es beim Essen oder wenn ich am Morgen zur Schule gehe etc. Wenn ich jedes Mal eine Frucht mitnehmen würde wenn sie es mir sagen, dann hätte ich jeden Tag mindestens einen Anhänger voll Früchte dabei… Und wenn ich beim Essen soviel nehmen würde wie sie sagen, dann würde ich wohl beim Heimweg nicht mehr durch die Türe des Cisalpino passen.

Accendi! Ich solle doch Licht machen, das sagen mir Carla und Remo ständig wenn ich wieder mal im Halbdunkeln durch den Gang gehe (dabei sehe ich es tiptop). Meistens zünden sie dann für mich das Licht an.
Das Licht scheint eh wichtig zu sein hier: Am Sonntag hat mir Carla mindestens eine Viertelstunde lang erklärt, wo ich jetzt welches Licht anzünden und wo ich es wieder löschen (spegnere) könne – bei den meisten Lampen hat es nämlich Schalter an verschiedenen Orten (z.B. am Anfang und Ende des Ganges).

Ihr seht, Remo und Carla kümmern sich wirklich gut um mich. Irgendwie so typische italienische Nonni, so wie man sie sich vorstellt. Und dass sie mich immer fragen, wie es gehe und was ich so gemacht habe, das hilft meinem Italienisch extrem weiter. Heute hat Remo in einem Atlas St. Gallen gesucht und gefunden, ich erklärte ihm dann aber, dass Sargans ziemlich weit weg von St. Gallen sei und zeigte es ihm. Er wollte dann genau wissen, wo und wie ich jetzt nach Italien gekommen sei.

Remo hat mich übrigens umgetauft – merkte nämlich, dass Dominik nichts anderes als die deutsche Form von Domenico ist. Jetzt ruft er mich Domenico – mich störts nicht. Ist auch ein schöner Name 😉

Condizionale, fa caldo

Heute Morgen hatte ich das erste Mal wirklich Schule (nach dem gestrigen Einstufungstest). Wir besprachen den condizionale. Zwar hatte ich das schon an der Uni, aber da ich es mehrheitlich vergessen hatte, war das ganz gut.

Der Unterricht ist zweigeteilt: Zuerst, von 9 bis 11, ist grammatica angesagt. Danach (nach 20min Pause) und bis 13 Uhr steht conversazione auf dem Programm. Heute mussten wir uns in Zweiergruppen gegenseitig ausfragen um einander etwas kennenzulernen. Danach mussten wir jeweils die andere Person dieser Zweiergruppe der Klasse vorstellen.
In der Klasse sind wir 8 Leute. Vier sprechen Spanisch (Argentinien oder Costa Rica), vier «Deutsch» (eine Walliserin, zwei Deutsche und ich). Ich spreche mit den Leuten aber konsequent Italienisch. Spanisch kann ich nicht und Deutsch muss ich nicht mehr üben.

Nach der Schule gab es einen Apéro (statt Snacks gab es Teigwaren und Lasagne) in der Schule. Danach gingen eine Kollegin (aus Montreux) und ich zum ufficio del turismo um eine vernünftige Karte zu erhalten. Von der Schule erhielten wir zwar eine Kopie einer Karte, aber das war eine eher dürftige Qualität. Mit der originalen Version (gratis) geht es viel besser.
Nachdem ich eine Karte erhalten hatte, ging ich zum ponte vecchio oder besser gesagt zur nahen Gelateria, die bei den Fiorentinern scheinbar als so ziemlich die beste gilt. Mein pistacchio-Glacé war wirklich gut, allerdings werde ich das nächste Mal wohl eine kleinere Ausgabe wählen. Ich hatte die Version für 3 genommen, etwa die mittlere. War wirklich gross genug…

Hier in Firenze ist es ziemlich warm. Die letzten zwei Tage war es jeweils so 28 Grad warm und heute war es definitiv einiges wärmer. Ich war/bin in kurzen Hosen unterwegs und habe viel zu warm. In der Schule gehts, die ist nämlich in einer ehemaligen Kirche (meine Klasse ist in der apsis wo früher wohl mal ein Altar war!), aber draussen auf der Strasse ist es fast unerträglich warm. Vor allem nachdem ich ganz andere Temperaturen gewohnt bin… Trotzdem ist mir das definitiv lieber als regnerisches Wetter und ich kann es hier wirklich geniessen.

Intermedio 2

Heute Morgen hatte ich den schriftlichen und mündlichen Einstufungstest. Ich hatte das Gefühl, dieser zeige mir meine Grenzen ziemlich brutal auf. Hatte zwar fast alles verstanden, aber die Lücken in den Texten, die ich hätte füllen sollen, stellten mich vor arge Probleme… Der mündliche Teil ging da schon besser. Verstehen tue ich sehr viel und mit dem Reden geht es praktisch von Stunde zu Stunde besser. Insgesamt war mein Test wohl nicht soooo schlecht wie ich dachte, sonst hätten die mich nicht in die intermedio 2-Klasse (zweithöchste) gesteckt. Mal schauen wie das wird…

Nach dem Test gingen wir zusammen die Stadt erkunden und etwas drinken. «Wir», das waren eine 50jährige Schweizerin, eine Argentinierin und zwei junge (ca 20) Westschweizerinnen. Wir haben praktisch immer Italienisch gesprochen, nur bei fehlenden Wörtern haben wir kurz umgestellt.
Anschliessend ging ich in den supermercato um etwas zu Essen zu kaufen. Danach heim – musste fürs Volleyball arbeiten. Um 17.30 gab es von der Schule noch eine kleine Stadtführung. Anschliessend, also so um 20 Uhr, gab es zu Hause Znacht.

Meine «Gastgrosseltern» sind so richtige nonni. Sehr nett, wollen mich so richtig verwöhnen (darf nicht mal das Geschirr abräumen…). Wenn ich heimkomme wird sofort gefragt, wie es gehe und was ich so gemacht habe. Und beim Essen fragen und erzählen sie fleissig. Ideal für mich – so lerne ich extrem viel. Ist wirklich die ideale Gastfamilie für mich!

Nonno und Nonna: Wieder Glück

Heute fuhr ich mit Zug und Postauto nach Italien, genauer nach Florenz. Die Reise war absolut problemlos, auch wenn wir 25min zu spät ankamen. An der Schweizer Grenze war der Zug noch pünktlich… Die Zollkontrolle war praktisch inexistent: In Chiasso rannte eine Zöllnerin mit dem Funkgerät durch unseren Wagen. Das wars dann auch schon.
In Florenz wurde ich am Bahnhof abgeholt (von der Schule). Dies kostete 25 – wenn ich gewusst hätte wie Nahe am Bahnhof ich wohne, dann hätte ich das nicht gewählt. War aber trotzdem praktisch, musste die via san gallo nicht suchen. Ist sehr nahe beim Dom und der Piazza San Marco.
Nachdem ich mich hier etwas eingerichtet hatte, zeigte mir Mamma (oder eher Nonna) den Weg zur Schule. Danach spazierte ich etwas durch die Stadt. Ohne Karte war das relativ umständlich und ich irrte etwas herum. Dadurch sah ich aber einiges vom Stadtzentrum.

Die Gastfamilie ist wieder super. Sehr nette Leute, Remo und Carla. Die beiden sind älter (wohl um die 60), ihre Tochter ist ausgeflogen. Habe mich schon mit ihnen unterhalten und mein Italienisch schon etwas verbessert. Wenn das so weiter geht, dann kann ich in vier Wochen so richtig reden.
Remo und Carla sagten mir, ich solle mich wie daheim fühlen. Sie seien halt eher «nonni» als «genitori», die genitori wären etwas jünger. Mich stört das überhaupt nicht.

Internet hab ich hier auch wunderbar: Einer der Nachbarn war so sozial, sein Wirelessnetz nicht zu schützen. So kann ich mich problemlos verbinden und von seiner Internetverbindung profitieren. Finde ich gut 😉